Saudischer Milliardenauftrag
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Airbus-Chef kritisiert deutsches Nein zu Eurofighter-Export

Eurofighter Quadriga
Eurofighter Quadriga, © Airbus

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PARIS - Saudi-Arabien hat vor fünf Jahren 48 Eurofighter nachbestellt. Die Bundesregierung hat wegen der saudischen Beteiligung am Jemenkrieg einen Exportstopp verhängt. Die deutsche Blockadehaltung sorgt nicht nur beim britischen Partner für Verstimmung. Kritik kommt auch von Airbus.

Saudi-Arabien verfügt über 72 Eurofighter Typhoon - und will mehr. Bei der 2018 geschlossenen Verabredung für eine Nachlieferung von 48 Eurofighter der neuesten Generation steht Berlin auf der Bremse.

"Das ist für das Eurofighter-Programm ebenso problematisch, wie für Deutschlands Ruf als Exportnation", kritisierte Airbus-Chef Guillaume Faury das Berliner Nein diese Woche ungewöhnlich scharf.

Die an dem Programm beteiligten Partnerstaaten Großbritannien mit BAE Systems und Italien mit Leonardo würden liefern. Auch im Airbus-Land Spanien steht dem Deal nichts entgegen.

Die Jets für Saudi-Arabien werden im Vereinigten Königreich gebaut, Deutschland hat mit rund 30 Prozent Programmanteil aber einen großen Hebel: Airbus baut Teile der Rumpfstruktur in Augsburg und Manching, MTU ist am Triebwerk beteiligt.

"Schwierige Lage"

Die Blockadehaltung der Bundesregierung bringe das internationale Projekt "in eine schwierige Lage", sagte Faury. Airbus richte wie die Partnerstaaten eine "klare Erwartung" an Berlin zur Kursänderung und Freigabe der Eurofighter-Tranche zur Lieferung an Saudi-Arabien.

Die britische Regierung hatte zuletzt einen Ausschluss deutscher Teile aus dem Auftrag ins Spiel gebracht. Um die Lieferungen voranzubringen, soll die britische Industrie die fehlenden Komponenten im Zweifel selbst bauen - das deutsche Nein wäre damit ausgehebelt.
© aero.de | Abb.: Airbus | 11.11.2023 07:45

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Beitrag vom 12.11.2023 - 08:45 Uhr

Es ist denke ich, Allen klar, dass es bei den genannten Konflikten viele Beteiligte und noch mehr unterschiedliche Interessen gibt. Das ist doch gerade der Grund warum es keine Waffen an Kriegsbeteiligte geben darf.


Man kann Terror natürlich mit "unterschiedlichen Interessen" rechtfertigen bzw. verharmlosen

Man kann auch jeden Konflikt/Krieg als "Operation gegen den Terror" bezeichnen und somit zu rechtfertigen versuchen.
Stimmt auch nur manchmal, hier halt nicht.

aber zum einen braucht man dann nicht mehr mit "aber die Menschenrechte" zu kommen und zum anderen kann so leicht eine Eskalationsspirale welche vor der eigenen Haustür endet in Gang gesetzt werden.

Meine Heimatstadt wurde schon mal von palestinensischen Terroristen besucht und ich würde es begrüßen wenn deinem Ort dieses Schicksal erspart bleiben würde.

Im Jemen kämpft S-A nicht gegen Terroristen, schon gar nicht gegen palästinensische.
S-A hat sich militärisch von außen in einen im Jemen laufenden Bürgerkrieg zugunsten einer Kriegspartei eingemischt.
Mittlerweile läuft im Jemen der klassische Kampf Sunniten/Whabiten gegen Schiiten. Moslems gegen vermeintliche "falschgläubige" Moslems.
Also genau die Art Religionskrieg, die weltweit die meisten Opfer fordert, von denen aber die meisten nicht in der westlichen Presse landen.

Falls Fakten von Interesse sind:  https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/gastbeitrag/2019/hintergrundanalyse-jemen-konflikt

Es sollte klar sein, warum deutsche Waffen nicht in diesen Konflikt geliefert werden sollten.

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2023 08:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.11.2023 - 22:25 Uhr

Es ist denke ich, Allen klar, dass es bei den genannten Konflikten viele Beteiligte und noch mehr unterschiedliche Interessen gibt. Das ist doch gerade der Grund warum es keine Waffen an Kriegsbeteiligte geben darf.


Man kann Terror natürlich mit "unterschiedlichen Interessen" rechtfertigen bzw. verharmlosen aber zum einen braucht man dann nicht mehr mit "aber die Menschenrechte" zu kommen und zum anderen kann so leicht eine Eskalationsspirale welche vor der eigenen Haustür endet in Gang gesetzt werden.

Meine Heimatstadt wurde schon mal von palestinensischen Terroristen besucht und ich würde es begrüßen wenn deinem Ort dieses Schicksal erspart bleiben würde.
Beitrag vom 11.11.2023 - 18:12 Uhr
Die Blockadehaltung der Bundesregierung bringe das internationale Projekt "in eine schwierige Lage", sagte Faury.

Gar nicht mal - ausser man hat vor, einen Exportstopp zu umgehen.

Airbus richte wie die Partnerstaaten eine "klare Erwartung" an Berlin zur Kursänderung und Freigabe der Eurofighter-Tranche zur Lieferung an Saudi-Arabien.

Wag the dog? Wieso meint eine kommerzielle Firma, Grundsätze der deutschen Aussenpolitik bestimmen zu können?

Wer Waffen in Deutschland kaufen will, sollte damit keinen Krieg anfangen. Punkt.
Und wer als Partner mit Deutschland Waffen entwickelt, kennt diese aus der deutschen Geschichte herrührenden Grundsätze deutscher Waffenexporte auch.

Die deutsche Regierung sollte Herrn Faury mal klar machen, wo sein Platz und der seiner Firma ist.


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