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Vor einem Jahr ist ein Hubschrauber auf einem Übungsflug der Bundeswehr in den Fluss Mulde im sächsischen Grimma abgestürzt - inzwischen steht die Ursache für das tödliche Unglück fest. "Die Unfallursache ist der Einflug in ein Stahlseil einer Pegelmessstation", teilte ein Sprecher der Luftwaffe mit.
Das habe die Untersuchung des Flugunfalls durch die Abteilung General Flugsicherheit in der Bundeswehr ergeben. Das Seil war in wenigen Metern Höhe quer über die Mulde gespannt gewesen.
Der Hubschrauber war am Morgen des 29. Juli 2025 vom Militärflugplatz Holzdorf an der Grenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu dem Übungsflug aufgebrochen. An Bord waren eine Soldatin und zwei Soldaten. Alle drei überlebten den Absturz nicht.
Besetzung konnte Seil nicht erkennen
Über der Mulde war der Hubschrauber im Tiefflug unterwegs. Laut Bundesverteidigungsministeriums gehört zum Übungsprogramm für Hubschrauberbesatzungen auch das Unterfliegen von Leitungen oder Brücken. "Das Seil konnte durch die Besatzung nicht erkannt werden", teilte der Sprecher der Luftwaffe mit. Hindernisse im bodennahen Bereich seien in den verfügbaren Karten nicht verzeichnet. Es liefen nach wie vor Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu dem Fall.
Aus dem Abschlussbericht des Generals Flugsicherheit wolle die Bundeswehr Konsequenzen ziehen, um die Flugsicherheit zu erhöhen und Unfälle zu verhüten. "Unabhängig davon gilt weiterhin: Trainingsflüge und Tiefstflüge über deutschem Hoheitsgebiet bleiben unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung. Erkenntnisse aus dem Abschlussbericht werden im Rahmen von Anpassungen und Sensibilisierungen hinsichtlich der Aus- und Weiterbildung des fliegerischen Personals berücksichtigt", so der Sprecher.
Internes militärisches Gedenken zum Jahrestag
Zum Jahrestag des tödlichen Unfalls plant die Bundeswehr am kommenden Mittwoch ein nicht öffentliches Gedenken. An dem militärischen Antreten mit anschließendem Feldgottesdienst sollen Angehörige der Bundeswehr sowie Kameradinnen und Kameraden am Standort Holzdorf/Schönewalde teilnehmen.
Am Unglücksort in Grimma (Landkreis Leipzig) werde es dagegen keine Gedenkveranstaltung geben, teilte Sprecher der Stadt, Sebastian Bachran, mit. "Dies geschieht aus Rücksicht auf die trauernden Angehörigen." An der Absturzstelle am Fluss erinnere ein Holzkreuz an eines der getöteten Besatzungsmitglieder. Es sei privat aufgestellt worden.
"Wir stehen weiterhin mit den Angehörigen in Kontakt und an ihrer Seite. Wir haben großes Verständnis dafür, dass aufgrund der persönlichen Betroffenheit die Pietät im Vordergrund steht. Deshalb verzichten wir auf eine öffentliche Gedenkveranstaltung zum Jahrestag", erklärte Grimmas Oberbürgermeister Tino Kießig (Wählervereinigung).
© dpa | Abb.: Bundeswehr | 24.07.2026 11:33







Kommentare (4) Zur Startseite
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Ein derart unnötiges und leicht ausschliessbares Risiko einzugehen ist unprofessionell.
Wer den Geländekonturflug nur unter Friedensbedingungen, nach vorheriger Aufklärung des Geländes,
beherrscht, beherrscht ihn unter Einsatzbedingungen gar nicht.
Flugvorbereitung hat hier nichts mit Durchführung zu tun. Ein Drahtseil kann man praktisch nicht erkennen, die Geländekontur aber schon. Man kann nicht üben, ein Drahtseil zu sehen, schon gar nicht bei bewegtem Hintergrund. Und falls ich mich recht erinnere, war es nicht sogar Nacht? Es geht doch nicht darum, dass die Piloten vorher das Gelände erkunden, sondern der/die Flugvorbereiter/-planer potentielle Hindernisse. Das übungshalber durchgeführte Tieffliegen incl. Unterfliegen der Brücke wurde und wird ja auch keineswegs kritisiert.
Zumal es, wie ich bereits schrieb, keine ad hoc Entscheidung für diese Strecke war.
Der Vorwurf mangelnder Professionalität ist unangemessen. Wer den Geländekonturflug nur unter Friedensbedingungen, nach vorheriger Aufklärung des Geländes, beherrscht, beherrscht ihn unter Einsatzbedingungen gar nicht. In Litauen würde im V-Fall auch niemand vorweg eilen, um zu gucken, ob alles sicher ist.
Es ist unbegreiflich, warum so eine Tiefflugstrecke nicht vorab genau geprüft wird. Das Hindernis ist ja nicht einmal kurzfristig entstanden.
Vielleicht sollte man sich diesbezüglich bei unseren beiden südlichen Nachbarn mal umhören, da sind schon Privatpiloten professioneller unterwegs.
Tja, so ändern sich die Zeiten! Ich war in den 70ern bei den Heeresfliegern, und da flogen wir mit der Alouette II mit 80 kt auf festgelegten Tiefflugstrecken in 10ft Höhe! Diese Tiefflugstrecken wurden aber vorher ausgiebig erkundet, und jede Leitung wurde auch den Karten markiert. Bevor man selbst diese Strecken fliegen durfte, musste man erstmal eine ausgiebige Einweisung mit Fluglehrer über sich ergehen lassen.
Leider ist auch damals ein tragischer Unfall bei einer solchen Tiefflugübung passiert.