Vereinigung Cockpit
Älter als 7 Tage

Lufthansa-Piloten beenden Streik vorerst

Lufthansa Airbus A350-900 in München
Lufthansa Airbus A350-900 in München, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT - Passagiere der Lufthansa können vorerst aufatmen. Nach Streiks des fliegenden Personals über die ganze Woche plant die Kabinengewerkschaft Vereinigung Cockpit kurzfristig keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen. Das teilte sie in einem internen Rundschreiben mit, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zunächst müssten Vorstand und Tarifkommission die Situation bewerten. Für Montag seien zudem Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen zu einer möglichen Schlichtung geplant. Ein erster Anlauf dazu war gescheitert, weil sich beide Seiten nicht auf ein einheitliches Themenfeld einigen konnten. Am Freitag waren noch einmal hunderte Flüge abgesagt worden.

Gemeinsam mit der Kabinengewerkschaft Ufo hatten die Piloten den Betrieb der Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline in dieser Woche für fünf Tage lahmgelegt. Auch der Ferienflieger Eurowings wurde an zwei Tagen bestreikt. Der Konzern hatte am Donnerstag mit der sofortigen Schließung des Flugbetriebs bei der Cityline reagiert. Begründet wurde der Einschnitt zudem mit hohen Kerosinkosten bei der veralteten Flotte des Regionalfliegers.

Lufthansa will normalen Flugbetrieb am Samstag

Am Freitag wurden allein am Drehkreuz Frankfurt erneut rund 650 von 1.337 geplanten Starts und Landungen annulliert, wie der Betreiber Fraport berichtet. Die Zahlen beziehen sich auf sämtliche Airlines am Standort, die Streichungen sind aber zum größten Teil auf den Lufthansa-Streik zurückzuführen.

Lufthansa will nach den Worten einer Sprecherin am Samstag wieder ein weitgehend normales Flugprogramm anbieten. "Dennoch kann es noch zu vereinzelten Flugstreichungen und -verspätungen kommen." Details zu Flugplanänderungen wegen der 27 fehlenden Cityline-Jets nannte das Unternehmen zunächst nicht. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit Zubringerflüge an die Drehkreuze Frankfurt und München erledigt.

Machtdemonstration statt Sparmaßnahme?

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte den verschärften Sparkurs des Lufthansa-Konzerns scharf kritisiert und zweifelte die Begründung an: "Die angeführten geopolitischen Gründe erscheinen aus unserer Sicht nicht überzeugend, da kein Wettbewerber derzeit Kapazitäten in diesem Umfang aus dem Markt nimmt", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Das Management scheine bereit zu sein, erhebliche operative und wirtschaftliche Schäden in Kauf zu nehmen, um seine Tarifpolitik durchzusetzen.

In den Tarifverhandlungen geht es bei den Lufthansa- und Cargo-Piloten um höhere Beiträge des Arbeitgebers zu den Betriebsrenten, während bei der Cityline um höhere Gehälter gestritten werden sollte.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 17.04.2026 17:18

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 20.04.2026 - 12:03 Uhr
Auch ich werde in Zukunft Boeing boykottieren!
und was hat das mit dem Thema zu tun?


Dieser Beitrag wurde am 20.04.2026 12:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.04.2026 - 11:08 Uhr
Auch ich werde in Zukunft Boeing boykottieren!
Beitrag vom 20.04.2026 - 09:28 Uhr
> Was hier passiert ist unverantwortlich. Eine Woche werden tausende Passagiere unverantwortlich behandelt. Die Piloten bei Lufthansa verdienen aussergewöhnlich und haben zudem sehr viel Freizeit. Das hier versteht kein Mensch. Ab einem Einkommen von 100000€ pro Jahr sollte es maximal ein eingeschränktes Streikrecht geben.
> Ich bin jetzt wiederholt wegen den streikenden Piloten im Ausland gestrandet, wie viele andere Vielflieger auch. Ich werde versuchen nicht mehr bei Lufthansa zu buchen, mein Geld sollen die Piloten nicht mehr bekommen.
Sie haben ganz offensichtlich NULL verstanden, worum es bei dem aktuellen Konflikt geht...
Wir alle haben als Kunden verstanden, dass weder die GW noch die GL sich in irgendeiner Weise um uns scheren, Kunden sind beiden Seiten reichlich egal. Und um das klarzustellen : natürlich gilt das Streikrecht, natürlich haben Streiks Auswirkungen, und natürlich sollte das Streikrecht nicht eingeschränkt werden. Aber es soll verantwortungsvoll und im Sinne der Verhältnismäßigkeit damit umgegangen werden.>

