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Wenn der Betreiber Fraport am Mittwoch (22. April) den neuen Mega-Komplex feierlich eröffnet und einen Tag später in den Regelbetrieb nimmt, erstaunt vor allem der weitgehend skandalfreie und reibungslose Ablauf des vier Milliarden Euro teuren Bauprojekts.
Jahrelange Verzögerungen wie am Hauptstadtflughafen BER blieben trotz Corona-Krise und anschließender Lieferkettenprobleme aus mehreren Gründen aus.
Kein Generalunternehmer zu finden
Großprojekte wie der Neubau eines Flughafens scheitern nicht an einzelnen Ereignissen, sondern an Organisationsfehlern. Längst sind in Deutschland für Milliarden-Bauten keine Generalunternehmer mehr zu finden, musste auch die börsennotierte Fraport AG vor dem Baustart im Oktober 2015 erfahren.
Entsprechend zerlegte man den Bauprozess in mehr als 300 Einzelprojekte, die über eine eigens geschaffene Tochter-Gesellschaft Fraport Ausbau Süd GmbH ausgeschrieben und gesteuert wurden.
Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt wurde mit einem "Design Freeze" das ständige Umplanen unterbunden, das in Berlin viel Geld und Zeit kostete. Das sei die Grundlage für den reibungslosen Ablauf der Baustelle gewesen, sagte der Geschäftsführer der Projektgesellschaft, Harald Rohr, ohne selbst den Vergleich zum Hauptstadtflughafen zu ziehen. Dieser war im Jahr 2020 mit letztlich neun Jahren Verspätung und mehr als fünf Milliarden Euro ungeplanten Mehrkosten ans Netz gegangen.
Erfahrene Manager
Die Verantwortung für die Frankfurter Mega-Baustelle mit zeitweise mehr als 2.000 gleichzeitig aktiven Fachkräften lag in den Händen erfahrener Manager. Rohr hatte am Flughafen bereits das Terminal 2, das spektakuläre Bahnhofs- und Bürogebäude "The Squaire" sowie die Cargo City Süd betreut. Die kaufmännische Leiterin Stephanie Buckwitz hat Berliner Regierungsbauten sowie die neue Europäische Zentralbank in Frankfurt in der Vita stehen.
Corona hat Flugverkehr ausgebremst
Verzögerungen gab es aber auch in Frankfurt, denn mitten in die Bauzeit platzte 2020 die Corona-Krise, die den weltweiten Luftverkehr abrupt unterbrach und für längere Zeit ausbremste. Die Passagierzahlen am größten deutschen Flughafen brachen zusammen und sind auch aktuell noch weit vom Rekord mit rund 70,5 Millionen Passagieren aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 entfernt.
Bürgerinitiativen kritisieren weiterhin den als überdimensioniert empfundenen Ausbau des größten deutschen Flughafens mitten in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region. Dessen 2011 vollendetes System aus vier Start- und Landebahnen bietet allerdings noch weiteres Potenzial für mehr Flüge und Passagiere - und noch mehr Fluglärm.
Das Terminal 3 (T3) kann mit einem weiteren Flugsteig auf eine Kapazität von 25 Millionen Passagieren gebracht werden. Aus dem angepeilten Eröffnungsjahr 2022 ist nun 2026 geworden, auch der anfangs genannte Kostenrahmen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro wurde bereits vor Corona nach oben korrigiert.
Hohe Verschuldung akzeptiert
Der MDax-Konzern Fraport federte Krise und Bauverzögerungen ab, weil die öffentlichen Mehrheitseigentümer letztlich die günstige Kreditaufnahme ermöglichten. Die dicksten Brocken hat das Unternehmen wohl hinter sich, wie aus dem Geschäftsbericht 2025 hervorgeht.
Die Netto-Finanzschulden sind erstmals seit Jahren zurückgegangen auf zuletzt knapp 8,2 Milliarden Euro. Der weitere Tilgungsplan steht und erstmals seit 2018 soll zudem eine Dividende fließen.
Fraport unterbrach die Bautätigkeit am T3 nicht, sondern streckte die Arbeiten. Als 2022 der Flugsteig G als erstes Teilstück fertiggestellt wurde, brauchte ihn kein Mensch - schon gar nicht die Billigflieger wie Ryanair, für die der Gebäudeteil eigentlich gedacht war. Wegen hoher Steuern und Gebühren machen die Iren aktuell einen möglichst weiten Bogen um die teuren deutschen Flughäfen. Ob sie jemals nach Frankfurt zurückkehren, steht in den Sternen.
Tests mit 8.000 Teilnehmern
In den vergangenen Wochen liefen noch Tests mit bis zu 8.000 flughafenfremden Komparsen, die verschiedene Abläufe etwa beim Einchecken, der Gepäckaufgabe oder an den Kontrollstellen ausprobierten. Zunächst ziehen außereuropäische Fluggesellschaften aus dem bisherigen Terminal 2 in das neue Gebäude. Bis zum Sommer sollen alle Airlines einschließlich der Europäer das Terminal 2 verlassen haben, das nach mehr als 30 Jahren Nutzung zur Sanierung ansteht.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Fraport | 19.04.2026 11:05







Kommentare (10) Zur Startseite
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Eigentlich alle am T2 abgefertigten Airlines, da diese voraussichtlich im Sommer geschlossen wird. Wiedereröffnung nach abgeschlossener Renovierung noch ungewiss.
Ja sicher doch, die Katastrophe am BER hat das LH Management verursacht. Noch irgendwas woran das LH Management Schuld sein soll? Zweiter Weltkrieg, Aussterben der Dinosaurier, Erschiessung von Kennedy?
Das ist doch Sand streuen in die Augen der Menschen. Von Anfang an wollte LH und manche Bundesländer keinen erfolgreichen BER haben. Da wurde alles unternommen um es zu sabotieren. Das liegt hier alles nicht vor. Der ganze Artikel verdreht hier vieles.
Solange Sie das nicht wenigstens halbwegs zutreffend begründen können sind doch erstmal Sie es, der hier Sand streut und zu verdrehen versucht.
Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Mich würde schon interessieren, wie es LH und Bundesländer geschafft haben sollen, nicht zertifizierte Dübel zu verbauen. Beispielsweise.