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Wie ein Notverkauf die Krise bei Air Baltic verschärfte

Air Baltic Airbus A220-300
Air Baltic Airbus A220-300, © Air Baltic

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RIGA - Insolvenzunterlagen legen ein bemerkenswertes Detail offen: Air Baltic hat im März 2026 Treibstoffabsicherungen aufgelöst, um schnell an Geld zu kommen. Kurz darauf schoss der Kerosinpreis wegen des Iran-Kriegs durch die Decke. Das ungünstige Timing hat die Finanzkrise von Air Baltic verschärft.

Air Baltic brauchte im März 2026 Geld: Liquiditätsanforderungen einer 2029 fälligen Hochzinsanleihe zwangen das Management zum Handeln.

In zeitlichem Zusammenhang löste Air Baltic verbliebene Treibstoffsicherungskontrakte auf: 5,7 Millionen Euro brachte der Verkauf ein. Rückblickend ein schlechtes Geschäft.

Nach Ausbruch des Iran-Kriegs schossen die Kerosinpreise hoch. Air Baltic hatte zwar kurzfristig Cash auf der Hand, tankt seit April 2026 aber ohne Preisschutz. Die Airline muss ihr Kerosin zum Tageskurs einkaufen.

"Treibstoffkosten machen traditionell 20 bis 27 Prozent der gesamten betrieblichen Aufwendungen aus", rechnet der Analystendienst "Bondoro" unter Berufung auf Gerichts- und Geschäftsunterlagen nach. "Die Kerosinpreise stiegen auf ihrem Höchststand gegenüber dem Niveau vom Januar 2026 um rund 109 Prozent."

Bei einem erwarteten Verbrauch von 165.000 Tonnen von April 2026 bis Dezember 2026 habe jeder Preisanstieg um 100 US-Dollar pro Tonne die Betriebskosten von Air Baltic um rund 16,5 Millionen US-Dollar hochgetrieben.

Der durchschnittliche Kerosinpreis habe in den ersten acht Monaten 2026 bei 1.168 US-Dollar je Tonne gelegen, Air Baltic hatte mit etwa 685 US-Dollar kalkuliert.

Mit den verkauften Hedges hätte Air Baltic den Treibstoffschock wahrscheinlich auch nicht in voller Höhe abgewettert. Die Airline weist sogar darauf hin, dass Wettbewerber günstigere Preise fixiert hatten.

Im August 2026 wurde es für Air Baltic eng

Über die folgenden Monate war Air Baltic den Preiskapriolen am Kerosinmarkt aber unmittelbar ausgesetzt. Die hohen Treibstoffkosten waren bei Entscheidung für eine Chapter-11-Insolvenz zumindest ein Ausschlaggeber.

"Im August 2026 zeichnete sich angesichts des starken Anstiegs der Kerosinpreise infolge des anhaltenden Iran-Konflikts und der sich rapide verschlechternden Liquiditätslage ab, dass (Air Baltic) so schnell wie möglich ein Chapter-11-Verfahren zur Neuordnung ihrer Finanzen benötigen könnte", heißt es in Gerichtsdokumenten.
© aero.de | Abb.: Air Baltic | 19.09.2026 06:55


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