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Heathrow-Ausbau soll 57 Milliarden Euro verschlingen

Heathrow approach
Heathrow Approach, © Heathrow Airport

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LONDON - Die britische Regierung stellt sich hinter Ausbaukonzepte für London-Heathrow. Eine dritte Start- und Landebahn und neue Terminals sollen das British-Airways-Drehkreuz in neue Sphären katapultieren. Billig wird das nicht: Heathrow kalkuliert mit umgerechnet bis zu 57 Milliarden Euro Kosten.

2024 schleuste der British-Airways-Knoten 83,9 Millionen Passagiere durch seine Terminals, Tendenz: steigend.

Mit absehbarem Wachstum kehren Pläne für den Bau einer dritten Start- und Landebahn zurück auf die Tagesordnung: London Heathrow pocht auf einen Ausbau - und erhielt im Januar 2025 wichtige Rückendeckung.

"Ich kann bestätigen, dass diese Regierung eine dritte Start- und Landebahn in Heathrow befürwortet", stellte sich die britische Finanzministerin Rachel Reeves Ende Januar öffentlichkeitswirksam hinter das Projekt. Pläne für einen dritten Runway im Nordwesten des Flughafenareals existieren seit 2019.

Aktuell wird der größte Londoner Flughafen bei 480.000 Flugbewegungen im Jahr abgeregelt. Eine dritte Start- und Landebahn, flankiert von weiteren Ausbaumaßnahmen, könnte die Systemkapazität von Heathrow nach neuen Schätzungen des Flughafenbetreibers "auf 756.000 Flugbewegungen und 150 Millionen Jahrespassagiere" hebeln.

Die Realisierung einer 3.500 Meter langen dritten Start- und Landebahn im Nordwesten des Areals werde rund 21 Milliarden Pfund kosten, teilte der Flughafenbetreiber am Freitag mit - sieben Milliarden Pfund mehr als 2019 veranschlagt.

Für einen Terminalneubau, das "T5X", setzt Heathrow 12 Milliarden Pfund an. Weitere 15 Milliarden Pfund sollen in die Modernisierung bestehender Infrastrukturen und eine Erweiterung des T2 fließen. Umgerechnet wird der privat finanzierte Ausbau damit bis zu 57 Milliarden Euro kosten.

Der dritte Runway soll binnen zehn Jahren betriebsbereit sein, die weiteren Bauten will das British-Airways-Drehkreuz auch über Folgedekaden stemmen.

British Airways will auf Wellen umstellen

British Airways befürwortet den Ausbau des Drehkreuzes. Die dritte Start- und Landebahn hätte abseits zusätzlicher Kapazität noch positiven Nebeneffekt auf British Airways - der Hauptnutzer könnte in Heathrow von einem rollierenden System auf ein effizienteres Hub-and-Spoke-Betriebsmodell umstellen.

"Eine dritte Start- und Landebahn könnte im Endeffekt die Art und Weise verändern, wie wir unser Netz planen", zitierte "Aviation Week" British Airways Strategiechef Neil Chernoff aus einer im Februar während einer Konferenz in Nassau gehaltenen Rede.

Im Hub-and-Spoke-Verfahren wechseln sich über den Flugtag Anflug- und Abflugwellen am Drehkreuz ab. "Das ist in Heathrow nicht darstellbar", sagte Chernoff. Über eine Piste wickelt der Flughafen permanent Starts ab, auf der anderen Landungen.

Dieser "konstante Betrieb" geht laut Chernoff auf, "weil London ein sehr großer Punkt-zu-Punkt-Markt ist", erschwert es British Airways aber "Konnektivität aufzubauen". Mit einer dritten Start- und Landebahn könnte die IAG-Airline "Ankünfte und Abflüge besser strukturieren, Verbindungen verbessern und das Netzwerk erweitern".
© aero.de | 01.08.2025 10:33

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Beitrag vom 04.08.2025 - 08:41 Uhr
Für das Geld bekäme man 2 Flughäfen auf der grünen Wiese.

Mit Sicherheit nicht im Großraum um London.

Stimme zu. Im Großraum London gibt es nicht mal eine grüne Wiese, die groß genug wäre. Die Infrastruktur-Dichte rund um London ist erstaunlich. Noch viel weniger wären die wenigen freien Flecken dort für einen Flughafen geeignet.

Meine Idee ging daher auch mehr in Richtung eines zusätzlichen Flughafens außerhalb des Großraum Londons.

Das ist letztendlich der gleiche Widerspruch den man in Frankfurt hat. Auf der einen Seite möchte man lokalen Bedarf einer Metropol-Region abdecken, auf der anderen Seite einen globalen Hub 24h am Tag mit möglichst wenig Einschränkungen betreiben.
Wenn ich mir FRA so anschaue, würde ich sagen, das läuft idR auf einen für alle Seiten unbefriedigenden Dauer-Kompromiss raus.

Also warum nicht 2 Flughäfen draus machen?
Aus strategischer Sicht einer neutralen, nationalen Verkehrsplanung hätte im Jahr 2000 das Modell 24h-Hub in Sperenberg statt des BER am aktuellen Standort durchaus Vorteile gehabt, es hätte aber natürlich die Verkehrsentwicklung der damals schon bestehenden Flughäfen eher in den Sinkflug geschickt...

Es gab 2014 eine Studie für einen Neubau mit 24h-Betrieb an der Themsemündung. Da wurden die Gesamtkosten inklusive Verkehrsanbindung und Entschädigung der Heathrow-Betreiber mit bis zu 120 Milliarden Pfund kalkuliert.

Ja, diese Studie und alleine schon die Überlegung, einen Flughafen in Sumpf/Marschgebiet zu bauen, zeigte primär, dass es in SO-England rund um London schlicht nicht mehr genug freien Raum gibt, um Infrastruktur in der benötigten Größe zu planen.
Beitrag vom 04.08.2025 - 00:27 Uhr
Für das Geld bekäme man 2 Flughäfen auf der grünen Wiese.

Mit Sicherheit nicht im Großraum um London.

Es gab 2014 eine Studie für einen Neubau mit 24h-Betrieb an der Themsemündung. Da wurden die Gesamtkosten inklusive Verkehrsanbindung und Entschädigung der Heathrow-Betreiber mit bis zu 120 Milliarden Pfund kalkuliert.
Beitrag vom 03.08.2025 - 22:31 Uhr
Für das Geld bekäme man 2 Flughäfen auf der grünen Wiese. Gerade Heathrow ist doch auch so ein Fall, wo man sich fragt, welche Vorteile eine weitere Konzentration von Mobilität auf engstem Raum, eingezwängt zwischen 3 anderen Verkehrsträgern und inmitten eines dicht besiedelten Gebiets bringen soll.

Best Case wären 8-10 Jahre Verskehrsinfarkt (Bahn, Flugzeug, Auto) rund um Heathrow durch Baustellen.

Dass der aktuelle Betreiber mehr Umsatz machen möchte, kann man ja nachvollziehen, aber wo ist der Sinn eines derartigen Vorhabens für das Umfeld?


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