Tecnam P2006T
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OFD legt sich neue Flotte zu und baut Takt aus

Tecnam P2006T MarkII
Tecnam P2006T MarkII, © Tecnam

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EMDEN - Vom Festland aus sind es bis zu Deutschlands einziger Hochseeinsel in der Nordsee nur wenige Flugminuten. Doch die Helgoländer Flugzeugflotte ist in die Jahre gekommen, Ersatzteile sind zunehmend schwer zu beschaffen. Nun gibt es einige Änderungen in der Flotte - und im Netz.

Die Flotte der Inselflieger zu Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland wird modernisiert. Wie die Fluggesellschaft Ostfriesischer Flugdienst (OFD) mit Sitz im ostfriesischen Emden mitteilte, werden für die Linienflüge von und nach Helgoland künftig Flugzeuge vom Typ Tecnam aus Italien eingesetzt.

Diese Maschinen lösen die bislang eingesetzten Flieger vom Typ Britten-Norman Islander ab, die inzwischen in die Jahre gekommen sind und für die es nur noch schwer Ersatzteile gibt.

Die Inselflieger seien eine wichtige und nachgefragte Verbindung nach Helgoland, sagte eine OFD-Sprecherin. Für Insulaner und Gäste böten die Flieger im Vergleich zur Schiffsreise eine deutliche Zeitersparnis. 

Höhere Flug-Taktung geplant

Eingesetzt werden die neuen Flugzeuge auf den Strecken vom Flugplatz im niedersächsischen Spieka bei Nordholz und vom Flugplatz Heide-Büsum in Schleswig-Holstein von und nach Helgoland. Die Flieger haben Platz für bis zu drei Passagiere - und damit weniger als die bisher eingesetzten Maschinen. Die Taktung will der OFD mit den neuen Flugzeugen erhöhen. "Dies bedeutet für die Kunden flexiblere Möglichkeiten", hieß es in einer Mitteilung. Außerdem sollen die neuen Flugzeuge schneller und leiser sein.

Die Flugzeit beträgt jeweils etwa 20 Minuten. Auf dem Seeweg braucht etwa die Katamaran-Verbindung ab Cuxhaven 75 Minuten. Piloten haben laut der OFD bereits ihre Test- und Schulungsflüge mit den neuen Flugzeugen absolviert. Noch wartet die Fluggesellschaft auf eine Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes - diese soll bis spätestens Ende März vorliegen. 

Lange Wartezeit auf Ersatzteile

Bislang wurden die robusten Flugzeuge vom Typ Britten-Norman Islander für den Helgoland-Flugverkehr eingesetzt. Diese zweimotorigen Maschinen kommen gut mit vielen Starts und Landungen klar und liegen auch bei heftigem Wind gut in der Luft. Auch für den Verkehr zu anderen Nordseeinseln wird dieser Typ eingesetzt.

Laut dem OFD kam es bei dem Hersteller aber seit 2014 zu Engpässen. Zwischenzeitlich wurden gebrauchte Maschinen aus Neuseeland beschafft. Zuletzt gab es den Angaben zufolge lange Lieferzeiten für Ersatzteile. "Um diesen Einschränkungen nicht länger ausgeliefert zu sein, hat sich die OFD nun auf ein komplett neues Flugzeugmuster eingelassen."

Nachdem die Fluggesellschaft zunächst eine P2006T MarkII des Herstellers Tecnam zu Testzwecken angeschafft hatte, wurden nun noch zwei weitere Maschinen gekauft. Alle Flugzeuge sind am Flugplatz in Emden stationiert und sollen künftig von einer Luftwerft in den benachbarten Niederlanden gewartet werden. Zu der Investitionssumme waren keine Angaben bekannt.
© dpa, aero.de | Abb.: Tecnam | 16.02.2025 09:27

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Beitrag vom 17.02.2025 - 20:41 Uhr
Ui, kommerzieller Betrieb mit Rotax Motoren - das wird spannend. Die P2012 ist da mit 9 Pax Sitzen schon eher als Nachfolger für den Islander positioniert, aber auf Helgoland ist vermutlich die verfügbare Startrollstrecke der begrenzenden Faktor - 480m TORA auf der längsten Piste ist echt richtig kurz, und für die P2012 ganz schön knapp - die STOL Variante mit Continental Triebwerk könnte das gerade eben so, hätte aber keine Stop Margin mehr. Die reguläre Variante mit Lycosauriern braucht fast das doppelte der verfügbaren Startrollstrecke. Außerdem scheint die P2012 nicht Single Pilot zertifiziert zu sein, ein deutlicher Malus gegenüber der BN-2. Eine Kodiak wäre da wohl das sinnvollste Gerät (vergleichbare Pax Kapazität, single pilot, vergleichsweise hohe Reisegeschwindigkeit, extreme STOL Fähigkeiten, aber die lange Auskühlzeit des PT-6 macht kurze Umläufe fast unmöglich.
Beitrag vom 16.02.2025 - 18:45 Uhr
Vor allem verkaufen die Inselflieger (FLN) doch den Teil ihrer Flotte für Juist, da wären Maschinen aus der direkten Nachbarschaft verfügbar gewesen�
Beitrag vom 16.02.2025 - 18:44 Uhr
Sehe ich auch als kritisch an, bis zu 9 pax in den Islandern gegen nur 3 pax� dazu nicht mehr selber vor Ort warten etc. das hört sich alles suboptimal an.


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