Condor Flug 1763
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Startabbruch an der Grenze zu V1

Condor Flug 1763
Condor Flug 1763, © BFU, Condor

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BRAUNSCHWEIG - Ein Airbus A320 von Condor hat am 11. Juli bei einer Landung mit einem klemmenden Fahrwerk in Griechenland Strukturschäden davongetragen. Ein Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) stellt einen Zusammenhang zu einem Vorfall am Vortag her.

Kavala, 11. Juli 2021: Condor-Flug 1763 verlässt die nordgriechische Hafenstadt mit Ziel Düsseldorf. Nach dem Start kreist die A320 in Flughafennähe - das Fahrwerk lässt sich nicht einfahren. Rund 50 Minuten nach dem Start setzt die D-AICP hart in Kavala auf.

"Das Flugzeug wurde mit Full Reverse und Auto Brake MED abgebremst", stellt der jetzt von der BFU veröffentlichte Zwischenbericht fest. Nach dem Aufsetzen des Bugfahrwerks fühlte sich "das weitere Einsinken des Bugfahrwerks in den Dämpfer ungewöhnlich hart an", geben Kapitänin und Erster Offizier später zu Protokoll.

Am Flugzeug stellen Techniker einen "drucklosen Bugfahrwerksdämpfer" sowie einen "Strukturschaden im vorderen Bereich des Rumpfes" fest.

Die D-AICP befindet sich nach wie vor in Kavala. "Das Flugzeug wurde umfassend untersucht", sagte eine Condor-Sprecherin aero.de im Oktober. "Die Ergebnisse werden derzeit analysiert, um entsprechende Reparaturmaßnahmen abzuleiten. (...) Wann das Flugzeug wieder zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest."

"Das Flugzeug zieht nach rechts"

Der BFU-Zwischenbericht stellt einen möglichen Zusammenhang zu einem Startabbruch aus hoher Geschwingkeit am Vortag auf Kreta her.

Die A320 beschleunigt am 10. Juli unter Seitenwind mit 122 Passagiere und sechs Crewmitgliedern am Flughafen Heraklion zum Start für einen Flug nach Düsseldorf.

"Das Flugzeug zieht nach rechts", warnt der Erste Offizier die Kapitänin. Die Crew bricht den Startlauf daraufhin "bei einer Geschwindigkeit von 137 Knoten" und damit nur "zwei Knoten unterhalb der Entscheidungsgeschwindigkeit V1" ab, heißt es in dem Bericht. "Unmittelbar danach hob das Bugfahrwerk vom Boden ab."

Die Kapitänin drückt den Airbus zurück auf die Piste. "Bei diesem Bodenkontakt des Bugfahrwerks befand sich das Flugzeug in einer Drehbewegung um die Hochachse nach links in Richtung der Startbahnmitte", findet der Zwischenbericht einen möglichen Schadensmoment.

Bei einer abendlichen Inspektion des Flugzeugs in Heraklion tauschen Techniker zwar alle vier Reifen des Hauptfahrwerks aus, stellen bei einer "Sichtprüfung des Bugfahrwerksbereichs" aber keine äußerlich erkennbaren Schäden fest. Die Mechaniker geben den Airbus wieder frei.

Condor zieht Konsequenzen

Ein Überführungsflug ohne Passagiere nach Düsseldorf verläuft nach Angaben der BFU am 11. Juli "ohne weitere Probleme" - erst in Kavala, dem dritten Flug der D-AICP an diesem Tag, blockiert das Fahrwerk beim Einfahren. Condor hat aus dem Vorfall zwischenzeitlich Konsequenzen gezogen.

"Das Luftfahrtunternehmen hat nach dem Unfall eine Veröffentlichung für Flugbesatzungen herausgegeben, um die Piloten darüber zu informieren, dass nach dem Auftreten von hohen seitlichen Beschleunigungen am Boden, insbesondere bei solchen über 0,42 g, eine Maintenance Inspection erforderlich ist", heißt es im Bericht.
© aero.de | 07.11.2021 11:56


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