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"Vollumfängliche Cyber-" und "militärische Weltraumoperationen": Die Bundeswehr soll im Rahmen einer nationalen Weltraumstrategie deutsche Interesse auch im All verteidigen.
Die Bundesregierung macht bei dem Thema Tempo, am Mittwoch wurden Eckpunkte vorgestellt, zuvor hatte der "Spiegel" berichtet.
Ein besonderer Schwerpunkt der Strategie wird auf dem Schutz von Navigations- und Kommunikationtechnik im All liegen.
In ihrer Strategie benennt die Regierung drei Überthemen: Gefahren und Bedrohungen erkennen, internationale Zusammenarbeit und eine nachhaltige Ordnung im Weltraum fördern sowie Abschreckung, Wehrhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit aufbauen und stärken.
"Wir müssen, und das ist die Kernaufgabe, auch im All die Fähigkeit zur Abschreckung und Verteidigung haben und ausbauen. Und auch dort muss die Abschreckung glaubwürdig sein", sagte der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Berlin bei der Vorstellung der ersten Weltraumsicherheitsstrategie.
Russland und China stellten sich auf, um auf andere Satelliten Einfluss zu nehmen. Der Weltraum werde militarisiert, warnte Pistorius. "Wir sind im All nicht offensiv unterwegs. Wir werden von uns aus keinen Satelliten einer anderen Nation weder jetzt noch in Zukunft attackieren oder attackieren lassen", sagte er.
Doch müsse sich Deutschland im Sinne eines Gegenschlages wehren können, damit eigene Satelliten geschützt blieben oder bei einem Zwischenfall nicht weiter beschädigt würden.
Er forderte zugleich verstärkte Bemühungen um internationale Zusammenarbeit und Regelungen für die Nutzung des Weltalls. Pistorius sagte: "Dazu muss man sich vor Augen führen, dass die letzte internationale Verabredung darüber, wie der Weltraum zu nutzen ist, aus dem Jahre 1967 stammt, ein Jahr nach Erstausstrahlung der Serie Raumschiff Enterprise."
Frühwarn- und Abwehrsysteme
Konkret will die Bundesregierung nach "Spiegel"-Informationen nun "Wächtersatelliten und Raumgleiter" entwickeln lassen - Manipulations- und Angriffsversuche sollen so rechtzeitig aufgeklärt und abgewehrt werden. Weltraumtechnik soll mit einer speziellen "Härtung" elektromagnetischen Impulsen standhalten.
"Ein Ausfall oder eine Störung hätten gravierende Auswirkungen auf unsere Sicherheit und unseren Wohlstand", zitiert der "Spiegel" aus der Vorlage der Bundesregierung. Der Weltraum sei "kein exklusiver Raum friedlicher Forschung mehr".
Milliardenkosten für den Bund
Die Aufrsüstung im All wird viel Geld kosten. Das Bundesverteidigungsministerium will bis zu 35 Milliarden Euro aus Sondervermögen für Weltraumprojekte aufwenden. Im laufenden Haushalt hatte die Bundesregierung Mittel für die Weltraumforschung zuletzt hingegen zusammengestrichen.
Das Finanzierungsthema wird gegen Monatsende bei einem Ministertreffen aktuell. In dieser Woche hatte die europäische Weltraumbehörde Esa für die nächsten drei Jahre einen Finanzbedarf von 22 Milliarden angemeldet.
© aero.de, dpa | Abb.: Ariane Space | 19.11.2025 11:16







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