EU-Auflagen
Älter als 7 Tage

Easyjet und Volotea sollen Lufthansa-Drehkreuze anfliegen

Volotea Airbus A319
Volotea Airbus A319, © Airbus

Verwandte Themen

FRANKFURT - Wer zuckt zuerst? Die Verhandlungen zwischen Lufthansa und EU-Kommission zu ITA Airways sind auf der Zielgeraden. Strittig war zuletzt, wie tief Lufthansa ITA Airways in ein Joint Venture für die Langstrecke integrieren darf. Das Thema Europa scheint hingegen weitgehend geregelt.

Carsten Spohr rechnet  bei der ITA-Übernahme zeitnah mit einem Signal der EU-Kommission. Das sagte der Lufthansa-Chef diese Woche am Rande der IATA-Jahreskonferenz in Dubai.

Noch ist der Knoten nicht zerschlagen - EU-Kommissarin Margrethe Vestager soll bei Langstrecken auf eine Erweiterung des Verpflichtungspakets pochen.

Lufthansa will ITA Airways in das lukrative Transatlantik-Joint-Venture A++ mit Air Canada und United einspannen, der EU-Kommission ist das suspekt. Vestagers Behörde fürchtet höhere Ticketpreise für Passagiere auf Langstrecken aus Italien in die Vereinigten Staaten.

"Meine Verantwortung in diesem Prozess besteht darin, dass der Verbraucher am Ende des Tages immer noch Auswahl und erschwingliche Tarife hat", sagte Vestager gerade der Tageszeitung "Corriere Della Sera". "Wir haben festgestellt, dass dies auf einigen Märkten infolge des ITA-Lufthansa-Deals nicht mehr der Fall sein könnte."

Beim Thema Europaverkehr zeichnet sich hingegen ein Kompromiss ab. "Il Sole 24 Ore" meldet unter Berufung auf Kreise, dass die spanische Fluggesellschaft Volotea und der britische Billigflieger Easyjet für eine Übernahme von Lufthansa- und ITA-Slots in Mailand-Linate und Rom-Fiumicino vorgemerkt sind.

Schwerpunkt auf Hub-Strecken

Die neuen Wettbewerber sollen für Preiskonkurrenz sorgen - und Monopollinien des Lufthansa-Konzerns verhindern. Das gilt in besonderem Maße für Anbindungen an die Lufthansa-Drehkreuze außerhalb Italiens. Lufthansa hat in Brüssel ein Konzeptpapier hinterlegt, dass die Freigabe von 15 bis 17 Slotpaaren an den Flughäfen vorsehe.

Laut Bericht sind diese Slots mit konkreten Strecken verknüpft, die Lufthansa für den Wettbewerb öffenen wird: Mailand-Linate nach Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Brüssel und Wien und Rom-Fiumicino nach Frankfurt, München, Brüssel, Zürich und Wien.
© aero.de | Abb.: Airbus | 07.06.2024 06:26

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 07.06.2024 - 17:50 Uhr
Linate ist aber kein Drehkreuz, eher P2P.

Mir ging es auch eher um die Ziele. Wenn ich mir die Liste so anschaue:

Mailand-Linate nach Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Brüssel und Wien

Da sind nur Hamburg und Düsseldorf keine Hubs

Rom-Fiumicino nach Frankfurt, München, Brüssel, Zürich und Wien.

Das sind alles Hubs der LH Airlines

Wer soll das denn wirklich aufziehen und das ganze gewinnbringend?

Easy ist ja auch schon da. Wie ich es verstanden habe übernehmen die nur für einen bestimmten Zeitraum bestimmte Strecken zu regulierten Bedingungen. Die Idee ist wohl, dass man danach in bestimmten Märkten etabliert ist und man es wieder den Märkten überlässt, sich zu regulieren.

Diese Regulierung hat doch bis jetzt dafür gesorgt, dass auf den Strecken am Ende quasi nur noch einer übergeblieben ist. Das finde ich recht optimistisch, dass sich da jetzt quasi auf Zwang etwas dran ändern soll/wird
PM dazu
Beitrag vom 07.06.2024 - 16:06 Uhr
Linate ist aber kein Drehkreuz, eher P2P.

Mir ging es auch eher um die Ziele. Wenn ich mir die Liste so anschaue:

Mailand-Linate nach Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Brüssel und Wien

Da sind nur Hamburg und Düsseldorf keine Hubs

Rom-Fiumicino nach Frankfurt, München, Brüssel, Zürich und Wien.

Das sind alles Hubs der LH Airlines

Wer soll das denn wirklich aufziehen und das ganze gewinnbringend?

Easy ist ja auch schon da. Wie ich es verstanden habe übernehmen die nur für einen bestimmten Zeitraum bestimmte Strecken zu regulierten Bedingungen. Die Idee ist wohl, dass man danach in bestimmten Märkten etabliert ist und man es wieder den Märkten überlässt, sich zu regulieren.

Diese Regulierung hat doch bis jetzt dafür gesorgt, dass auf den Strecken am Ende quasi nur noch einer übergeblieben ist. Das finde ich recht optimistisch, dass sich da jetzt quasi auf Zwang etwas dran ändern soll/wird
Beitrag vom 07.06.2024 - 10:22 Uhr
Hat man da EasyJet und Volotea auch einbezogen in diese Entscheidung oder geht man nur dafür aus, dass die das machen würden?
Ja, das ist geklärt.
Bis jetzt haben doch alle eigentlich doch immer eher die Konkurrenz zur LH an den Drehkreuzen gescheut. Das ist doch auch jetzt schon vorherzusehen, dass das ein ruinöser Preiskampf wird, den dann am Ende die Lufthansa gewinnt. Was soll das also?
Linate ist aber kein Drehkreuz, eher P2P. Easy ist ja auch schon da. Wie ich es verstanden habe übernehmen die nur für einen bestimmten Zeitraum bestimmte Strecken zu regulierten Bedingungen. Die Idee ist wohl, dass man danach in bestimmten Märkten etabliert ist und man es wieder den Märkten überlässt, sich zu regulieren. Ob das klappt und Sinn macht... da scheiden sich die Geiseter. Scheint aber für die Beteiligten so ok zu sein.

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2024 10:23 Uhr bearbeitet.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 05/2024

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden