737-MAX-Probleme
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Boeing-Auslieferungen stagnieren im Oktober

Boeing 737 MAX 9
Boeing 737 MAX 9, © Boeing

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ARLINGTON - Die jüngsten Produktionsfehler beim Mittelstreckenjet 737 MAX halten die Auslieferungen des Flugzeugbauers Boeing weiter auf.

Im Oktober lieferte der Konzern insgesamt 34 Passagier- und Frachtjets aus und damit sieben mehr als im September, wie aus seiner am Dienstag veröffentlichten Monatsstatistik hervorgeht. Aus der 737-Reihe fanden 19 Jets den Weg zu ihren Abnehmern, eine Steigerung um vier Maschinen.

Boeing hat wegen der Produktionsmängel bereits sein Auslieferungsziel für dieses Jahr gekappt. Statt 400 bis 450 Jets der 737-Reihe dürften demnach nur 375 bis 400 Jets der 737-Reihe den Weg zu ihren Kunden finden. Von Januar bis Oktober waren es erst 305.

Boeing hatte Ende August mitgeteilt, dass sein Zulieferer Spirit Aerosystems unsachgemäß Löcher in das hintere Druckschott vieler Maschinen gebohrt hat, das für die Aufrechterhaltung des Luftdrucks in der Kabine wichtig ist.

Aus Sicht der US-Luftfahrtbehörde FAA stellt das Problem zwar kein Sicherheitsrisiko dar, Boeing-Mitarbeiter müssten an den betroffenen Flugzeugen jedoch jeweils hunderte Bohrlöcher überprüfen und instand setzen. Im April hatte Boeing wegen anderer Fertigungsmängel bei Spirit die Auslieferung des Flugzeugtyps sogar zeitweise aussetzen müssen.

Unterdessen holte Boeing im Oktober Bestellungen über 123 neue Passagier- und Frachtjets herein, musste aber auch 6 Stornierungen hinnehmen.
© dpa-AFX | 14.11.2023 20:03

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Beitrag vom 15.11.2023 - 19:47 Uhr
Boeing hat seit Jahren nun schon Probleme bei der Endmontage wo ein Fehler nach dem anderen auftaucht. Und nun ist es erneut erst sehr spät aufgefallen, dass Spirit die Rümpfe nicht nach vorgaben fertigt. Aufgefallen ist es auch nicht bei Boeing, sondern bei Spirit. Es entsteht nicht gerade der Eindruck, dass Boeing auch nur annähernd so etwas wie eine Wareneingangskontrolle hat obwohl dieser Missstand in der Vergangenheit sehr viel Geld gekostet hat. Man kann also nicht gerade von einer Lernkurve sprechen, auch nicht mit viel Optimismus. Deutlich wahrscheinlich ist, das Boeing heute noch die MAX weiter zusammenbauen würde wenn nicht bei Spirit falsche Bohrungen aufgefallen wären. Hier ist eine unabhängige Wareneingangskontrolle Pflicht, denn die Kunden haben später mit dem Endprodukt von Boeing ein Problem.
Boeing und die Mitarbeiten arbeiten absolut nicht in einem extrem kompetitiven Umfeld. Es gibt 2 Muster am Markt, eins ist ausverkauft. Wo ist nun da die Konkurrenz gegen die man sich durchsetzen muss? Nicht vorhanden. Nur so lässt sich auch erklären, dass Boeing mit der MAX in den Markt gegangen ist. Ein Flugzeug welches in vielerlei Hinsicht so heute keine Zulassung mehr bekommen würde und welches nun wirklich alles andere als Stand der Technik ist. Und obwohl die MAX in vielen Bereichen dem Neo deutlich unterlegen ist und zudem mit massiven Qualitätsproblemen zu kämpfen hat verkauft sich das Muster dennoch weil es schlicht verfügbar ist. Das dachte man zumindest. Southwest hat die MAX7 gewählt damit man alte 737 schneller ersetzen kann als mit dem A220. Nun ist die MAX7 dermaßen verspätet dass man mit A220 vermutlich keine Verzögerungen gehabt hätte und zudem das deutlich effizientere Muster der Konkurrenz überlässt.

Beitrag vom 15.11.2023 - 13:18 Uhr
Glauben Sie mir, ich bin von Natur aus kein Optimist. Wahrscheinlich haben Sie recht dass schnell etwas passieren muss. Aber Panik ist keine Lösung. Sie schreiben, Boeing hätte nichts dazu gelernt. Können Sie genauer werden? In welcher Hinsicht und was könnte oder sollte man anders machen? Dass Boeing und Mitbewerber in einem extrem kompetitiven Umfeld arbeiten müssen steht außer Frage. Es ist eher eine Lose-lose als win-win Situation. Wie kann man das ändern so dass möglichst alle effektiv, ökonomisch und ökologisch arbeiten können und ihren fairen Anteil bekommen?
Beitrag vom 15.11.2023 - 12:53 Uhr
Ich denke, die meisten lesen hier eine negative Schlagzeile. Hier ist aber eine gute Nachricht versteckt: man kann das auch so deuten, dass Boeing erkannt hat dass durch zu schnelles Wachstum, zu hohe Produktion, die Qualität leidet. Somit ist es richtig zu reagieren und Geschwindigkeit zu Gunsten der Qualität zu opfern. Ist auch gut so, der Endkunde will ja keine schlechte Ware annehmen. Dafür kann man die Boeing Jungs (und Mädchen?) loben und daraus Lektion und Nutzen ziehen. 👍

Na, Ihren Optimismus möchte ich haben. Heute die Rosarote Brille aufgesetzt. An diesen Nachrichten ist nun wirklich nicht positives, im Gegenteil. Es zeigt, dass Boeing überhaupt nicht dazugelernt hat. Die müssen ständig Ihrer Lieferziele nach unten korrigieren weil es eben immer noch keine wirkliche Qualitätssicherung bei Boeing gibt. Man macht weiter wie bisher, man Flickschustert da herum und korrigiert die Fehler der Zulieferer während der Montage. Und solche gravierenden Fehler fallen dort erst auf, also schon Zug Rümpfe mit dem selben Fehler eingebaut wurden.
Wenn Boeing nicht bald daraus lernt und umstellt, wird es keine Zukunft mehr geben.


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