Kiew vermutet CH-101
11:18 Uhr   UPDATE 

Flugobjekt dringt in Polens Luftraum ein und stürzt ab

Lockheed Martin F-16
Lockheed Martin F-16, © USAF

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WARSCHAU - Luftalarm in Lublin, ein lauter Knall und ein großer Krater: Bei massiven russischen Luftschlägen gegen die Ukraine schlägt ein Flugobjekt in Polen ein. Kiew und Warschau sehen Russland in der Verantwortung.

Während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist ein Flugobjekt in Polens Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Der mutmaßliche Einschlagsort liege auf unbewohntem Gebiet nahe dem Ort Tarnawa Kolonia südlich von Lublin, teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte mit.

In der Stadt im Osten des Landes war in den frühen Morgenstunden Luftalarm ausgelöst worden. Polens Regierungschef Donald Tusk begab sich auf den Weg zur Absturzstelle.

In der Mitteilung des Oberkommandos heißt es, gegen 3.40 Uhr morgens sei im polnischen Luftraum ein nicht identifiziertes Objekt entdeckt worden, das sich in westliche Richtung bewegte. Ein Kampfjet vom Typ F-16 sei zur Erkennung aufgestiegen. Das Flugobjekt sei danach wieder vom Radar verschwunden.

Die Besatzung eines Hubschraubers habe später den Absturzort identifiziert. Die Polizei in Lublin teilte auf "X" mit, Anwohner hätten in den Morgenstunden einen gewaltigen Knall gemeldet. In der Nähe von Tarnawa Kolonia fanden Polizisten einen Krater von zehn Metern Durchmesser.

Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosziniak-Kamysz sprach von einer "außerordentlich schweren Nacht für unsere Luftverteidigung, Überwachungs- und Abwehrsysteme". Derzeit werde an der Absturzstelle geklärt, um welche Art von Flugobjekt es sich handele.

Kiew sieht die Verantwortung bei Russland

Die Führung in Kiew sah die Verantwortung für den Vorfall bei Russland. "Über Nacht ist während eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine ein russischer Marschflugkörper vom Typ CH-101 in Polen eingedrungen und hat den Luftraum der NATO verletzt", schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf "X".

Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Luftabwehr der Ukraine dringend gestärkt werden müsse, auch um die NATO-Länder zu schützen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist der polnische Luftraum schon öfter verletzt worden. So war im September während eines russischen Angriffs auf die Ukraine eine große Zahl von Drohnen in den Luftraum Polens geflogen. Die polnische Luftwaffe und andere NATO-Verbündete schossen erstmals einige der Flugkörper ab.

Auch Warschau teilt die Einschätzung. "Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen", sagte Polens Regierungschef Donald Tusk in Lublin. "Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre."
© dpa | 30.07.2026 10:10


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