MSN272
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So übergibt Airbus die letzte A380

Airbus A380 MSN272
Airbus A380 MSN272, © Airbus

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HAMBURG - Für die letzte Übergabe einer fabrikneuen A380 am 16. Dezember ist der erste Prototyp des Riesen-Airbus, MSN001, eigens aus Toulouse nach Finkenwerder gereist. Alle Feierlichkeiten sind wegen der Pandemie abgesagt. Die MSN272 wird Hamburg nicht auf direkten Weg nach Dubai verlassen.

Der erste A380-Prototyp F-WWOW, Werknummer MSN001, flog am Dienstagmittag in 2 Stunden und 21 Minuten als Flug AIB04OW aus Toulouse nach Hamburg-Finkenwerder. Dort soll am 16. Dezember die allerletzte Übergabe einer neuen A380 stattfinden.

Emirates übernimmt mit der Werknummer MSN272 das letztgebaute Flugzeug, mit dem die Herstellungsphase der A380 endet. Endmontage in und Auslieferungen ab Toulouse sind bereits abgeschlossen.

Wegen der Corona-Pandemie musste die geplante Abschiedsfeier in Finkenwerder abgesagt werden. Damit findet für MSN272 nur ein rein technischer Auslieferungsflug statt. Das Flugzeug ist in den üblichen Emirates-Farben lackiert.

Möglicherweise erhält es für den anstehenden, besonderen Anlass noch einen Aufkleber. Den Kundenabnahmeflug hatte der Vierstrahler bereits am 12. Dezember absolviert.

Übernahme im britischen Luftraum

Emirates übernimmt ihre A380 typischerweise aus vertragsrechtlichen Gründen im britischen Luftraum. Dazu nehmen neue A380 aus Hamburg kommend erst Kurs nach Norden, um westlich von Helgoland nach Südwesten abzubiegen, so ass über der Nordsee, genau während der juristischen Übergabe, britisches Hoheitsgebiet durchflogen wird. Erst danach nimmt der Jet Kurs auf seine künftige Heimat Dubai.

Pionier und Testjet

MSN001 hatte den Erstflug am 27. April 2005 in Toulouse absolviert. Der Prototyp ist innen mit einer reinen Testkabine mit Ballasttanks und Computerkonsolen für die Testingenieure ausgestattet. Eine normale Passagierkabine gibt es nicht.

Für Tests der Mindestabhebegeschwindigkeit ist das Flugzeug als Besonderheit mit einer verstärkten Heckpartie ausgestattet, an der ein Schleifsporn angebracht werden kann.

Airbus hatte diese A380 erst im Sommer einem großen technischen Check unterzogen, so dass MSN001, mittlerweile ist sie benannt nach dem verstorbenen Airbus-Testpiloten Jacques Rosay, noch viele Jahre fliegen kann. Zuletzt hatte der Vierstrahler über Südwestfrankreich wieder Langstreckentestflüge absolviert.

Airbus wird die A380-Bestandsflotte technisch unterstützen, so lange die Kunden das Flugzeug einsetzen. Emirates hat bereits einen A380-Betrieb bis weit in die 2030er Jahre angekündigt. Für laufende Änderungen und die Zulassung von Modifikationen sowie die Erprobung von Verbesserungen wird also auch MSN001 noch länger gebraucht.
© FLUG REVUE - SST | Abb.: Airbus | 15.12.2021 07:16

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Beitrag vom 18.12.2021 - 00:54 Uhr
Interessantes Hintergrundwissen zu den Abnahmen ueber britischem Hoheitsgebiet, danke!
Mich würde interessieren warum das so ist, dass wäre für mich Hintergrund wissen.
Die gesamten Verträge von Emirates und Airbus wurden auf Wunsch von CEO Tom Clark (Brite) nach britischem Recht getätigt. Damit gilt die britische Gerichtsbarkeit bei Streitigkeiten. Dies trifft aber nur dann zu, wenn eine Übernahme im britischen Luftraum stattgefunden hat.

Aber was hat das Ganze mit der MSN001 zu tun? Spielt die irgendeine Rolle bei der Uebergabe von MSN272?
Das war nur Show. Die Erste und die Letzte war der Gedanke dahinter, und auch das dei noch immer fliegt.
e
Was passiert nun mit der Fertigungslinie in TLS und XFW? Baut man die bereits ab bzw. um?
Ja, das macht ja auch nur Sinn

In Hamburg entsteht dort eine weitere A320 Linie
Beitrag vom 16.12.2021 - 23:08 Uhr
Es mag sein das es dort eine Rumpf Produktion gab, aber die Halle 214 ist, sieht man auch an der Höhe im Vergleich zur SA die dort steht, gar nicht hoch genug für eine Serienproduktion. Das war in XFW auch nie geplant. TLS war von Anfang an der Endmontageplatz. Hinsichtlich der Endausstattung und Lackierung hatte ich ja den Hinweise auf den Standort XFW bereits gegeben. Im übrigen ist die Halle 214 wie man auf Luftaufnahmen sehen kann, auch viel zu klein um einen 380 in Serie zu fertigen.
Im Grunde haben alle Hangars eine gewisse Standardhöhe. In die passt auch ein 380, aber aufgrund seiner Dimensionen, auch in der Länge und Breite wären allen Hallen in XFW dafür zu klein. Hier hat der Stern schichtweg falsch recherchiert.
Derzeit werden in XFW mehrere Hallen neu gebaut, das kann man auf allen Luftaufnahmen sehen, auch um sicher die angestrebte Schlagzahl der Auslieferungen zu erhöhen. Gleiches gilt aber auch für TLS. Außerdem müssen in XFW die Kapazitäten für die vorbereitende Endauslieferung erhöht werden.

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2021 00:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.12.2021 - 23:57 Uhr
XFW hat nie eine Fertigungslinie für den A380 gehabt. Diese wurden allesamt in TLS gebaut und lediglich zur Lackierung und Innenausstattung nach XFW geflogen. Der Deal war zwischen D und F, dass alle europäischen und Nahost Exemplare über XFW ausgeliefert werden, alle anderen internationalen über TLS. Da Emirates nun zum nahen Osten gezählt wird, erfolgten die meisten Auslieferungen über XFW

In XFW wurden Rumpfsegmente produziert und es fand die Endausstattung statt.
Für letzters wurde extra ein neue Halle gebaut.
 https://www.sbp.de/projekt/airbus-a380-ausstattungsmontagehalle/

Da die Fertigungsrate des A380 nie die angestrebten Stückzahlen erreichte wurde ein Teil des für die A380 Produktion geplanten Platzes bereits für die A320 Produktion genutzt.

"In der Halle 214, eine von vier Endmontagen-Linien für die Schmalrumpfflugzeuge: Ursprünglich war der hohe Hangar für den Airbus A380 errichtet. Ab 2018 wurde hier die Produktion auf kleinere Jets umgestellt."
 https://www.stern.de/reise/follow-me/airbusse-am-laufenden-band--im-werk-in-hamburg-finkenwerder_9458518-9458514.html

Zur Zeit wird in Hamburg eine neue A320 Produktionsstrasse erichtet

"Grundsteinlegung für neue Montagehalle erfolgt. Mehr Platz für Produktion des Langstreckenmodells A321 XLR. Starkes Signal für Luftfahrtstandort"

 https://hamburg-news.hamburg/standort/airbus-baut-werk-hamburg-aus




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