Swiss-Chef
Vor 5 Tagen

"Wir befinden uns mitten in der vierten Welle"

Dieter Vranckx
Dieter Vranckx, © Swiss

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ZÜRICH - Für Swiss-Crews gilt ab 15. November Impfpflicht. Swiss-Chef Dieter Vranckx verteidigt die kontroverse Anordnung - auch, um eine dauerhafte "Diskriminierung geimpfter Mitarbeitender" zu vermeiden. Die Schweizer Lufthansa-Tochter ist laut Vranckx "noch weit weg von einer Erholung".

Als erste Airline in Europa nimmt Swiss ihr Flugpersonal in die Pflicht. Das "Covid-19-Impfobligatorium" bei der Lufthansa-Tochter verlangt von allen Piloten und Flugbegleitern ab 15. November einen gültigen Impfnachweis.

Laut einer internen Mitarbeiterbefragung waren zuletzt knapp zwei Drittel der Piloten und ein Drittel der Flugbegleiter bei Swiss vollständig geimpft.

"Gleichzeitig erlaubt nun beispielsweise Hongkong als erste Destination nur geimpftem Flugpersonal die Einreise", begründete Vrackx in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" die Notwendigkeit für Crew-Impfungen. Unter den Mitarbeitenden treffe das Impfgebot überwiegend auf Zustimmung.

Mit der Maßnahme will Swiss auch Spannungen im Personalkörper entgegenwirken. Denn während geimpfte Crews auf "unangenehmeren Flügen nach Asien" die Zeit bis zum Rückflug im Hotelzimmer totschlagen, erhalten ungeimpfte Crews Umläufe nach Florida, sagte Vranckx. "Damit hatten wir eine Diskriminierung geimpfter Mitarbeitender."

Kurzfristige Buchungen

Swiss will mit dem Strategieprogramm "reach" langfristig 450 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Bis Ende 2021 sollen rund 1.700 Vollzeitstellen abgebaut werden, im Juni sprach Swiss 550 Kündigungen aus. Zudem soll die Flotte inklusive Wet-Leases um 15 Prozent verkleinert werden. Im ersten Halbjahr schrieb Swiss 392 Millionen Euro Betriebsverlust.

"Wir befinden uns inzwischen mitten in der vierten Welle", sagte Vranckx der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Airline will dieses Jahr 40 Prozent der Vorkrisenkapazität anbieten. Kurzfristige Buchungen erschweren Swiss noch immer die Planung. "Derzeit erfolgen rund 50 Prozent der Buchungen erst zwei Wochen vor Abflug."

Keine kleinere Business Class

Swiss hat 2021 auf der Langstrecke eine Premium Economy Class eingeführt, sieht aber keine Gefahr für die Auslastung der Business Class.

Vor der Krise hatte die Premium-Nachfrage bei Swiss laut Vranckx regelmäßig das Angebot übertroffen. "Nun erwarten wir bei Grossfirmen einen Rückgang der Nachfrage für die Business-Klasse um 30 Prozent, bei kleinen und mittleren Firmen um 20 Prozent", sagte der Manager. Damit werden das Sitzangebot nach der Krise aber immer noch voll nachgefragt.
© aero.de | Abb.: Swiss | 15.09.2021 07:47


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