Zusatzkredit
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Schweiz weiß nicht, wie viele F-35 sie am Ende kriegt

Lockheed Martin F-35
Lockheed Martin F-35, © DIVDS, USAF

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BERN - Die Schweiz hegt ihren F-35A-Auftrag auf 30 Flugzeuge - oder weniger - ein. Der durch einen Volksentscheid vorgegebene Budgetrahmen wird trotz des Verzichts auf mindestens sechs F-35A mit einem "Zusatzkredit" voll ausgeschöpft. Wie viele F-35A es am Ende tatsächlich werden, weiß man in Bern noch nicht.

"Maximal mögliche Anzahl": Die Schweiz hält eine F-35A-Bestellung aufrecht, reduziert aber die Stückzahl.

Zwischen Bern und Washington war es im Sommer 2025 zu einem Streit über den Vertrag gekommen. Die USA pochten auf mehr Geld, die Schweiz auf einen nach ihrer Ansicht vereinbarten Festpreis.

"Angesichts der sich zuspitzenden sicherheitspolitischen Lage bekräftigt der Bundesrat seinen Entscheid vom 12. Dezember 2025 zur Beschaffung des Kampfflugzeugs F-35A", teilte die Regierung in Bern am Freitag mit. "Innerhalb des vom Volk bewilligten Finanzvolumens soll die maximal mögliche Anzahl Flugzeuge beschafft werden."

Der Volksentscheid von 2020 setzt einen Bugetrahmen von 6,0 Milliarden Franken - durch indexierte Teuerungsraten darf Bern mit einem "Zusatzkredit" den finanziellen Spielraum jetzt aber auf 6,4 Milliarden Franken erweitern.

Wie viele F-35A es für dieses Geld am Ende gibt, ist noch offen.

"Aktuell geht das (Schweizer Verteidigungsministerium, Red.) VBS davon aus, dass mit diesem Zusatzkredit 30 F-35A Kampfflugzeuge beschafft werden können", heißt es in einer Mitteilung. "Die genaue Anzahl kann erst bestimmt werden, wenn die US-Regierung die Verträge mit den Herstellern über die verbleibenden Flugzeuge und Triebwerke für die nächsten Produktionslose ausgehandelt hat."

Denn gegenüber dem F-35-Hersteller Lockheed Martin tritt zunächst die US-Regierung als Käufer in Erscheinung - und reicht die verhandelten Konditionen dann an Exportkunden durch.

Für die Beschaffung der ursprünglich geplanten 36 F-35A wäre nach Schweizer Angaben ein Zusatzkredit von rund 1,1 Milliarden Franken notwendig gewesen.

Bereits der Verzicht auf sechs F-35A habe "negative Konsequenzen" - laut VBS braucht die Schweiz in der aktuellen Sicherheitslage eigentlich "55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge". Die 30 F-35A reichen demnach allenfalls für luftpolizeiliche Aufgaben.

"Optionen, die eine weitere Reduktion der F-35A Flotte zur Folge hätten, wurden aus sicherheitspolitischen Überlegungen verworfen, insbesondere auch ein Rücktritt vom Vertrag", erklärte der Bundesrat nun. "Ein solches Vorgehen hätte bereits in der normalen Lage schwerwiegende Einschränkungen beim Schutz von Land und Bevölkerung zur Folge."

Produktionsslots sichern

Die "definitive Anzahl" F-35A will die Schweiz mit der US-Regierung spätestens im 2. Quartal 2027 abstimmen - und so Produktionsslots sichern.

Die Schweiz befindet sich wie ganz Europa in einer steilen Aufrüstungsphase. Zur Finanzierung der massiv gestiegenen Rüstungsausgaben zieht die Politik nach Medieninformationen inzwischen eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte in Betracht.
© aero.de | Abb.: DVIDS | 09.03.2026 09:20

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Beitrag vom 09.03.2026 - 14:22 Uhr
"kriegt" ???
Eben eine Plattform des gschliffenen Wortes ;-)
 https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/fragen-an-den-zwiebelfisch-sind-schmeissen-und-kriegen-tabu-a-289968.html

Dieser Beitrag wurde am 09.03.2026 14:22 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.03.2026 - 13:55 Uhr
"kriegt" ???


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