Handel mit Fake-Ersatzteilen
Älter als 7 Tage

AOG-Chef muss fast fünf Jahre in Haft

CFM56
CFM56, © Safran

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LONDON - AOG Technics bringt im großen Stil Fake-Ersatzteile für CFM56-Triebwerke in Umlauf - der Skandal um die britische Drei-Mann-Firma hält im Sommer 2023 die Luftfahrtszene in Atem. Der Geschäftsführer muss lange in Haft.

AOG Technics hat Kunden zwischen 2019 und 2023 mit nachgeahmten Originalteil-Bescheinungen für CFM56- und CFM6-Ersatzteile getäuscht.

Nach einem Schuldspruch im Dezember 2025 steht jetzt das Strafmaß für AOG Technics Geschäftsführer Jose Z. (38) fest. Der Southwark Crown Court verurteilte Z. zu 4 Jahren und 8 Monaten Haft, teilte das britische Serious Fraud Office (SFO) am Montag in London mit.

Z. drohten sogar bis zu zehn Jahre Gefängnis, er hatte aber vor Gericht eingeräumt, Unterlagen zu "Quellen, Status und Zustand" von Teilen gefälscht zu haben.

Laut Ermittlern erzielte AOG Technics innerhalb von nur vier Jahren 7,7 Millionen britische Pfund Umsatz, "zu 90 Prozent mit Betrug". Das SFO spricht von einem ausgeklügeltem System, in dem Z. sogar "Mitarbeiter erfunden" habe - Kunden hätten E-Mails von Vertriebs- und Qualitätsmanagern erhalten, die es tatsächlich nicht gab, "um den Anschein einer seriösen Firma zu erwecken".

Der Teileskandal um AOG Technics hielt Airlines und Aufsichtsbehörden im Sommer 2023 weltweit in Atem. AOG hatte unter anderem Buchsen für CF6-Triebwerke von Boeing 767, 747 und Airbus A330 mit gefälschten Lufttüchtigkeitszertifikaten und ohne Genehmigung des Triebwerksherstellers verkauft-

Für das CFM56 gerieten ebenfalls unzertifizierte Buchsen und Verbindungsstücke in Umlauf. An zahlreichen Airbus A320 und Boeing 737 mussten Techniker Seriennummer der Ersatzteile checken.
© aero.de | 24.02.2026 06:56

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Beitrag vom 26.02.2026 - 08:08 Uhr
Was mich aber auch interessieren würde: Ist durch die nicht zertifizierten Teile jemals etwas passiert? Wahrscheinlich nicht, sonst wäre die Strafe wohl höher ausgefallen.

Die FAA nimmt an, dass es zwischen 1973-1993 bei 166 Unfällen und schweren Vorfällen in der Luftfahrt gefälschte/nicht zertifizierte Teile eine Rolle gespielt haben. Ist lange her, wird aber auch heute nicht besser bzw. risikoloser geworden sein, fürchte ich. Man ging im Jahr 2000 davon aus, dass 2% aller angebotenen Teile nicht zertifiziert, gefälscht oder über Ihrer Laufzeit waren.

Die Sache ist natürlich ein zweischneidiges Schwert: Ein Pfennigartikel wie ein Glühbirnchen kostet, wenn es zertifiziert ist, schonmal 5 oder 6 Dollar, da kann ein Einkäufer schonmal schwach werden. Und es ist natürlich auch ein Unterschied, ob es um flugsicherheitsrelevante Teile oder z.B. das o.g. Glühbirnchen geht. Bei Ersatzteilen für Triebwerke dürfte es aber immer sicherheitsrelevant sein.
Beitrag vom 24.02.2026 - 14:44 Uhr
Was mich aber auch interessieren würde: Ist durch die nicht zertifizierten Teile jemals etwas passiert? Wahrscheinlich nicht, sonst wäre die Strafe wohl höher ausgefallen.

Die Sache ist natürlich ein zweischneidiges Schwert: Ein Pfennigartikel wie ein Glühbirnchen kostet, wenn es zertifiziert ist, schonmal 5 oder 6 Dollar, da kann ein Einkäufer schonmal schwach werden. Und es ist natürlich auch ein Unterschied, ob es um flugsicherheitsrelevante Teile oder z.B. das o.g. Glühbirnchen geht. Bei Ersatzteilen für Triebwerke dürfte es aber immer sicherheitsrelevant sein.
Beitrag vom 24.02.2026 - 14:40 Uhr
Nichts passiert aber 5 Jahre Haft. OK.
2 MAX-Abstürze und niemand haftbar. Nicht OK.


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