Ölkrise und Streiks
Älter als 7 Tage

Lufthansa baut Kernbereich um und sortiert Spritschlucker aus

Lufthansa Airbus A340-600
Lufthansa Airbus A340-600, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT - "Erstes Paket": Lufthansa zieht unter dem Eindruck gestiegener Treibstoffkosten einen Umbau im Teilkonzern Lufthansa Airlines vor. Der Kernbereich reduziert netzweit Strecken und beschleunigt die Flottenerneuerung. Parallel teilt Lufthansa neun weitere Airbus A350-900 Discover Airlines zu.

Lufthansa beschleunigt wegen hoher Kerosinkosten und "Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen" den Umbau ihrer Kernmarke Lufthansa.

"Dazu wurde ein erstes Paket beschlossen, das eine Reduzierung des Flugprogramms auf Kurz- Mittel- und Langstrecken sowie Maßnahmen zur vorzeitigen Flottenmodernisierung vorsieht", teilte Lufthansa am Donnerstag mit.

Lufthansa nimmt die 27 operativen Flugzeuge von CityLine ab Samstag aus dem Programm, "um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren", heißt es in der Mitteilung. "Die Flugzeuge vom Typ Canadair CRJ stehen kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und haben vergleichsweise hohe Betriebskosten."

CityLine hat am Donnerstag wegen des Entfalls konzerninterner WetLease-Aufträge die Stilllegung ihres Flugbetriebs angekündigt.

Airbus A340-600 und Boeing 747-400 verlassen Lufthansa 

"Im zweiten Schritt wird die Langstreckenkapazität mit Ablauf des Sommerflugplans um insgesamt sechs Interkont-Flugzeuge reduziert", erklärte Lufthansa. "Dazu werden die letzten vier verbliebenen Airbus A340-600 die Flotte im Oktober verlassen, womit dann die Ära dieses Flugzeugtyps bei Lufthansa endgültig zu Ende geht."

Zusätzlich werden ab Oktober zwei Boeing 747-400 über den kommenden Winter stillgelegt. "Der endgültige Abschied dieses Flugzeugtyps ist für das kommende Jahr vorgesehen", so Lufthansa.

Neun weitere Airbus A350-900 meldet Lufthansa in der mittelfristigen Flottenplanung im günstigeren AOC von Discover Airlines an. Die Flugzeuge treffen ab 2029 bei Discover ein und erweitern die dortige A350-Flotte auf 13 Flugzeuge. Einige A350 ersetzten dann A330-300 beim Lufthansa-Ferienflieger.

"Im kommenden Winterflugplan 2026/27 erfolgt der dritte Schritt mit einer Absenkung von Kapazitäten der Lufthansa Kernmarke im Rahmen der avisierten Konsolidierung von Kurz- und Mittelstreckenverkehren über sechs Drehkreuze der Lufthansa Group", hieß es weiter. "Diese zusätzliche Angebotsreduktion entspricht fünf Flugzeugen der Lufthansa Kernmarke."

Das Maßnahmenpaket entfalte "einen überproportionalen Einspareffekt bei den Treibstoffkosten". Einerseits würden besonders ineffiziente Flugzeuge vorzeitig aus dem Flugbetrieb genommen. Zum anderen reduziere die eingesparte Kerosinmenge den nicht abgesicherten Teil des Treibstoffbedarfs der Gruppe.

Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Lufthansa Group ist - auf Basis des Rohöl-Preises - mit rund 80 Prozent zwar überdurchschnittlich hoch abgesichert. Die verbleibenden 20 Prozent muss Lufthansa dennoch zu den deutlich gestiegenen Marktpreisen tanken. "Dieser besonders teure Anteil des Treibstoffbedarfs wird um rund zehn Prozent reduziert", so Lufthansa.

Einstellungsstopp in der Verwaltung, weniger Berater

"Das Paket zur beschleunigten Umsetzung von Flotten- und Kapazitätsmaßnahmen ist angesichts der stark gestiegenen Kerosinkosten und der geopolitischen Instabilität unumgänglich", sagte Lufthansa Finanzvorstand Till Streichert. "Ziel ist es, unsere Kurz- und Mittelstreckenplattformen klarer zu fokussieren und wettbewerbsfähiger aufzustellen."

Zur "weiteren Absenkung der administrativen Kosten" würden "neue Sparvorgaben für Stellenbesetzungen, interne Veranstaltungen und externe Beratungsleistungen" entschieden. Diese flankieren das bestehende Abbauziel von konzernweit 4.000 Stellen in der Verwaltung bis 2030.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 16.04.2026 14:31

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 17.04.2026 - 13:01 Uhr
Insgesamt vermute ich läuft alles nach Plan und nachvollziehbar:

Zielgruppen:

- Urlaubsdestinationen -> Kosten & Auslastung spielen Hauptrolle
- Geschäftlich/Wohlhabende -> Direktflüge von *vielen* Zentren mit guter Business/Premium


Operational:

- Resilience -> Pan-Europa Zubringer Vernetzung und Überlappung und Abstützung auf mehr als 2 Langstreckenknoten
- Kostensynergien -> gemeinsame IT, Netzplanung, Einkauf und In-house Wartung
- Vermarktungssynergien -> Fracht, Codesharing/...

