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Es ist das Comeback schlechthin in der deutschen Luftfahrt - und sogar ein doppeltes: Nicht eine, nein gleich zwei alte Transall-Transporter möchte die Total Aeronautical Services GmbH (TAS) mit Sitz in Niedersachsen aus dem Dornröschenschlaf zurück an den Himmel über Deutschland holen.
Das Projekt ist bereits weit fortgeschritten, die Testflug-Vorbereitungen für die erste Maschine laufen auf Hochtouren. Das Luftfahrtbundesamt (LBA) und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) unterstützen nach Kräften, wie die Initiatoren des Projekts um TAS-Geschäftsführerin Maren Reese berichten.
Die erste wiederauferstandene Transall besitzt sogar schon ein ziviles Kennzeichen: Als D-AMJT wird sie die erste C-160 überhaupt sein, die in Deutschland mit ziviler Kennung abhebt.
Fracht durch die Gegend fliegen, so wie sie das viele Jahre lang im Dienst der Bundeswehr getan hat, wird die wieder flott gemachte Turboprop-Zweimot allerdings nicht mehr. Stattdessen planen TAS und Partner, beide auserkorene Transalls zu Löschflugzeugen umzurüsten - und sie für den Kampf gegen Waldbrände in Europa, vorzugsweise in Deutschland, zu stationieren.
Dass das gelingen kann, bewiesen die Projektbeteiligten bereits mit drei Ex-Luftwaffe-Transalls, die sie im Jahr 2023 aus Deutschland nach Australien überführten, wo der Spezialbetreiber Machjet International sie unter seine Fittiche nahm und sich mit Transall Tankers bereits ein entsprechendes Unternehmen auf die neue Karriere der "Trall" in Down Under vorbereitet.
Im Herbst 2025 nahm die erste Maschine des Trios, die einstige 50+55 (Seriennummer D.77, jetzt VH-TIT), offiziell die Zulassungstests für ihre Löschflieger-Laufbahn auf – bestückt mit einem maßgeschneiderten Löschmitteltank im Laderaum.
Löschflugzeug mit 14-Tonnen-Tank
Dieser Tank, entworfen und gebaut vom australischen Spezialunternehmen Helitak Firefighting Equipment, fasst im Einsatzbetrieb laut Herstellerangaben bis zu 14.000 Kilogramm Wasser oder Flammschutzmittel. Die Abwurfmenge über dem Zielgebiet soll 3.000 Liter pro Sekunde betragen – und das anschließende Neubefüllen des gesamten Tanks am Boden soll in nur rund drei Minuten abgeschlossen sein.
Der Wasserabwurf erfolgt außerdem nicht über die Laderampe am Heck der Transall, sondern mittig, aus dem Schwerpunkt, durch eine spezielle Vorrichtung unten am Rumpf. "So minimieren wir die Belastung für die Zelle beim Entladen in der Luft", erklärt TAS-Firmenchefin Maren Reese. Durch die Modifikation besitzt die Transall auch keine Druckkabine mehr.
Die Zertifizierungskampagne der australischen Zivilluftfahrtbehörde CASA (Civil Aviation Safety Authority) läuft seit Oktober 2025. Inzwischen hat laut Angaben von TAS auch die zweite australische C-160D ihren Tank erhalten und mit Bodentests begonnen.
Für die Zulassung in Deutschland haben die Verantwortlichen das österreichische Unternehmen Wings of Raven mit ins Boot geholt, dessen Gründer und Inhaber Syrus Lou als erfahrener Avioniker und Luftfahrtprüfer mit Rat und Tat zur Seite steht.
Eigentümer der australischen wie auch der deutschen Feuerlösch-Transalls ist Machjet International. Das Unternehmen mit Sitz in Queensland tritt außerdem als strategischer Entscheider auf. TAS kümmert sich als Ideengeber um die Umsetzung des Projekts in Deutschland - gemeinsam mit einem Team aus ehemaligen Transall-Mechanikern der drei Lufttransportgeschwader 61 (Penzing, aufgelöst), 62 (Wunstorf) und 63 (Hohn, aufgelöst).
Warum Europa die Transall braucht
Einen Termin für den ersten Testflug der Transall D-AMJT will Maren Reese bewusst nicht nennen. Es gebe aktuell noch ein paar kleinere Baustellen zu klären. "Aber zur Sommersaison 2027 wollen wir, wenn möglich, einsatzfähig sein", unterstreicht sie.
Dass Deutschland und Europa die C-160D als Löschflugzeug bestens gebrauchen können, darüber besteht bei den Machern des Projekts kein Zweifel – erst recht nicht angesichts der jüngsten Bilder von massiven Waldbränden aus Frankreich, Spanien oder Griechenland. Mit 14.000 Kilogramm Löschkapazität wäre die Transall zweifellos ein gewichtiger Faktor - mehr schafft in Europa derzeit nur der Airbus A400M.
Die Superkraft der deutschen Transalls
Maren Reese hebt zudem eine spezielle "Superkraft" der einstigen Luftwaffe-Transalls hervor, die außer ihr kein anderes in Europa eingesetztes Löschflugzeug besitzt: die Kevlar-Panzerung, die die Bundeswehr einst für den Kriseneinsatz im Unterboden des Cockpits und des vorderen Laderaums nachrüsten ließ. "Damit können wir mit der C-160D auch Brände in munitionsbelasteten Gebieten löschen."
© Flug Revue, Patrick Zwerger | Abb.: Transall Tankers | 16.08.2026 07:03







Kommentare (3) Zur Startseite
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Für die meistens lächerlich kleinen Nutzlasten dieser Flugzeuge würden sich Schwerlasthelis, welche auch direkt an Seen usw. nachtanken können, wesentlich besser eignen und bei größeren Lasten ...
könnten die A380 welche abgeschrieben und trotzdem noch viel zu jung für die Presse sind, sowie von vielen Airlines und Airbus nicht mehr wirklich gebraucht werden jeweils über 200 Tonnen (!!) an Löschmittel laden, und mit ihren gutmütigen Flugeigenschaften zielgenau absetzen.
Diese gigantischen Tragflächen mit ihren gigantischen Tanks waren bisher nur von Nachteil ... hier wären sies nicht.
Wenn man auf eine Zulassung für den Personentransport verzichtet, wären Änderungen am Treibstoffsystem und kleinere Eingriffe in die Struktur sicher relativ schnell und günstig machbar.
OK, nun also eine externe Firma. Die macht das bestimmt nicht aus Gemeinnützigkeit sondern die will sicher auch Geld damit verdienen. Ich bin gespannt wie lange man zögern wird, um die vermutlich teuren Einsätze dieser Maschinen möglichst nicht bezahlen zu müssen.