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Gestern, 11:46 Uhr

Flugangebot in Deutschland legt kaum noch zu

Passagiere am BER
Passagiere am BER, © FBB, Günter Wicker

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BERLIN - Das Angebot von Flugreisen wächst in Deutschland im zweiten Halbjahr nur noch geringfügig. Neben geopolitischen Krisen sind dafür auch hausgemachte Ursachen erkennbar, berichtet der Branchenverband BDL. Die Angebotsflaute bekommen zusehens mittelgroße Flughäfen im Bundesgebiet zu spüren.

Das Flugangebot von deutschen Flughäfen wächst in der zweiten Jahreshälfte kaum noch. 137,5 Millionen Sitzplätze von Juli bis Dezember bedeuteten einen Zuwachs von 1 Prozent, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) berichtet.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind neben inländischen Verbindungen vor allem Flüge in die Krisenregion Mittlerer Osten, aber auch nach Westeuropa gestrichen worden. Zusätzliche Starts gibt es nach Nordafrika und Südeuropa.

Im europäischen Vergleich fliegt Deutschland damit weiterhin hinterher: In den übrigen Staaten wuchs das Luftverkehrsangebot um 6 Prozent und erreichte einen Erholungsgrad von 116 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019.

Mittlere Flughäfen leiden

Der deutsche Markt hat die Corona-Delle mit einer Erholungsrate von 93 Prozent dagegen weiterhin nicht vollständig ausgeglichen. Das liegt vor allem an den dauerhaft gestrichenen Inlandsverbindungen abseits der Drehkreuze Frankfurt und München.

Langstrecke und Europaflüge haben hingegen nahezu das Niveau aus dem Jahr 2019 wieder erreicht. Innerdeutsch wird mit 49 Prozent nicht einmal jeder zweite Sitzplatz des früheren Angebots geflogen.

Der BDL nennt vor allem die hohen staatlichen Steuern und Abgaben als Grund, dass Fluggesellschaften deutsche Flughäfen meiden. Zusätzlich begrenzen die Airlines ihr Angebot wegen der anhaltend hohen Kerosinpreise.

Besonders schwach ist die Entwicklung an mittleren Standorten wie Stuttgart, Berlin oder Leipzig. Die Drehkreuze Frankfurt und München kommen auf 91 beziehungsweise 89 Prozent ihres früheren Angebots, während einige kleinere Flughäfen wie Memmingen, Weeze oder Karlsruhe/Baden-Baden deutlich mehr Flüge anbieten, weil dort Direktfluggesellschaften ihr Angebot konzentrieren.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: FBB, Günter Wicker | 23.07.2026 11:46

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Beitrag vom 23.07.2026 - 21:36 Uhr
Die Zahlen zeigen vor allem, dass sich der Luftverkehr nach der Pandemie weiter stabilisiert – wenn auch mit einer anderen Struktur als 2019. Dass die Langstrecke und der Europaverkehr das Vorkrisenniveau nahezu wieder erreicht haben, spricht gegen eine generelle Schwäche des Standorts Deutschland. Der starke Rückgang innerdeutscher Flüge ist zudem nicht allein auf hohe Steuern und Abgaben zurückzuführen, sondern auch auf den Ausbau des Bahnverkehrs, verändertes Reiseverhalten und den Trend zu Videokonferenzen. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus sinnvoll, dass die knappen Kapazitäten der Airlines dort eingesetzt werden, wo die Nachfrage am größten ist. Die hohen Standortkosten erklären daher nur einen Teil der Entwicklung – der Luftverkehr passt sich vielmehr dauerhaft an veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen an.


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