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Die Erstarifierung von City Airlines war ein zähes Unterfangen. Lufthansa unterschrieb im April 2026 letztlich mit Verdi - für Piloten und Flugbegleiter. Tariflich aufeinander abgestimmte Dienstregeln sollen City Airlines bis 2029 beim Ausbau von Flotte und Netzwerk um die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München helfen.
Richtig eingespielt sind die Tarifbeziehungen bei City Airlines allem Anschein nach noch nicht. "Im Kern lässt sich festhalten, dass das Unternehmen einer Vielzahl an Vereinbarungen und tarifvertraglichen oder individualrechtlichen Ansprüchen nicht nachkommt", stellte Verdi diese Woche in einem an Mitglieder versandten Memo fest.
Das Schreiben liegt aero.de vor. Die Gewerkschaft sieht sich von Lufthansa City Airlines hingehalten, die eigene Geduld "maximal strapaziert". "Fast wöchentlich sind (mehr) neue Baustellen dazugekommen als offene Themen abgeschlossen wurden", beklagt Verdi.
Unter anderem kreidet Verdi eine über Monate verschleppte Anwendung neuer Gehaltstabellen an. "Noch immer ist die Auszahlung der seit April ausstehenden Vergütungserhöhungen nicht erfolgt", informiert Verdi ihre Mitglieder. "LHX (City Airlines, Red.) befindet sich damit seit der Vergütungszahlung im April im Zahlungsverzug."
Vor einigen Tagen habe man "diesen Zustand (...) auf der Konzernebene eskaliert", heißt es in dem Schreiben weiter. In einem "Spitzengespräch" zwischen Konzern, City Airlines und Verdi habe Lufthansa diese Woche dann Besserung zugesagt.
"Lufthansa City Airlines setzt die Ergebnisse der Tarifverhandlungen, die am 10. April zu einer Einigung für das Kabinen- und Cockpitpersonal geführt haben, planmäßig um", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de am Freitag. "Die Umsetzung erfolgt entsprechend der kommunizierten Zeitschiene und kann sich bei einzelnen Anpassungen bis ins dritte Quartal 2026 erstrecken."
Die erforderlichen technischen Anpassungen in den Systemen für die Lohnabrechnung und Crew-Planung seien "komplex und erfordern teilweise manueller Bearbeitung durch das Lohnabrechnungsteam unseres Dienstleisters", sagte der Sprecher.
Den Gehaltslauf August will City Airlines am kommenden Montag "inklusive der rückwirkenden Berücksichtigung der tariflichen Änderungen seit April 2026" durchführen - und aufgelaufenden Ansprüche damit glattstellen.
Beim "fertigen Tarifvertragstext zur Teilzeit" wartet Verdi nach eigenen Angaben unterdessen weiterhin auf eine Unterschrift des Arbeitgebers. Auch die soll nun alsbald kommen.
"Der Tarifvertrag Teilzeit steht kurz vor dem Abschluss", informierte City Airlines jetzt die Mitarbeiter. "Wir erwarten daher, dass die Teilzeitvergabe für 2027 noch vor Ende des Monats starten kann."
Ufo kritisiert City Airlines und Verdi
Von der Verdi-Gewerkschaftskonkurrenz in Form von Ufo kommt deutliche Kritik. Die Flugbegleitergewerkschaft sieht zunächst City Airlines in der Pflicht.
"Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, geschlossene Vereinbarungen vollständig, fristgerecht und korrekt umzusetzen", erklärte Ufo. "Interne Abstimmungen, notwendige Systemanpassungen oder Veränderungen innerhalb der Flotte können einen zusätzlichen Aufwand verursachen. Sie dürfen jedoch nicht über Monate zulasten der Beschäftigten gehen."
Die "Erweiterung der Bestandsflotte" und die "Einführung des (Airbus A220) seien "unternehmerische Entscheidungen". Eine "daraus entstehende Komplexität" darf laut Ufo "deshalb keine dauerhafte Begründung dafür sein, tarifliche Regelungen verspätet umzusetzen oder bereits bestehende Ansprüche nicht korrekt zu erfüllen".
