Zubringerverkehr
Älter als 7 Tage
Lufthansa fordert staatliches "Sofortprogramm"
FRANKFURT - Kein Anschluss unter dieser Flugnummer: Lufthansa stellt nach dem Aus von Cityline und Skyhub PAD weitere innerdeutsche Zubringerstrecken infrage. Der Konzern baut seinen Zubringerpakt mit der Deutschen Bahn aus, fordert aber bessere Rahmenbedingungen von der Politik.
Lufthansa hat Stuttgart-Frankfurt am Sonntag eingestellt, zumindest als Flug. Der Zubringer ist nun nur noch mit Express-Rail-Ticket zubuchbar.
Für viele Passagiere dürfte die Anreise mit der Bahn sogar einen Zeitvorteil mit sich bringen. Tatsächlich benötigt der ICE zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Frankfurt Flughafen nur 1:19 Stunde.
Andere Regionen fallen weniger sanft. In Paderborn ist die regionale Initiative "Skyhub PAD" gescheitert - hohe Kosten und zu geringe Nachfrage entzogen den bis zu drei täglichen Skyhub-Umläufen an das Lufthansa-Drehkreuz München die wirtschaftliche Grundlage.
Die ICE-Linie Paderborn-München fiel Ende 2025 aus dem Fahrplan - und soll frühestens 2027 wiederkommen. In Bremen steht die Frankfurt-Anbindung mit Lufthansa auf dem Spiel. Nürnberg, Münster/Osnabrück und Leipzig gelten als weitere mögliche Kürzungsziele.
Lufthansa sieht ein ungelöstes Grundsatzproblem. "Aktuell liegt das Angebot an innerdeutschen Zubringerstrecken nach Frankfurt und München bei nur noch 65 Prozent des Niveaus von 2019", teilte Lufthansa am Mittwoch mit. "Wesentlicher Grund sind die exorbitant gestiegenen staatlichen Standortkosten."
Sogar in der Schweiz geht Fliegen billigerLuftverkehrssteuern, Flugsicherung und Sicherheitentgelte summierten sich - laut Lufthansa - für einen innereuropäischen A320-Flug mit 150 Passagieren in Stuttgart zuletzt auf 4.802 Euro.
Keine 150 Kilometer Luftlinie entfernt in Zürich wendet der Konzern für einen vergleichbaren Flug demnach nur 2.956 Euro für Steuern und Gebühren auf.
"Seit 2019 haben sich Steuern und Gebühren verdoppelt", hält Lufthansa fest. "Raum, um zusätzliche Belastungen wie die derzeit sehr hohen Kerosinpreise aufzufangen, besteht nicht mehr."
Die teilweise Rücknahme der Luftverkehrsteuererhöhung aus Ampel-Zeiten sei zwar "ein guter Anfang, schafft aber noch keine Trendwende". Lufthansa fordert von der Politik jetzt ein "Sofortprogramm, um die Hub-Anbindungen seiner föderalen Räume zu sichern".
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 03.06.2026 11:19
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Beitrag vom 04.06.2026 - 18:29 Uhr
Bemerkenswert, mit welcher Chuzpe ein Konzern, der in guten Jahren Milliardengewinne einstreicht, vom Staat ein „Sofortprogramm" einfordert. In der Gewinnphase gilt eiserner Kapitalismus — bloß keine staatliche Regulierung.
Sobald die Rechnung nicht mehr aufgeht, wird flugs der Sozialisierung das Wort geredet: Verluste bitte schön auf die Allgemeinheit verteilen. Paderborn, Bremen, Nürnberg — zu unwirtschaftlich für den freien Markt, aber offenbar nicht zu unwirtschaftlich für den Steuerzahler.
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren — in dieser Disziplin ist die Lufthansa Weltklasse.
Von welcher „Sozialisierung“ ist denn hier eigentlich die Rede? Es sind die Kosten, die bestimmte Strecken nicht mehr rentabel bzw. die Verluste so groß machen, dass sie sinnvollerweise eingestellt werden. Wenn potentielle Passagiere, Bürgermeister der betroffenen Städte und die Politik an sich diese Verbindungen weiter sehen wollen, dann müssen sie a den Steuern, Gebühren und Abgaben halt etwas ändern. Das hat aber doch nichts mit Subvention, „Sozialisierung von Verlusten“ zu tun, sondern mit unverhältnismäßig hohen Standortkosten. Und warum soll Lufthansa dann selbst z.B. für eine (bessere?) Zugverbindung von Paderborn nach München sorgen und nicht das milliardenfach subventionierte Staatsunternehmen Deutsche Bahn??
