TOULOUSE - Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus kann auch in diesem Jahr nicht so viele neue Jets ausliefern wie geplant. Wegen Problemen an Rumpfteilen eines Zulieferers für die Modellfamilie A320 dürften statt 820 insgesamt nur 790 Passagierjets den Weg zu den Kunden finden, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch in Toulouse mit.
An seinen Finanzzielen für 2025 hält Vorstandschef Guillaume Faury aber fest: So soll der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) wie gehabt rund sieben Milliarden Euro erreichen.
Schon im vergangenen Jahr hatte der Flugzeughersteller sein ursprüngliches Auslieferungsziel kappen müssen: Statt der ursprünglich angepeilten 800 Maschinen übergab Airbus nur 766 Maschinen an die Kunden.
Wie viele Jets der Hersteller im November ausgeliefert hat, will er an diesem Freitag mitteilen. Im Oktober hatte Airbus 78 Flugzeuge ausgeliefert.
Airbus ist gerade mit einem Qualitätsproblem an Rumpfteilen des Bestsellers A320eo konfrontiert.. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend unter Berufung auf eine ihr vorliegende Unternehmenspräsentation berichtetet, seien 168 der betroffenen Flugzeuge im Einsatz.
Insgesamt belauft sich die Zahl der Maschinen, die überprüft werden müssten, demnach auf 628. 460 Jets befänden sich also ohnehin noch in der Fertigung, wurden also noch nicht an Kunden ausgeliefert.
Eine Airbus-Sprecherin wollte diese Zahlen auch am Mittwoch nicht bestätigen. Allerdings gebe es nicht an allen identifizierten Rumpfteilen Handlungsbedarf, schrieb sie. Zudem sinke die Zahl der möglicherweise betroffenen Flugzeuge von Tag zu Tag, da Airbus mit den Überprüfungen vorankomme. Wie viele Jets der Hersteller im November ausgeliefert hat, will er an diesem Freitag mitteilen.
Derweil sind die Auftragsbücher von Airbus prall gefüllt: Ende September saß der Hersteller auf Bestellungen über 8.665 Passagier- und Frachtjets. Gemessen an den derzeitigen Produktionsraten reicht der Auftragsbestand rein rechnerisch über fast elf Jahre.
Am stärksten gefragt sind die Jets der A320-Familie in ihrer seit rund zehn Jahren gebauten Neuauflage A320neo. Faury will die Produktion der Reihe deshalb bis 2027 auf monatlich 75 Maschinen hochfahren. Mit mehr als 12.000 ausgelieferten Exemplaren ist die A320 die meistgebaute Flugzeugfamilie der Welt und hat damit die 737-Jets des kriselnden Herstellers Boeing aus den USA überholt.
© dpa, aero.de | Abb.: Airbus | 03.12.2025 08:07
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Beitrag vom 05.12.2025 - 13:22 Uhr
Nun, eine wirkliche Überraschung ist das nicht. Eher sollte man es als Erreichen eines extrem ehrgeizigen Zieles werten, sollten angesichts der derzeitigen allgemeinen Umstände tatsächlich 790 Maschinen per anno von Airbus ausgeliefert werden. - Manchmal vermittelt sich einem jedenfalls von außen der Eindruck, als wolle Herr Faury zuweilen mehr, als die Möglichkeiten des Marktes selbst im maximalen Fall hergeben.
Auch Herr Faury wird sich bewusst sein, welche Reaktionen ein Nicht-Erreichen bzw. eine Reduzierung des Auslieferungsziels für Airbus auslösen und daher nicht leichtfertig unrealistische Ziele verkünden. Ich denke die gerade bekannt gewordenen Rumpfprobleme beim A320 sind Ursache für diese Anpassung, über 400 Maschinen in der Produktion überprüft man nicht zusätzlich ohne dass dies Auswirkungen auf die Fertigstellung hat.
