Übernahmepoker
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Landet Easyjet am Ende bei Air France-KLM?

Easyjet Airbus A320neo
Easyjet Airbus A320neo, © Anikka Bauer, FBB

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LONDON - Easyjet sträubt sich - noch - gegen Übernahmepläne. Die Airline hat diese Woche auch ein drittes unverbindliches Angebot des US-Finanzinvestors Castlelake zurückgewiesen. In der Branche wird über die Hintergründe spekuliert - ist der US-Investor für Easyjet nur eine Zwischenlandung auf dem Weg in den Air-France-KLM-Konzern?

625 Pence je Aktie in bar - abgelehnt! Easyjet hat zu Wochenbeginn auch ein nachgebessertes Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors Castlelake zurückgewiesen - und treibt dem Preis weiter hoch.

Der Easyjet-Verwaltungsrat hatte zuvor bereits Offerten über 560 Pence und 600 Pence abgelehnt. Das jüngste Angebot entspreche einem Aufschlag von 59 Prozent zum Schlusskurs von 394,20 Pence vom 28. Mai, so der Investor.

Es beinhalte zudem ein zum Teil auf Aktien basierendes alternatives Angebot, mit der Anteilseigner an Easyjet beteiligt bleiben könnten. Castlelake hat nun bis zum 26. Juni Zeit, ein verbindliches Übernahmeangebot zu unterbreiten - oder sein Angebot zurückzuziehen.

Grundsätzlich ist Easyjet einer Übernahme nicht abgeneigt. Dass Castlelake in einer Zeit angeklopft habe, in der Airlineaktien wegen des Iran-Kriegs unter Druck standen, verstand man bei Easyjet gar als opportun.

Womöglich wird Castlelake bei Easyjet vorgeschaltet: Air-France-KLM-Chef Ben Smith hatte zu Monatsanfang zwar bekundet, einen eigenen Einstieg bei Easyjet zwar "nicht aktiv" zu verfolgen, die Tür für eine strategische Beteiligung aber offen gelassen - und sich positiv zu Netz- und Slotstruktur von Easyjet geäußert.

Castlelake braucht bei Easyjet Mitstreiter

Grenzüberschreitende Übernahmen im Airline-Sektor sind wegen rechtlicher Hürden schwierig. Start-, Lande- und Überflugrechte sind in der Regel daran gebunden, aus welchen Ländern die Eigentümer der Fluggesellschaft stammen und wer die Kontrolle über das Unternehmen ausübt.

Innerhalb der EU und seit dem Brexit auch innerhalb der EU und Großbritanniens sind die Regeln zwar lockerer. Doch bei einer Übernahme durch einen US-Investor könnte Easyjet wichtige Rechte für den Betrieb innerhalb der EU verlieren.

"Airlines müssen mehrheitlich im Besitz und unter der Kontrolle von EU-Bürgern sein, um die Betriebslizenz in der Region zu erhalten", schreibt Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan. "Eine nicht aus der EU kontrollierte Firma wie Castlelake kann daher theoretisch keinen Mehrheitsanteil an Easyjet übernehmen und zugleich die Rechte für Flüge innerhalb der EU behalten."

Allerdings seien alternative Strukturen für einen Deal denkbar. Zudem halte Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou etwa 15 Prozent der Easyjet-Aktien und erhalte jährlich Lizenzzahlungen für die Markenrechte.

Erprobtes Schema: Castlelake und Air France-KLM kennen einander

Ein Gespann mit Air France-KLM wäre für Castlelake eine Variante - und nicht neu. Der US-Investor hatte 2024 zusammen mit Lind Invest, dem dänischen Staat und Air France-KLM die Flugesellschaft SAS übernommen.

Air France-KLM hatte sich im SAS-Konsortium zunächst auf einen 19,9-Prozent-Anteil beschränkt, wird aber nach behördlichen Freigaben noch 2026 Hauptaktionär bei SAS. Der französisch-niederländische Airlinekonzern zahlt Castlelake und Lind Invest aus und soll künftig auf 60,5 Prozent Aktienanteil bei SAS kommen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: FBB, Günter Wicker | 24.06.2026 12:09


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