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Rasant wachsender Bedarf für Löschflugzeuge

Positive Aviation FF72
Positive Aviation FF72, © Positive Aviation

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TOULOUSE - Ein Start-up aus Toulouse rollt den Markt für Löschflugzeuge auf. Positive Aviation, gegründet 2024 von einer Handvoll früherer Airbus-Mitarbeiter, hat sich dem Umbau von ATR 72-600 zu leistungsstarken Brandbekämpfern verschrieben. Die Macher hinter dem Projekt sehen einen gewaltigen Bedarf.

Noch steckt das Projekt "FF72" in den Kinderschuhen. Das von Positive Aviation erdachte Konzept, ein Löschflugzeug auf Basis der ATR 72-600, kann aber schon erste Bestellungen vorweisen.

Eckpunkte: Die "FF72" soll 8.000 Liter Wasser aufnehmen, 30 Prozent mehr als die 2015 eingestellte CL-415, und mit bis zu 260 Knoten Richtung Brandgebiet fliegen.

Den Erstflug eines Prototypen strebt Positive Aviation bereits für das kommende Jahr an, schon 2028 will das Unternehmen seine erste "FF72" ausliefern.

"Die Arbeiten an einem nicht-fliegenden Prototypen haben bereits begonnen", sagte eine Sprecherin des Herstellers aero.de. Der erste Demonstrator trägt intern die Bezeichnung "FF72-X1" - für den ersten fliegenden Prototypen klopft Positive Aviation aktuell den Markt nach einer geeigneten ATR 72-600 ab.

Kernstück des Umbaukonzepts "FF72" ist eine Höherlegung des Basisflugzeugs mit einem Kombifahrwerk aus Rädern und Schwimmern.

"Die FF72 kann sowohl von werksneuen als auch von gebrauchten ATR 72-600 abgeleitet werden, unabhängig vom Alter der Plattform", sagte die Sprecherin.

Das erweitert den potenziellen Kundenkreis - Positive Aviation schätzt den Bedarf nach Löschflugzeugen in der Größe der FF72 auf "300 bis 400 Einheiten".

In entwickelten Löschflugzeugmärkten wie Nordamerika, Europa und Australien will Positive Aviation die FF72 als logischen Nachfolger ausgedienter CL-215/415 und für Flottenerweiterungen positionieren.

Der Klimawandel konfrontiert auch Länder mit Waldbrandproblematiken, die bisher keine oder kaum eigene Löschflotten unterhalten. Positive Aviation sieht steigende Bedarfe in Skandinavien, Osteuropa, Thailand, Indien und Indonesien. Auch in Schwellen- und Entwicklungsländern, "die sich bisher keine Löschflugzeuge leisten konnten", wittert der Hersteller Absatzmärkte.

Ambitionierter Hochlaufplan

Positive Aviation will 2028 mit einem ersten Umbau in die Serienfertigung einsteigen, 2029 sollen in Toulouse sechs FF72 entstehen. Die "Maximalrate" von zwölf Umbauten pro Jahr will das Team bereits 2030 erreichen.

"Überall dort, wo Wasserflächen zur Aufnahme von Löschwasser bereitstehen, sind Löschflugzeuge wichtige Verbündete bei der Brandbekämpfung", sagte die Sprecherin.
© aero.de | Abb.: Positive Aviation | 27.04.2025 07:22

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Beitrag vom 28.04.2025 - 09:58 Uhr
Als absoluter Laie (Nicht-Ingenieur) stellt sich mir die Frage, ob Schwimmer bei einem akzeptablem Eigen-Gewicht genügend Auftrieb bieten um die 22 Tonnen Startgewicht einer ATR 72 über Wasser zu halten und auch noch stabil in bewegtem Wasser starten und landen zu können.

Für 22 to Auftrieb benötigt man ein Verdrängungsvolumen von 22 cbm, das macht pro Schwimmer 11 cbm. Ganz grob sind das bei einer Schwimmerlänge von 11 m durchschnittlich 1 qm Querschnitt. Das sollte machbar sein.

Explizit: Ist das Konzept wirklich technisch ausgegoren? Schwimmer-Flugzeuge verhalten sich bekanntlich anders als Flugboote.

Und was soll das an der Ausgegorenheit ändern? Nichts. Eine 747 verhält sich auch anders als eine C172.

Im übrigen dürften Flugboote träger zu starten sein als solche Schwimmerflugzeuge, da diese beim Start nach hinten gekippt werden können und somit die reibungsintensive Strömung an den Schwimmern verringert werden kann. Beim Flugboot ist das weniger gut möglich, weil die benetzte Länge signifikant grösser ist.

Das grösste Problem der Schwimmerausführung ist die Stabilität des Gestells und der vergrösserte Luftwiderstand.

Nachtrag zur Wasseraufnahme:
Selbstverständlich kann auch ein Schwimmerflugzeug Wasser aufnehmen. Die einzige Voraussetzung ist nur, dass der Rüssel unter Wasser gedrückt wird.


Dieser Beitrag wurde am 28.04.2025 10:02 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.04.2025 - 09:46 Uhr
Als absoluter Laie (Nicht-Ingenieur) stellt sich mir die Frage, ob Schwimmer bei einem akzeptablem Eigen-Gewicht genügend Auftrieb bieten um die 22 Tonnen Startgewicht einer ATR 72 über Wasser zu halten und auch noch stabil in bewegtem Wasser starten und landen zu können.
Ein größeres Schwimmerflugzeug als die Twinn-Otter mit 5,6 Tonnen Startgewicht habe ich nicht gefunden.

Explizit: Ist das Konzept wirklich technisch ausgegoren? Schwimmer-Flugzeuge verhalten sich bekanntlich anders als Flugboote.

Gruß Gustl

Deswegen ist ja auch das MTOW im Wasser um 7 to geringer, also 16to statt 23to auf einer Startbahn!
Das Konzept ist ähnlich wie bei der CL415, entweder am Boden das Wasser tanken, oder im Flug direkt aus dem See/ Meer aufnehmen

Ist das möglich, dass man trotz der Schwimmer direkt aus dem Flug Wasser aufnehmen kann? Wo wird denn da die Wasseraufnahme gemacht?
Beitrag vom 28.04.2025 - 09:12 Uhr
Als absoluter Laie (Nicht-Ingenieur) stellt sich mir die Frage, ob Schwimmer bei einem akzeptablem Eigen-Gewicht genügend Auftrieb bieten um die 22 Tonnen Startgewicht einer ATR 72 über Wasser zu halten und auch noch stabil in bewegtem Wasser starten und landen zu können.
Ein größeres Schwimmerflugzeug als die Twinn-Otter mit 5,6 Tonnen Startgewicht habe ich nicht gefunden.

Explizit: Ist das Konzept wirklich technisch ausgegoren? Schwimmer-Flugzeuge verhalten sich bekanntlich anders als Flugboote.

Gruß Gustl

Deswegen ist ja auch das MTOW im Wasser um 7 to geringer, also 16to statt 23to auf einer Startbahn!
Das Konzept ist ähnlich wie bei der CL415, entweder am Boden das Wasser tanken, oder im Flug direkt aus dem See/ Meer aufnehmen


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