Na dann kann ja die LH im Gegenzug den Ausbau des Frankfurter Kreuz finanzieren, damit nicht immer alles im Stau stehen.
Oder beispielsweise kann der Bund auch alle in Deutschland produzierten Benzin-Autos mit 1.000 € subventionieren, damit es trotz veralteter Technik “aufwärts” geht. Oder jedes Dorf benötigt auf Staatskosten eine Pizzeria als Grundversorgung. Ach, Einfach an alle Geld verschenken, noch besser. Hauptsache kein Risiko und immer Aufschwung auf Pump.
Es gibt kein Grundrecht auf innerdeutsche Verbindungen und vor allem sollte die Lufthansa sich nicht weiter auf dem dünnen Eis (siehe EK Landerechte für Berlin) bewegen.
Sie haben als Lobbygeschenk schon die Luftverkehrssteuer reduziert bekommen und das sollte dann auch mal reichen.
Beitrag vom 04.06.2026 - 18:12 Uhr
Und warum soll Lufthansa dann selbst z.B. für eine (bessere?) Zugverbindung von Paderborn nach München sorgen und nicht das milliardenfach subventionierte Staatsunternehmen Deutsche Bahn??
Woher kommt diese dumme und falsche Erzählung von der angeblich milliarenfach subventionierten Deutschen Bahn? Noch nicht begriffen, dass der Schienenverkehr zur unmittelbaren Daseinsvorsorge gehört und daher zu den Pflichtaufgaben des Staates? Oder sprechen Sie beim Autoverkehr hinsichtlich der Streckenkosten (Straßenbau und Unterhalt) von milliardenfacher Subvention (da die KFZ-Steuern und die Mineralölsteuer bei weitem nicht die Kosten decken). Und ist es Ihnen wirklich entgangen, dass die Bahn hinsichtlich der Trassenkosten jahrzehntelang unterfinanziert wurde? Also lassen Sie dieses plumbe Bahnbashing. Und überlegen mal, wer die Zufahrten zu den Flughäfen "subventioniert".
Dieser Beitrag wurde am 04.06.2026 18:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.06.2026 - 17:06 Uhr
Bemerkenswert, mit welcher Chuzpe ein Konzern, der in guten Jahren Milliardengewinne einstreicht, vom Staat ein „Sofortprogramm" einfordert. In der Gewinnphase gilt eiserner Kapitalismus — bloß keine staatliche Regulierung.
Sobald die Rechnung nicht mehr aufgeht, wird flugs der Sozialisierung das Wort geredet: Verluste bitte schön auf die Allgemeinheit verteilen. Paderborn, Bremen, Nürnberg — zu unwirtschaftlich für den freien Markt, aber offenbar nicht zu unwirtschaftlich für den Steuerzahler.
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren — in dieser Disziplin ist die Lufthansa Weltklasse.
Von welcher „Sozialisierung“ ist denn hier eigentlich die Rede? Es sind die Kosten, die bestimmte Strecken nicht mehr rentabel bzw. die Verluste so groß machen, dass sie sinnvollerweise eingestellt werden. Wenn potentielle Passagiere, Bürgermeister der betroffenen Städte und die Politik an sich diese Verbindungen weiter sehen wollen, dann müssen sie an den Steuern, Gebühren und Abgaben halt etwas ändern. Das hat aber doch nichts mit Subvention, „Sozialisierung von Verlusten“ zu tun, sondern mit unverhältnismäßig hohen Standortkosten. Und warum soll Lufthansa dann selbst z.B. für eine (bessere?) Zugverbindung von Paderborn nach München sorgen und nicht das milliardenfach subventionierte Staatsunternehmen Deutsche Bahn??
Wenn die Stadt sagt, wir brauchen die Verbindung, dann kann sie an den Steuern, Gebühren und Abgaben drehen, damit die Verbindung für die LH sich wirtschaftlich darstellen lässt.
Wenn LH sagt, die Verbindung nach Bremen lohnt sich wirtschaftlich nicht, kann sie die Preise erhöhen oder die Verbindung einstellen. Aber jetzt von anderen auf deren Kosten was einfordern, damit der Hub nicht gesschwächt wird, ist einfach nur jämmerlich ist.
...NCC1701
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Sobald die Rechnung nicht mehr aufgeht, wird flugs der Sozialisierung das Wort geredet: Verluste bitte schön auf die Allgemeinheit verteilen. Paderborn, Bremen, Nürnberg — zu unwirtschaftlich für den freien Markt, aber offenbar nicht zu unwirtschaftlich für den Steuerzahler.
