Mondmission
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"Sicher, dass ein deutscher Astronaut dabei sein wird"

Matthias Maurer
Matthias Maurer, © Esa

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KOUROU - Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer verfolgte in Kourou den Start der Jupiter-Sonde. Ihn selbst reizt eher ein anderes Ziel. Im Gespräch mit der "Flug Revue" zeigt Maurer Zuversicht für ein deutsches Ticket für die Mondmission Artemis - und für einen dauerhaften Außenposten auf dem Mond.

Die vorletzte Ariane 5 mit der ESA-Sonde JUICE (JUpiter ICy Moons Explorer) ist auf dem Weg zum Jupiter.

An der Startrampe in Kourou weilte auch der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer. "Als Astronaut liebe ich Exploration. JUICE führt gewissermaßen dort weiter, wo unsere Arbeit endet", sagt der 53-Jährige im Gespräch mit der FLUG REVUE.

Maurer absolvierte seine erste Langzeitmission auf der ISS von November 2021 bis Mai 2022. In dieser Zeit führte er mehr als 100 Experimente in der Mikrogravitation durch.

Sein nächstes Wunschziel: der Mond. Unrealistisch ist das nicht, denn Maurer und seine ESA-Kollegen Alexander Gerst (Deutschland), Thomas Pesquet (Frankreich), Samantha Cristoforetti (Italien), Luca Parmitano (Italien) und Andreas Mogensen (Dänemark) sind mögliche Kandidaten für einen Mitflug zum Mond im Rahmen der Artemis-Missionen der NASA.

Allerdings gibt es vorerst nur drei gesicherte Plätze, definitiv für Artemis IV (geplant für 2028) und Artemis V (2029). Der Zeitplan für den dritten Mitflug steht noch nicht fest.

"Ich bin sicher, dass ein deutscher Astronaut dabei sein wird", sagt Maurer. "Alex und ich geben unser Bestes." Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: "Jedem von uns wurden schließlich zwei Flüge versprochen." Alexander Gerst war bereits zwei Mal auf der ISS. Sollte er dennoch Gerst den Vortritt lassen müsste, sieht Maurer noch immer Chancen auf einen späteren Flug zum Mond.

Das Ziel sei ja nicht, nur einen europäischen Fußabdruck auf dem Erdtrabanten zu hinterlassen. "Wir wollen auf dem Mond wissenschaftliche Arbeit betreiben."

Maurer schwebt für die Zukunft eine dauerhaft bemannte Station auf dem Mond vor, ähnlich wie die Neumayer-Station in der Antarktis. So könne man lernen, wie man autark auf dem Mond lebe und geschlossene Kreisläufe etabliere. Beispielsweise wie man aus Mondstaub Gebäude herstelle, Sauerstoff, Wasser und schließlich auch Treibstoff erzeuge.

"Wenn wir das schaffen, haben wir sehr viele Fragen gelöst, die sich auch auf der Erde stellen", sagte Maurer.

Bemannte Starts von Kourou?

Ob Astronauten auch eines Tages von Kourou aus zum Mond oder wenigstens in den niedrigen Erdorbit fliegen werden? "Dafür setzen Alex und ich uns ein", sagt Maurer. Der einzige Staat, der in dieser Frage zaudere, sei Deutschland. "Deutschland fehlt die Vision. Dabei könnte die Raumfahrt absolut positive Impulse für die Zukunft setzen."

Im November wird eine Vorentscheidung zu diesem Thema beim Space Summit der ESA erwartet. Bis dahin wollen Maurer und Gerst die politischen Entscheidungsträger in Deutschland davon überzeugen, dass die Investition in die Entwicklung eigener astronautischer Transportkapazitäten ins All sinnvoll ist.
© FLUG REVUE - Ulrike Ebner | Abb.: ESA | 16.04.2023 08:16


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