Ich bin weit davon entfernt, die Fachkompetenz von Herrn Faury in Frage stellen zu wollen. Nur: Es passiert jetzt wiederholt, dass Herr Faury öffentlich ein Jahres-Auslieferungsziel verkündet, bei dem praktisch alle Expertinnen und Experten nur mit dem Kopf schütteln - und Herr Faury muss dann kurz vor Jahresende "zurückrudern" und bekannt geben, dass das Ziel unterboten wird. Das ist mithin kein singuläres aktuelles Phänomen. Eher scheint es mir so zu sein, als wäre das eine Managementmethode von Herrn Faury, um konzern-intern Druck auf die Produktion aufzubauen. Aber das ist meine persönliche Wahrnehmung und Interpretation. Das wiederholte Unterschreiten enorm hoch gesetzter und sich dann als zu hoch gesetzt erweisender Auslieferungsziele dagegen nicht - das sind nachprüfbare Zahlen.
Dieser Beitrag wurde am 05.12.2025 13:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.12.2025 - 21:39 Uhr
Nun, eine wirkliche Überraschung ist das nicht. Eher sollte man es als Erreichen eines extrem ehrgeizigen Zieles werten, sollten angesichts der derzeitigen allgemeinen Umstände tatsächlich 790 Maschinen per anno von Airbus ausgeliefert werden. - Manchmal vermittelt sich einem jedenfalls von außen der Eindruck, als wolle Herr Faury zuweilen mehr, als die Möglichkeiten des Marktes selbst im maximalen Fall hergeben.
Auch Herr Faury wird sich bewusst sein, welche Reaktionen ein Nicht-Erreichen bzw. eine Reduzierung des Auslieferungsziels für Airbus auslösen und daher nicht leichtfertig unrealistische Ziele verkünden. Ich denke die gerade bekannt gewordenen Rumpfprobleme beim A320 sind Ursache für diese Anpassung, über 400 Maschinen in der Produktion überprüft man nicht zusätzlich ohne dass dies Auswirkungen auf die Fertigstellung hat.
Beitrag vom 03.12.2025 - 13:39 Uhr
Nun, eine wirkliche Überraschung ist das nicht. Eher sollte man es als Erreichen eines extrem ehrgeizigen Zieles werten, sollten angesichts der derzeitigen allgemeinen Umstände tatsächlich 790 Maschinen per anno von Airbus ausgeliefert werden. - Manchmal vermittelt sich einem jedenfalls von außen der Eindruck, als wolle Herr Faury zuweilen mehr, als die Möglichkeiten des Marktes selbst im maximalen Fall hergeben.
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Auch Herr Faury wird sich bewusst sein, welche Reaktionen ein Nicht-Erreichen bzw. eine Reduzierung des Auslieferungsziels für Airbus auslösen und daher nicht leichtfertig unrealistische Ziele verkünden. Ich denke die gerade bekannt gewordenen Rumpfprobleme beim A320 sind Ursache für diese Anpassung, über 400 Maschinen in der Produktion überprüft man nicht zusätzlich ohne dass dies Auswirkungen auf die Fertigstellung hat.
Ich bin weit davon entfernt, die Fachkompetenz von Herrn Faury in Frage stellen zu wollen. Nur: Es passiert jetzt wiederholt, dass Herr Faury öffentlich ein Jahres-Auslieferungsziel verkündet, bei dem praktisch alle Expertinnen und Experten nur mit dem Kopf schütteln - und Herr Faury muss dann kurz vor Jahresende "zurückrudern" und bekannt geben, dass das Ziel unterboten wird. Das ist mithin kein singuläres aktuelles Phänomen. Eher scheint es mir so zu sein, als wäre das eine Managementmethode von Herrn Faury, um konzern-intern Druck auf die Produktion aufzubauen. Aber das ist meine persönliche Wahrnehmung und Interpretation. Das wiederholte Unterschreiten enorm hoch gesetzter und sich dann als zu hoch gesetzt erweisender Auslieferungsziele dagegen nicht - das sind nachprüfbare Zahlen.
Dieser Beitrag wurde am 05.12.2025 13:23 Uhr bearbeitet.
Auch Herr Faury wird sich bewusst sein, welche Reaktionen ein Nicht-Erreichen bzw. eine Reduzierung des Auslieferungsziels für Airbus auslösen und daher nicht leichtfertig unrealistische Ziele verkünden. Ich denke die gerade bekannt gewordenen Rumpfprobleme beim A320 sind Ursache für diese Anpassung, über 400 Maschinen in der Produktion überprüft man nicht zusätzlich ohne dass dies Auswirkungen auf die Fertigstellung hat.