F/A-18
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Boeing stellt die Super Hornet ein

Boeing F-18
Boeing F-18, © Boeing

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ST. LOUIS - Seit dem Kino-Blockbuster Top Gun Maverick hat wohl kein Militärflugzeug eine größere Fangemeinde als die F/A-18 Super Hornet. Doch jetzt hat Hersteller Boeing ihr Ende verkündet. 2025 soll Schluss sein, nach mehr als 2.000 gefertigten Hornets, Super Hornets and EA-18G Growlers und 40 Jahren Produktionszeitraum.

76 Flugzeuge aus einem Auftrag der U.S. Navy muss Boeing noch ausliefern. Die Übergabe des letzten Jets an die US-Marine ist für 2025 vorgesehen - danach will der Luft- und Raumfahrtkonzern die Produktion der F/A-18 einstellen.

Boeing produziert die F/A-18 in seinem Werk in St. Louis. Die 1.500 Mitarbeiter, die dort bislang mit der Fertigung der Super Hornet beschäftigt waren, könnten nach Angaben Boeings in anderen Militärflugzeugprogrammen unterkommen.

In St. Louis arbeitet der Luft- und Raumfahrtkonzern auch an dem T-7A Jet-Trainer Red Hawk und dem autonomen Betankungsflugzeug MQ-25 Stingray, das von Flugzeugträgern der U.S. Navy aus eingesetzt werden soll. Der Flugzeughersteller plant außerdem, die Kapazitäten in den nächsten fünf Jahren auszubauen.

Boeing will in St. Louis drei neue Anlagen für hochentwickelte bemannte und unbemannte Flugzeuge errichten. Welche Flugzeuge dort dann gebaut werden sollen, wollte Boeing nicht preisgeben. Eine Sprecherin wies jedoch darauf hin, dass das Unternehmen an geheimen Programmen für die US-Regierung arbeitet und die Forschungsabteilung Phantom Works in der Region betreibt.

Entwicklung von McDonnell Douglas

Ursprünglich war die F/A-18 in den 1970er Jahren von McDonnell Douglas entwickelte worden und sollte für die US-Marine als Luft-Luft- und Luft-Boden-Kampfflugzeug Jets wie die McDonnell Douglas F-4 Phantom II und die Vought A-7 Corsair II ersetzen. 1983 wurde sie in den aktiven Militärdienst aufgenommen.

Die Hornet war das erste Flugzeug mit Kohlefaserflügeln. Die aktualisierte, unter anderem mit stärkeren Triebwerken ausgestattete F/A-18E/F Super Hornet absolvierte ihren Erstflug 1995. 1997 schluckte der Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing McDonnell Douglas in einer Fusion.

Seitdem war die F/A-18 ein wesentlicher Bestandteil von Boeings Verteidigungsportfolio. 2005 lieferte der Konzern die ersten Exemplare der Block II Super Hornet aus. Die derzeit produzierten Flugzeuge entsprechen dem aktuellen Block-III-Standard.

Deren Verkäufe waren in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Potenzielle Kunden – darunter Kanada und Deutschland – entschieden sich mehr und mehr für das fortschrittlichere Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug F-35 Lightning II von Lockheed Martin. Seit 2021 wollte selbst die U.S. Navy mit Verweis auf das Alter des Musters keine F/A-18 mehr bestellen.

Indien als Retter der Super Hornet

Nur Indien kann die Super Hornet jetzt noch retten. Seine Marine hatte zuletzt die Anschaffung der F/A-18F als Trägerflugzeug erwogen. Konkurrent der Super Hornet um den Auftrag ist die Rafale M von Dassault. Insidern zufolge ist eine Entscheidung zugunsten des französischen Herstellers wahrscheinlicher.

Sollte die indische Marine dennoch die F/A-18 wählen, könnte Boeing die Produktion nochmals bis 2027 fortsetzen.
© FLUG REVUE - Christof Brenner | Abb.: USAF | 25.02.2023 14:41


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