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Noch sitzt kein Luftfahrt-Drehkreuz auf dem Trockenen - der Iran-Krieg macht sich inzwischen aber in den Füllständen der Treibstoffspeicher bemerkbar.
"Wir bekommen von ersten Flughäfen in Asien Signale, dass Kerosin knapp wird", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr diese Woche laut "WirtschaftsWoche" auf einer Mitarbeiterveranstaltung. Singapur, Bangkok und einige Ziele in Indien wiesen bereits Anfragen für zusätzliche Flüge ab.
Die Preiskurve für Kerosin steigt seit Ausbruch des Iran-Kriegs sogar noch wesentlich steiler als die für Rohöl. Das liegt an fehlender Raffinieriekapazität in den Zielmärkten. Im Persischen Golf hängen Tanker mit Kerosin für den globalen Markt fest.
Großbritannien, das rund die Hälfte seines Kerosins aus der Region bezieht, sucht intensiv neue Bezugsquellen - sonst könnte auch hier bereits in wenigen Wochen Kerosin physisch knapp werden.
Lufthansa fällt aktuell zwar weicher als direkte Wettbewerber. Der Konzern hatte vor Kriegsbeginn 80 Prozent seines für 2026 erwarteten Treibstoffbedarf mit Preissicherungskontrakten unterlegt. Laut Spohr drohen Lufthansa allerdings allein aus dem unbesicherten Teil des Kerosinbedarfs Mehrkosten von bis zu 1,5 Milliarden Euro.
Flugtickets werden im Sog des Kerosinpreises teurer. Lufthansa stellt sich daher auf nachlassende Nachfrage ein - und prüft eine Stilllegung von 20 bis 40 älteren Flugzeugen, was rund 2,5 bis 5,0 Prozent der Kapazität entspräche.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 02.04.2026 09:00







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