Katargate
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Freiflüge mit Qatar Airways kosten EU-Topbeamten den Job

Qatar Airways Airbus A350-1000
Qatar Airways Airbus A350-1000, © Airbus

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BRÜSSEL - Wegen kostenlosen Business-Class-Flügen mit Qatar Airways muss ein Spitzenbeamter der EU-Kommission seinen Hut nehmen. Es sei in einem Disziplinarverfahren festgestellt worden, dass der Mitarbeiter gegen geltende Vorschriften verstoßen habe, sagte Vizepräsidentin Henna Virkkunen.

Wie es aus Kommissionskreisen heißt, beschloss das Kollegium der EU-Kommissare, seinen Arbeitsvertrag zu beenden. Es gehe um den estnischen Beamten Henrik Hololei.

Anfang März 2023 war bekannt geworden, dass Hololei als Leiter der Generaldirektion Verkehr und Mobilität der EU-Kommission mehrfach in der Business Class mit Qatar Airways geflogen war, wobei die Kosten von Dritten übernommen wurden.

Zeitgleich verhandelte seine Generaldirektion ein Flugabkommen mit dem Golfstaat Katar, CATA gilt für Qatar Airways als vorteilhaft - das Abkommen verschaffte der Airline nahezu unbeschränkten Marktzugang in der EU. Auch Hotelkosten wurden nach damaligen Angaben der EU-Kommission übernommen.

Ein dienstrechtlicher Verstoß

Ende März 2023 wurde bekannt, dass Hololei um Versetzung gebeten habe. Zu April wurde er von der Spitze der Generaldirektion Verkehr als Berater zur Generaldirektion Internationale Partnerschaften versetzt.

Es handle sich jedoch nicht um eine Straftat, sondern um einen dienstrechtlichen Verstoß, heißt es aus Kommissionskreisen. Hololei muss die Kommission Mitte Februar verlassen.

Der Golfstaat Katar steht auch im Fokus eines Bestechungsskandals rund um das Europaparlament. In dem unter dem Namen Katargate bekanntgewordenen Skandal geht es um mutmaßliche Einflussnahme auf politische Entscheidungen durch die Regierungen von Katar und Marokko. Gegen mehrere Menschen wurde Anklage erhoben.

Fragwürdiges Luftfahrtabkommen

Das liberale Luftfahrtabkommen zwischen der EU und Katar ist Lufthansa und Air France-KLM ein Dorn im Auge. Qatar Airways kann mit breitem Marktzugang in der EU ihr Transitsystem hebeln.

"Das Open-Sky-Abkommen mit Qatar wurde auf sehr fragwürdige Weise ausgehandelt", hatte Air-France-KLM-Chef Ben Smith 2025 in einem Doppelinterview mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr in der "FAZ" auf die Korruptionsermittlungen angespielt. "Die Tatsache, dass es nicht aufgekündigt oder ausgesetzt wurde, ist für uns ein Skandal."
© dpa, aero.de | Abb.: Airbus | 29.01.2026 17:43

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Beitrag vom 30.01.2026 - 10:27 Uhr
Das Wort Diktatur fällt halt nur, wenn es ins eigene Narrativ passt. Ich kann mich nicht erinnern, dass dieses Wort bei Emirates und Berlin gefallen ist.
Beitrag vom 30.01.2026 - 10:21 Uhr
Ja so ist das:
mancher begreift bzw. will den Inhalte eines Post nicht verstehen und versucht etwas zu suggerieren, um was es überhaupt nicht geht und Zusammenhänge zu konstruieren, die nicht vorhanden sind :).
Beitrag vom 30.01.2026 - 09:57 Uhr
Ja, so ist das: Bei den einen spricht man sich für Untersuchungen zu Korruption, Bestechung und Unregelmäßigkeiten aus, bei den anderen für die Vergabe zusätzliche Landerechte ohne Gegenleistung.


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