Strategisch:

- Flexibilität --> Adaptions- und Steuerungsmöglichkeit durch kurzfristige Entscheidungsmöglichkeit was Investitionen (wo gehen neue Flugzeuge hin) und Routenplanung (2x/Jahr) betrifft

Marketing:

- Heimvorteil --> Nationale Markenairlines
- Bequemlichkeit --> Große Netabdeckung direkt (mit Zug-Anreise) oder 1x Umsteigen
- Abgreifen der Geschäfts/Wohlhabenden Kunden --> gute Direktanbindung aus allen großen Regionen
(Südwest-D//West-Ö/Schweiz/Lichtenstein/Luxemburg: ZRH, Frankfurt/Bonn/Köln: FRA, Bayern/Teil-O: MUC, Italien: Italien, Belgien: BRU

- Zubringer zu Hub über Bahn --> Kostenvorteile, und Wettbewerbsvorteil (Direktflug vom Hub, vs. Zubringer-flug zu weiterem Hub mit Konkurrenz)

Die LH Langstrecke ist da nur noch ein Teil eines Geflechts und die VC/UFO Gewerkschaften werden sich drauf einstellen müssen. Nichts spricht gegen gut bezahlte Jobs in einer SCHLANKEN,VERKLEINERTEN auf zahlungsfähige Kunden zugenschnittene Langstrecken-Direkt-Airline.
Aber da in den KONZERN (und damit auch all den andereren Teilbereichen- und Fluglinien) einen Teil der Kosten auszulagern geht gar nicht. Swiss macht vor dass es anders geht.


Dieser Beitrag wurde am 17.04.2026 13:10 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.04.2026 - 12:33 Uhr
Ausgaben für Betriebsmittel wie Flugzeuge und Kabine sind aber was anderes als Gehälter oder?
Ich bin zwar nicht so überzeugt dass die allegris in ihrer Komplexität die richtige Sache auch für Kunden ist die dann so viel mehr zahlen, bei den modernen Fliegern hinsichtlich Sprit sparen usw bin ich dabei.
Aber inwiefern trägt jetzt viel mehr Geld in die Altersversorgung der Piloten dazu bei, dass in 2-3 Jahren mehr Gewinn gemacht wird?

Richtig, Ausgaben für Betriebsmittel und Gehälter sind etwas komplett anderes. Tatsächlich geht es aber gar nicht um die Gehälter, sondern um die Altersvorsorge - man findet bei der LH Classic halt immer einen Grund zu streiken.


Das ist halt dem Tarifrwcht in Deutschland geschuldet und den Vereinbarungen die man mal getroffen hat. Verständlicher Weise für AG und Kunden lästig, wenn das dabei raus kommt.

Über das Produkt Allegris kann man sagen was man möchte, der Kunde nimmt es jedoch an und ist bereit den Aufpreis für die verschiedenen Sitzkonfigurationen zu zahlen. Es ist ein zugegeben komplexes Differenzierungsmerkmal, aber im internationalen Wettbewerb einer der wenigen Hebel die einer Airline am Standort Deutschland bleibt.>

Ich schätze momentan ist das noch die Neugier auf das beworbene Produkt.. Interessant wird die Kurve in 2 Jahren, wenn ausreichend Flieger damit ausgerüstet sind und viele die Gelegenheit hatten zwei, drei mal damit zu fliegen. Wenn es dann weiter viele Wiederholungstäter gibt und die Sitze sich immer nocht gut und hochpreisger verkaufen lassen, mag das ein Zeichen sein, jetzt ist es der berühmte erste Ansturm.
Beitrag vom 17.04.2026 - 12:22 Uhr
Ausgaben für Betriebsmittel wie Flugzeuge und Kabine sind aber was anderes als Gehälter oder?
Ich bin zwar nicht so überzeugt dass die allegris in ihrer Komplexität die richtige Sache auch für Kunden ist die dann so viel mehr zahlen, bei den modernen Fliegern hinsichtlich Sprit sparen usw bin ich dabei.
Aber inwiefern trägt jetzt viel mehr Geld in die Altersversorgung der Piloten dazu bei, dass in 2-3 Jahren mehr Gewinn gemacht wird?

Richtig, Ausgaben für Betriebsmittel und Gehälter sind etwas komplett anderes. Tatsächlich geht es aber gar nicht um die Gehälter, sondern um die Altersvorsorge - man findet bei der LH Classic halt immer einen Grund zu streiken.

Über das Produkt Allegris kann man sagen was man möchte, der Kunde nimmt es jedoch an und ist bereit den Aufpreis für die verschiedenen Sitzkonfigurationen zu zahlen. Es ist ein zugegeben komplexes Differenzierungsmerkmal, aber im internationalen Wettbewerb einer der wenigen Hebel die einer Airline am Standort Deutschland bleibt.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

aero.ukWe spread our wings to the UK. Visit aero.uk for British aviation news from our editors.

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 05/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden