Drohnen-Abwehrgesetz
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Söder: Bayerns Polizei soll Drohnen schnell abschießen

Drohne
Drohne, © DVIDS

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MÜNCHEN - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die Schlagkraft der bayerischen Polizei im Kampf gegen illegale Drohnenüberflüge deutlich erweitern - bis hin zu einem schnellen Abschuss.

Mit einem eigenen bayerischen Drohnen-Abwehrgesetz wolle man der Polizei schon sehr bald die landesrechtlichen Möglichkeiten geben, "sehr schnell und selbstständig abzuschießen", kündigte Söder nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München an. Zudem solle es ein eigenes bayerisches Drohnenzentrum zur Entwicklung der nötigen Drohnen geben.

Söder betonte, dabei in enger Abstimmung mit dem Bund vor- und voranzugehen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuletzt angekündigt, auch die Befugnisse der Bundeswehr im Kampf gegen illegale Drohnenüberflüge deutlich erweitern zu wollen: Es gehe um das Aufspüren, Abfangen und auch um das Abschießen von Drohnen.

Eine entsprechende Änderung des Luftsicherheitsgesetzes hatte die damalige rot-grüne Minderheitsregierung schon im Januar auf den Weg gebracht. Wegen der vorgezogenen Bundestagswahl wurde das aber nicht mehr umgesetzt.

Söder: Abfangen statt abwarten

Söder betonte, es brauche angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen "keine Position des Zauderns, sondern eine Position der Stärke". Es wisse niemand, ob Spionage oder auch Sabotage das Ziel derartiger Manöver sei. "Und deswegen sagen wir: abfangen statt abwarten."

Zu dem geplanten bayerischen "Drohnenzentrum" sagte Söder: "Es braucht Fangdrohnen und Jagddrohnen. Fangdrohnen zur Abwehr, aber auch Jagddrohnen, um hinterherzukommen und im Zweifelsfall auch diese Drohnen abzufangen, im Zweifelsfall auch abschießen zu können." Die dafür nötigen Drohnen sollten in Bayern genau dafür entwickelt werden.

Expertin: Abschuss von Drohnen birgt erhebliche Risiken

Nach Einschätzung der Expertin Verena Jackson von der Universität der Bundeswehr in München kann ein Abschuss von Drohnen nur die Ultima ratio sein. "Ein Abschuss ist rechtlich als letztes Mittel zulässig und muss verhältnismäßig sein, wenn also eine konkrete Gefahr für Menschen oder kritische Infrastruktur vorliegt und mildere Mittel nicht greifen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Obwohl technisch möglich, berge eine solche Maßnahme erhebliche Risiken, etwa durch herabstürzende Trümmerteile oder mögliche explosive Ladung. Wegen der Risiken werde der Abschuss in der Praxis fast nie eingesetzt, so Jackson. Es gebe aber durchaus andere Möglichkeiten, Drohnen zu begegnen.

Zuletzt hatten Drohnen in Dänemark stundenlang Flughäfen lahmgelegt, am Freitagabend wurde erneut mindestens eine Drohne entdeckt, diesmal laut Nachrichtenagentur Ritzau am Militärstützpunkt Karup. In der Nacht zum Freitag waren auch in Schleswig-Holstein Flugkörper gesichtet worden.

Laut Zahlen der Deutschen Flugsicherung gab es zuletzt deutlich mehr Störungen durch Drohnen an deutschen Flughäfen. Im laufenden Jahr wurden demnach bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert. Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99.
© dpa-AFX | 29.09.2025 17:30

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Beitrag vom 01.10.2025 - 15:30 Uhr
Man kann zu Söder stehen wie man will. Aber dass hier eine schnelle Entscheidung notwendig ist, steht ausser Frage. Man könnte z.B die Bundespolizei mit entsprechenden Befugnissen und Ausrüstung ausstatten. Aber man weiß ja, wie lange, bürokratisch und umständlich hierzulande solche Entscheidungsprozesse dauern. Hat man nach Jahren allen irgendwie Recht und niemandem weh getan, dann muss die Ausrüstung erst einmal in einem neuen Prozess festgelegt werden um sie dann weitere Jahre später in einer ewig dauernden Ausschreibung zu beschaffen.
Beitrag vom 01.10.2025 - 10:13 Uhr
Die Kritik an Söder und seiner Medienpräsenz teile ich durchaus.

Inhaltlich ist es aber durchaus richtig, hier massiv die Abwehrmöglichkeiten zu stärken. Ob das nun eine Aufgabe von Bayern und anderen Bundesländern alleine ist oder eine Aufgabe für den Bund - darüber kann man diskutieren, aber man sollte sich jetzt nicht in eine lange Zuständigkeitsdiskussion begeben. Ich würde mir wünschen, dass der zufällig auch aus Bayern kommenden Innenminister das Thema vorantreiben würde - oder muss er wegen der Parteizugehörigkeit dem Parteichef das überlassen?
Beitrag vom 30.09.2025 - 22:53 Uhr
Die Bekämpfung von Kleindrohnen sollte eine Aufgabe der Polizei sein und ist das glücklicherweise auch was für Bayern aber leider auch bedeutet dass dieses Problem in den Zuständigkeitsbereich vom Döder fällt und uns damit noch eine Weile physisch und insbesondere medial als 'Söders Kampf gegen die Drohnen' begleiten wird.

Als er noch brav die Angela angebetet hat und so einen gewissen Schutz genossen hat konnte der Döder seine Komplexe aber noch an Menschen auslassen weshalb es nur halb so schlimm ist wenn dafür jetzt Plastik bzw. Unterhaltungselektronik herhalten muss aber ideal wäre natürlich eine Therapie gewesen und besonders intelligent und vorausschauend wurde das Problem mit den Drohnen sowieso nicht angegangen.

Da sieht man auch mal wieder was für n halbstarker Typ der Söder ist.


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