Flug MS804
Älter als 7 Tage

Gutachten geht von Zigarette als Brandquelle aus

Egyptair Airbus A320
Egyptair Airbus A320, © Alec Wilson, CCBYSA

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PARIS - Der Absturz von Egyptair Flug 804 ins Mittelmeer liegt sechs Jahre zurück. Die Ermittlungsakte der französischen Flugunfallbehörde BEA ist trotz der langen Zeit weiter offen - die Kooperation mit Ägypten harzt. In einem Prozessgutachten legen sich Experten auf eine These fest.

Paris, 18. Mai 2016: Egyptair 804 nach Kairo ist nur schwach gebucht, gerade einmal 56 Passagiere finden sich kurz vor Mitternacht neben der zehnköpfige Crew am Gate ein.

Gegen 2:30 Uhr reißt der Radarkontakt abrupt ab, der Airbus A320 ist aus dem Reiseflug ins Lavantinische Meer gestürzt. Keiner der Insassen überlebt.

Ermittlungen ergeben ein Feuer als wahrscheinliche Absturzursache - das Flugzeug sei "großer Hitze" im Bugbereich ausgesetzt gewesen und vermutlich noch in der Luft zerbrochen, verlautete aus dem Umfeld der gemeinsamen Untersuchungskommission von Frankreich und Ägypten.

Die Ermittlungen laufen noch, sind aber in einem Patt gefangen: Ägypten verfolgte ursprünglich eine Anschlagstheorie. Frankreich vermutete ein iPad im Cockpit als Brandquelle.

Sauerstoffleck im Cockpit

Ein Gutachten zu Flug 804 in einem laufenden Strafermittlungsverfahren in Paris liefert eine ganz andere Erklärung für die Brandentwicklung: einer der Piloten soll im Cockpit eine Zigarette angezündet haben. Der Bericht liegt der Tageszeitung "Corriere Della Sera" vor.

Die Ausbreitung des Feuers wurde laut Gutachten durch eine Wartungspanne begünstigt. Techniker von Egyptair hatten im Airbus am 16. Mai die Sauerstoffmasken im Cockpit ausgetauscht. Die Masken sollen im Flug aktiv gewesen sein - so strömte umbemerkt Sauerstoff in hoher Konzentration ins Cockpit.
© aero.de | Abb.: Alec Wilson, CCBYSA | 29.04.2022 07:49

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Beitrag vom 29.04.2022 - 10:56 Uhr
Um bewerten zu können, ob das Anzünden der Zigarette "menschliches Versagen war, müsste man zunächst wissen, ob bei Egyptair das Rauchen im Cockpit verboten ist. Gibt durchaus Airlines bei denen dies nicht der Fall ist. Und per se bestünde dadurch auch nicht zwingend ein sofortiges Brandrisiko. In Kombination mit einem unbemerkten Sauerstoffleck wäre es aber natürlich mehr als ungünstig.

Laut mehreren Quellen war zum damaligen Zeitpunkt das Rauchen bei Egyptair im Cockpit noch erlaubt, mittlerweile allerdings nicht mehr.
Beitrag vom 29.04.2022 - 09:47 Uhr
Normalerweise sollte der Sauerstoff erst fließen, wenn die Maske aus der Halterung genommen, oder der Testknopf gedrückt wird.
Ohne genauer zu wisse, wo in diesem Fall der Fehler lag / das Leck entstanden ist, ist es schwer zu sagen, wie und wie lange da Sauerstoff ausgeströmt ist.
Beitrag vom 29.04.2022 - 09:38 Uhr
Wie funktioniert denn die Aktivierung der Masken? Zwischen Austausch Maske und Unfall lagen ja immerhin zwei Tage. Solange wird da ja wahrscheinlich nichts ausgeströmt sein.


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