Eingangs schreiben Sie, weder GL und den GW scheren sich um die Kunden. Nehme ich mal so hin. Die Ausgangslage wäre also, der AG fordert 30% Einsparungen, die GW durchschnittlich 1800€ mehr in die AV, bei den Flugbegleitern bessere MTV Bedingungen. Alles sind beiderseits zuminest überhöhte Forderungen, so ist das nun mal zu Verhandlungsbeginn.
Dann sprechen Sie nur noch von der GW Seite und Ihrem unverhältnismäßigen Verhalten. Und der der AG? Doch alles Richtig gemacht, oder warum schert er sich nicht um Sie und wie hätte er das tun können?
Bin gespannt wie Sie das gelöst hätten.
Ich halte bei LHC einen tagelangen Streik für eine noch bessere Alterversorgung für in der Tat unverhältnismäßig, anders ist das bei beim MTV …. Ich denke von etwas Wasser VC und wohl vielen Piloten hinsichtlich der AV verloren ist: Augenmaß und Verständigungswillen, wobei ich letzteren durchaus der GL absprechen. Aber wie gesagt: beiden sind die Kunden letztlich egal, Hauptsache sie zahlen.>

Keine Frage, das die VC mit dem Zeitpinkt des Streiks hatte. Allerdings fehlen Ihnen viel zu viele Infos, schätze ich um zu beurteilen wer sich, was verweigert hat.Ich war nun natürlich auch in den Verhandlungen nicht dabei. Allerdings habe ich eine Zusammenfassung aus der Verhandlerrunde lesen können. Da stellt sich allerdings eindeutig dar, wer sich wie und wem verweigert.
Ernsthaft? Das kommt doch letztlich darauf an, wer die Zusammenfassung verfasst hat. Oder war das tatsächlich ein neutrales Protokoll? Und natürlich beziehe ich mich als Nicht-Insider auf verfügbare Quellen (Wirtschaftszeitungen oder z.B. airliners)
Letzlich stellt sich mir die Frage, was Sie machen würden, wenn Ihr Gegenüber auf jeden Vorschlag immer mit "Nein" antwortet. Wie würden Sie da verhandeln? Eine Schlichtung zum einzigen offenen Vertrag wurde ja nicht von der VC abgelehnt und über noch lange laufende Verträge kann und muss nun zunächst juristisch betrachtet nicht verhandelt. Würden Sie zudem freiwillig über etwas verhandeln, was nur eine Verschlechterung für sie zur Folge hat, nachdem alle Ihrw Vorschläge mit Zugeständnissen abgelehnt wurden?
Auch da könnte sich bisweilen ein Blick auf die tatsächliche wirtschaftliche Lage von LHC lohnen, und so viel ich den öffentlichen Quellen entnehmen konnte, geht es den Piloten (bzw. VC) um eine Aufstockung einer im Vergleich zu anderen Branchen/Abteilungen guten Altersversorgung. UFO hatte andere Streikziele, die auch anders zu bewerten sind.
Welches Mittel außer einem Streik haben GW's denn sonst noch so, einen AG zu Verhandlungen zu bewegen?
Da besteht doch kein Dissens: aber bei jedem Streik muss nach der Verhältnismäßigkeit gefragt werden, nur so kann man auch Verständnis bei den Kunden finden.
Letzlich sollte man ganz vorsichtig sein, alle Piloten in einen Topf zu werfen. Nicht alle sind VC Mitglieder und es gibt da durchaus zwei Strömungen in der Meinung, wenn ich mir die Kommentare und Diskussionen unter denen so durchlese.
Ja, das kommt wohl in den Beiträgen hier oft zu kurz.
Das hilft dem Kunden natürlich nicht, aber er hat ja eine Wahl und das können dann die beteiligten Streithähne verantworten.
Ja, den Kunden ist es letztlich wirklich egal, wer die ausufernde Eskalation zu verantworten hat, denn sie erhalten auf die Frage danach immer nur die gleiche Antwort: der jeweils andere ist verantwortlich. Und leider wird die Wanderungsbewegung der Kunden, vor allem der Stammkunden, zu anderen Airlines nicht erfasst.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

aero.ukWe spread our wings to the UK. Visit aero.uk for British aviation news from our editors.

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 05/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden