Wie es aus Kommissionskreisen heißt, beschloss das Kollegium der EU-Kommissare, seinen Arbeitsvertrag zu beenden. Es gehe um den estnischen Beamten Henrik Hololei.
Anfang März 2023 war bekannt geworden, dass Hololei als Leiter der Generaldirektion Verkehr und Mobilität der EU-Kommission mehrfach in der Business Class mit Qatar Airways geflogen war, wobei die Kosten von Dritten übernommen wurden.
Zeitgleich verhandelte seine Generaldirektion ein Flugabkommen mit dem Golfstaat Katar, CATA gilt für Qatar Airways als vorteilhaft - das Abkommen verschaffte der Airline nahezu unbeschränkten Marktzugang in der EU. Auch Hotelkosten wurden nach damaligen Angaben der EU-Kommission übernommen.
Ein dienstrechtlicher Verstoß
Ende März 2023 wurde bekannt, dass Hololei um Versetzung gebeten habe. Zu April wurde er von der Spitze der Generaldirektion Verkehr als Berater zur Generaldirektion Internationale Partnerschaften versetzt.
Es handle sich jedoch nicht um eine Straftat, sondern um einen dienstrechtlichen Verstoß, heißt es aus Kommissionskreisen. Hololei muss die Kommission Mitte Februar verlassen.
Der Golfstaat Katar steht auch im Fokus eines Bestechungsskandals rund um das Europaparlament. In dem unter dem Namen Katargate bekanntgewordenen Skandal geht es um mutmaßliche Einflussnahme auf politische Entscheidungen durch die Regierungen von Katar und Marokko. Gegen mehrere Menschen wurde Anklage erhoben.
Fragwürdiges Luftfahrtabkommen
Das liberale Luftfahrtabkommen zwischen der EU und Katar ist Lufthansa und Air France-KLM ein Dorn im Auge. Qatar Airways kann mit breitem Marktzugang in der EU ihr Transitsystem hebeln.
"Das Open-Sky-Abkommen mit Qatar wurde auf sehr fragwürdige Weise ausgehandelt", hatte Air-France-KLM-Chef Ben Smith 2025 in einem Doppelinterview mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr in der "FAZ" auf die Korruptionsermittlungen angespielt. "Die Tatsache, dass es nicht aufgekündigt oder ausgesetzt wurde, ist für uns ein Skandal."
© dpa, aero.de | Abb.: Airbus | 29.01.2026 17:43







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