Verwandte Themen
Condor sucht einen neuen Eigner. "Natürlich muss man kein Prophet sein, um zu sagen, dass sich Condor wahrscheinlich an einem größeren Konglomerat andocken wird", sagte Condor-Chef Peter Gerber gerade dem Magazin "Stern".
Zunächst soll Condor aber vollständig vom aktuellen Investor übernommen werden - Attestor werde den staatlichen 49-Prozent-Anteil über eine beim Einstieg 2021 vereinbarte Call-Option vor Ende September an sich ziehen, meldete "Reuters" diese Woche unter Berufung auf einen Insider.
Weder Condor noch Attestor haben sich dazu geäußert. Attestor hält 51 Prozent der Anteile, der Finanzinvestor hat 450 Millionen Euro bei Condor angelegt.
Das Land Hessen und der Bund blieben über die Treuhandgesellschaft "SG Luftfahrt" mit 49 Prozent Firmenanteil im Hintergrund - die Beteiligung sicherte staatliche Rettungspakete ab.
Der Staat hatte Condor 2019 nach der Pleite des früheren Eigners Thomas Cook zunächst mit 380 Millionen Euro KfW-Kredit gestützt, der Bund und Hessen stellten hierfür Bürgschaften. Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie erweiterte der Staat seinen Schutzschirm für Condor auf insgesamt 550 Millionen Euro.
Effektiv hat Condor 321,2 Millionen Euro Staatshilfen gezogen - die EU-Kommission hatte 2025 nach einer Prüfung die Rechtmäßigkeit der Hilfen bestätigt.
Eine letzte noch offene Tranche aus einem KfW-Kredit - 175 Millionen Euro - konnte Condor dieses Jahr vorzeitig tilgen. "Condor hat alle Verbindlichkeiten bedient", sagte Condor-Chef Peter Gerber im April 2026.
Die Airline will einen neuen Investor nun mit Wachstum überzeugen. Condor hat rund um das Drehkreuz Frankfurt ein eigenes Zubringernetz aufgezogen und wird 2027 ins neue Terminal 3 wechseln. Parallel baut die Airline die Flotte weiter aus.
Condor baut Flotte weiter aus
Nach Informationen von aero.de wird Condor zusätzliche Airbus A320neo leasen, konkret Maschinen der insolventen US-Günstigairline Spirit Airlines, die an Leasinggeber zurückfielen. Auf Anfrage bestätigt Condor, dass vier A320neo, "die früher bei Spirit Airlines unterwegs waren", im Leasing bis Anfang 2027 zur Kontflotte stoßen.
Die Interkontflotte - aktuell 18 A330-900 - soll nach letztem Stand bis Ende 2027 auf 21 und bis 2031 auf 25 A330-900 wachsen. Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" hatte unmittelbar vor der Farnborough Airshow 2026 über einen möglichen Ausbau des Orderbuchs um sechs weitere A330-900 berichtet, Condor wies den Bericht allerdings umgehend zurück.
Vor Steuern und Zinsen konnte Condor ihr Betriebsergebnis im vergangenen Geschäftsjahr bei 2,35 Milliarden Euro Umsatz auf 151 Millionen Euro ausbauen. Mit einer auf 70 Flugzeuge gewachsenen Flotte steigerte sich die Fluggesellschaft um 13 Prozent auf 9,6 Millionen Fluggäste.
© aero.de | Abb.: Condor | 24.07.2026 13:07







Kommentare (1) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Der Attestor Teil wäre mal einen eigenen Artikel Wert gewesen, denn da ist es, wo sich die Zukunft der Condor entscheidet. Denn im Gegensatz zu Easy stehen hier die Investoren nicht Schlange und überbieten sich gegenseitig. Besonders jetzt, wo die EU Commision die Zügel bei der Übernahme durch nicht EU Firmen anziehen. Bei Condor fehlt dann das entsprechende Korrektiv, welches über die Regierungsvertreter im Aufsichtsrat ausgeübt wurde.