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren — in dieser Disziplin ist die Lufthansa Weltklasse.
Von welcher „Sozialisierung“ ist denn hier eigentlich die Rede? Es sind die Kosten, die bestimmte Strecken nicht mehr rentabel bzw. die Verluste so groß machen, dass sie sinnvollerweise eingestellt werden. Wenn potentielle Passagiere, Bürgermeister der betroffenen Städte und die Politik an sich diese Verbindungen weiter sehen wollen, dann müssen sie a den Steuern, Gebühren und Abgaben halt etwas ändern. Das hat aber doch nichts mit Subvention, „Sozialisierung von Verlusten“ zu tun, sondern mit unverhältnismäßig hohen Standortkosten. Und warum soll Lufthansa dann selbst z.B. für eine (bessere?) Zugverbindung von Paderborn nach München sorgen und nicht das milliardenfach subventionierte Staatsunternehmen Deutsche Bahn??
Na dann kann ja die LH im Gegenzug den Ausbau des Frankfurter Kreuz finanzieren, damit nicht immer alles im Stau stehen.
Oder beispielsweise kann der Bund auch alle in Deutschland produzierten Benzin-Autos mit 1.000 € subventionieren, damit es trotz veralteter Technik “aufwärts” geht. Oder jedes Dorf benötigt auf Staatskosten eine Pizzeria als Grundversorgung. Ach, Einfach an alle Geld verschenken, noch besser. Hauptsache kein Risiko und immer Aufschwung auf Pump.
Es gibt kein Grundrecht auf innerdeutsche Verbindungen und vor allem sollte die Lufthansa sich nicht weiter auf dem dünnen Eis (siehe EK Landerechte für Berlin) bewegen.
Sie haben als Lobbygeschenk schon die Luftverkehrssteuer reduziert bekommen und das sollte dann auch mal reichen.
Woher kommt diese dumme und falsche Erzählung von der angeblich milliarenfach subventionierten Deutschen Bahn? Noch nicht begriffen, dass der Schienenverkehr zur unmittelbaren Daseinsvorsorge gehört und daher zu den Pflichtaufgaben des Staates? Oder sprechen Sie beim Autoverkehr hinsichtlich der Streckenkosten (Straßenbau und Unterhalt) von milliardenfacher Subvention (da die KFZ-Steuern und die Mineralölsteuer bei weitem nicht die Kosten decken). Und ist es Ihnen wirklich entgangen, dass die Bahn hinsichtlich der Trassenkosten jahrzehntelang unterfinanziert wurde? Also lassen Sie dieses plumbe Bahnbashing. Und überlegen mal, wer die Zufahrten zu den Flughäfen "subventioniert".
Dieser Beitrag wurde am 04.06.2026 18:13 Uhr bearbeitet.
Sobald die Rechnung nicht mehr aufgeht, wird flugs der Sozialisierung das Wort geredet: Verluste bitte schön auf die Allgemeinheit verteilen. Paderborn, Bremen, Nürnberg — zu unwirtschaftlich für den freien Markt, aber offenbar nicht zu unwirtschaftlich für den Steuerzahler.
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren — in dieser Disziplin ist die Lufthansa Weltklasse.
Von welcher „Sozialisierung“ ist denn hier eigentlich die Rede? Es sind die Kosten, die bestimmte Strecken nicht mehr rentabel bzw. die Verluste so groß machen, dass sie sinnvollerweise eingestellt werden. Wenn potentielle Passagiere, Bürgermeister der betroffenen Städte und die Politik an sich diese Verbindungen weiter sehen wollen, dann müssen sie an den Steuern, Gebühren und Abgaben halt etwas ändern. Das hat aber doch nichts mit Subvention, „Sozialisierung von Verlusten“ zu tun, sondern mit unverhältnismäßig hohen Standortkosten. Und warum soll Lufthansa dann selbst z.B. für eine (bessere?) Zugverbindung von Paderborn nach München sorgen und nicht das milliardenfach subventionierte Staatsunternehmen Deutsche Bahn??
Wenn die Stadt sagt, wir brauchen die Verbindung, dann kann sie an den Steuern, Gebühren und Abgaben drehen, damit die Verbindung für die LH sich wirtschaftlich darstellen lässt.
Wenn LH sagt, die Verbindung nach Bremen lohnt sich wirtschaftlich nicht, kann sie die Preise erhöhen oder die Verbindung einstellen. Aber jetzt von anderen auf deren Kosten was einfordern, damit der Hub nicht gesschwächt wird, ist einfach nur jämmerlich ist.
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