Urteil
17:30 Uhr

Kontrolleurin am Flughafen darf Kopftuch tragen

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HAMBURG - Eine Frau darf als Luftsicherheitsassistentin an der Passagier- und Gepäckkontrolle eines Flughafens grundsätzlich ein religiöses Kopftuch tragen.

Lehnt ein Arbeitgeber eine Bewerbung allein wegen des Kopftuchs ab, stellt dies eine unzulässige Benachteiligung aufgrund der Religion dar. Das entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. (8 AZR 49/25) und blieb damit seiner bisherigen Rechtsprechung treu.

Die obersten Arbeitsrichter haben bereits in mehreren Grundsatzurteilen zum Tragen eines Kopftuchs am Arbeitsplatz entschieden, dass ein pauschales Verbot oft eine unzulässige Diskriminierung wegen der Religion darstellt. In dem jetzt entschiedenen Fall hatte eine Bewerberin geklagt, die sich für eine Stelle bei der Passagier- und Gepäckkontrolle am Flughafen Hamburg beworben hatte.

Ihre Bewerbung wurde abgelehnt, nachdem sie im Auswahlverfahren ein Bewerbungsfoto mit Kopftuch eingereicht hatte. Die Frau sah darin eine Diskriminierung und verlangte eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

Das beklagte Unternehmen verwies darauf, die Absage sei wegen Lücken im Lebenslauf erfolgt. Zudem seien Kopfbedeckungen nach einer Konzernbetriebsvereinbarung generell verboten. Als beliehene Sicherheitskräfte unterlägen Luftsicherheitsassistentinnen außerdem einem staatlichen Neutralitätsgebot.

Dieser Argumentation folgte der Achte Senat nicht. Die Klägerin habe ausreichende Indizien für eine Benachteiligung wegen ihrer Religion vorgetragen. Diese Vermutung habe die Beklagte nicht widerlegen können. Das Nichttragen eines Kopftuchs sei keine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung für die Tätigkeit als Luftsicherheitsassistentin, hieß es.

Auch das Argument, religiöse Symbole könnten Konflikte an Kontrollstellen verschärfen, ließ das Gericht nicht gelten. Objektive Anhaltspunkte für vermehrte Konflikte durch kopftuchtragende Sicherheitsassistentinnen seien nicht ersichtlich. Die Vorinstanzen hatten der Klägerin bereits recht gegeben und ihr eine Entschädigung von 3.500 Euro zugesprochen.
© dpa | 29.01.2026 17:30

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Beitrag vom 29.01.2026 - 19:07 Uhr
Das ist wieder einmal ein typisches Richterrecht-Urteil. Religiöse Symbole haben grundsätzlich im Beruf Nichts zu suchen. Wenn eine jüdische Passagierin sich von einer mit Kopftuch bekennenden Muslima abtasten lassen muss, so ist das eher beklemmend. Als nächstes steht dann die Klage auf Tragen der Niqab oder Burka mit Augengitter an. Unsere Rechtsprechung hat jegliches Augenmaß verloren.


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