Personalnot im Cockpit?
Älter als 7 Tage

Airlines droht böses Erwachen am Arbeitsmarkt

Airbus A320 Simulator
Airbus A320 Simulator, © CAE

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LONDON - Airlines fassen nach der Krise wieder zunehmend festen Tritt. Und schon lauert am Horizont ein altes Problem: Experten erwarten auf dem Arbeitsmarkt für Verkehrspiloten bereits ab 2023 einen regelrechten "Angebotsschock" - insbesondere in Nordamerika und Asien zeichnet sich ein akuter Pilotenmangel ab.

Bei Bhanu Choudhrie klingelt die Tage wieder öfter das Telefon. "Der Markt wird wieder interessant, wir sehen einen Aufwärtstrend", sagte der Chef der Flugschule Alpha Aviation Academy der Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Fluggesellschaften fragen bei Choudhrie wieder Flugschüler an, um anstehende Auslieferungen zu bereedern. Nur ist die Pipeline in der Krise weitgehend versiegt - und Experten warnen bereits vor einem "Long Covid" auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für Piloten.

"In früheren Krisen wie 9/11 und der globalen Finanzkrise ist die Zahl der neu zertifizierten Piloten in den fünf Jahren nach dem ersten Schock um 30 bis 40 Prozent gesunken," schreibt Geoff Murray, Luftfahrtexperte bei der internationalen Strategieberatung OliverWyman, in einer Studie.

Murray schätzt, dass "25.000 bis 35.000" junge Piloten in den nächsten zehn Jahren "alternative Karrierewege" einschlagen werden - die Erfahrungen aus der Pandemie verschrecken viele Kandidaten. "Die Aussicht auf eine stabile und ertragreiche Karriere scheint nun sehr viel ungewisser", schreibt der Analyst.

Nach Hochrechnungen von OliverWyman droht der Branche bereits wesentlich eher ein "Angebotsschock" auf dem Pilotenmarkt. "Die Frage ist nicht, ob es wieder zu einem Pilotenmangel kommt, sondern wann", sagte Murray. Konkret rechnet OliverWyman gegen 2025 weltweit mit 34.000 bis 50.000 unbesetzten Cockpitstellen.

In Nordamerika und Asien-Pazifik werde sich der Mangel "nicht später als 2023" bemerkbar machen - selbst wenn die Passagierzahlen sich bis dahin nicht vollständig erholen. "Die Nachfrage nach Piloten wird eher von der Zahl der Flüge als von der Zahl der Passagiere bestimmt", sagte Murray.

Neue Flottentrends könnten den Mangel an Piloten nochmals verstärken, warnt Pilotenausbilder Choudhrie. So werde der Betrieb des 2023 erwarteten Airbus-Langstreckenflugzeugs A321XLR bei vielen Airlines zusätzliche Einstellungen erfordern.

Erste Airlines spüren bereits ein Zwacken an der Personalfront. Der US-Billiggigant Southwest Airlines hat seinen Oktober-Flugplan um 162 Flüge pro Tag ausgedünnt - es fehlen Piloten und Flugbegleiter. Gerade US-Airlines haben es lange versäumt, sich um genügend Cockpitnachwuchs zu kümmern.

OliverWyman rechnet 2023 in den USA mit einem Nachfrageüberhang von 12.000 Piloten - 13 Prozent des Gesamtmarkts.

Lufthansa prüft neues Kursprogramm

In Europa werden sich "Angebot und Nachfrage nach Piloten in den nächsten drei bis vier Jahren voraussichtlich im Gleichgewicht einpendeln", sagte Murray. Das gibt Airlines genug Zeit, Ausbildungsprogramme wieder hochzufahren. Ryanair hat in Dublin gerade ein neues Ausbildungszentrum eröffnet, das für die Mitarbeiter von morgen sorgen soll.

Nach aero.de-Informationen prüft Lufthansa nach dem Kursstopp 2020 inzwischen eine Wiederaufnahme der Pilotenausbildung. Die Verkehrsfliegerschule Bremen hat der Konzern zwar geschlossen. In Rostock könnte laut Lufthansa-Kreisen aber bereits 2022 wieder ein kleines Kursprogramm starten.
© aero.de | Abb.: CAE | 21.09.2021 10:02

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Beitrag vom 23.09.2021 - 14:37 Uhr
@ dem FBW-Laien !

"im oberen Luftraum fliegt doch nur der Autopilot..." -
ganau SO outet sicher der Laie als Nixwisser/Nixversteher ...

Ich erspare mir mal die Ausführungen wie oft mir in den letzten 32 Jahren der (redundante !) Autopilot, komplett ausgefallen ist, Blitzeinschläge etc. pp. - Merke: Wenn einer schon keinerlei fundierte Ahnung hat - dann bitte auch nicht daher plappern !
Sie dürfen gerne weiterhin Microsoft PC "fliegen" - die richtigen Flieger überlassen sie besser uns - den Profis - Flieger seit 1978 !

Ich finde ja, solange sich hier ständig irgendwelche Piloten einbilden, dass Sie jede Management-Entscheidung besser können als das Management, kann sich auch jeder FS-Pilot einbilden, dass er es besser kann als Pilot. Oder geht das hier wieder nur in eine Richtung? Niemand darf eine negative Meinung über den Pilotenberuf haben, aber Piloten dürfen vehement und ohne Zurückhaltung Management und Verwaltung kritisieren, beleidigen und als unfähig abstempeln?

Beitrag vom 23.09.2021 - 13:48 Uhr
@ dem FBW-Laien !

"im oberen Luftraum fliegt doch nur der Autopilot..." -
ganau SO outet sicher der Laie als Nixwisser/Nixversteher ...

Ich erspare mir mal die Ausführungen wie oft mir in den letzten 32 Jahren der (redundante !) Autopilot, komplett ausgefallen ist, Blitzeinschläge etc. pp. - Merke: Wenn einer schon keinerlei fundierte Ahnung hat - dann bitte auch nicht daher plappern !
Sie dürfen gerne weiterhin Microsoft PC "fliegen" - die richtigen Flieger überlassen sie besser uns - den Profis - Flieger seit 1978 !
Beitrag vom 22.09.2021 - 20:15 Uhr
im oberen Luftraum fliegt doch nur der Autopilot...
Aber unten und erst recht auf dem Vorfeld benötigt man doch den Piloten.
M. E. muss man bei der Automatisierung auch die Tätigkeiten der Kontroller für die Vorgänge in der Luft und am Boden berücksichtigen, wenn man die Piloten im Flugzeug abschaffen will.


Dieser Beitrag wurde am 22.09.2021 20:15 Uhr bearbeitet.


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