Ufo zeigt aber auch auf Verdi. "Wer ein Tarifergebnis verhandelt und anschließend als Erfolg kommuniziert, muss auch sicherstellen, dass die getroffenen Regelungen rechtssicher vereinbart, unterschrieben und praktisch umsetzbar sind", meint Ufo. Es stelle sich die Frage, "ob die Umsetzung vor Abschluss ausreichend geklärt und verbindlich abgesichert wurde".
Verdi will das nicht auf sich sitzen lassen. "Die Kommunikation der Ufo haben wir zur Kenntnis genommen", sagte Verdi-Gewerkschafter Marvin Reschinsky aero.de und verweist auf das Memo. "Ufo-seitig wurden die Probleme zuvor scheinbar gar nicht erst erkannt und angegangen. Dafür brauchte es dem Anschein nach erst unsere Kommunikation, in der wir bereits politisch den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen als auch kostenlos juristische Hilfe anbieten."
Verdi stehe sowohl mit den Konzern- und Unternehmensverantwortlichen, der Personalvertretung als auch den Beschäftigten im Kontakt, "um die Versäumnisse auf Arbeitgeberseite zu lösen, zur Not auch mit juristischen Mitteln und weiteren Druck", sagte Reschinsky.
Neuer Chef und neue Flugzeuge für City Airlines
City Airlines steht aktuell vor einem Chefwechsel: Michael Kircher übernimmt zum 1. November 2026 die Leitung des Hubvernetzers. Der Manager und A320-Kapitän kommt von Austrian Airlines, folgt auf Peter Albers - und wird den weiteren Aufbau von City Airlines verantwort.
Die Plattform wächst rasant. Aktuell sind im AOC von City Airlines 15 Airbus A320neo und vier A319 angemeldet. Nach Informationen von aero.de sollten bis Jahresende noch fünf A320neo eingeflottet werden. Die Airline erwartet gegen November zudem einen ersten Airbus A220-300 - aus einer Bestellung über 40 Maschinen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 21.08.2026 17:05







Kommentare (27) Zur Startseite
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Bei Airbus only könnte man sich ja noch vorstellen, dass das später etwas bringt. Aber bei CRJ...
Das sind arbeitsrechtliche Hintergründe. Da nur widerruflich Freigestellt muss man die Lizenzen aufrecht erhalten. Die Verhandlungen fangen ja erst an. Da kann die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft schon Sinn machen. Das Typerating wäre ja so oder so gekommen.
Ich weiß. Es soll nur verdeutlichen, wie wenig effizient und sinnvoll das gerade ist... und wie wenig kostensparend.
Aber noch weniger effizient, kostenerzeugend und damit sinnfreier wäre es wohl, den Flugbetrieb weiter laufen zu lassen. Wenn man ein Unternehmen schließt, dann geht der Prozess nie effizient und ohne Reibungsverluste. Das kostensparende ist die Entscheidung, das Loch zu stopfen.
Bei Airbus only könnte man sich ja noch vorstellen, dass das später etwas bringt. Aber bei CRJ...
Das sind arbeitsrechtliche Hintergründe. Da nur widerruflich Freigestellt muss man die Lizenzen aufrecht erhalten. Die Verhandlungen fangen ja erst an. Da kann die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft schon Sinn machen. Das Typerating wäre ja so oder so gekommen.
Ich weiß. Es soll nur verdeutlichen, wie wenig effizient und sinnvoll das gerade ist... und wie wenig kostensparend.
Hinterfrag mal wieviel der 23 Flieger überhaupt fliegen.
Alle? welcher fliegt denn gerade nicht?
20 sind aktiv.
2 davon fliegen/flogen wenig:
D-AIJA. Länger nicht geflogen.
D-AIJM flog zuletzt auch kaum.
Also weder stimmen die 23 aktiven, noch fliegen davon alle, und noch weniger alle davon so viel, wie sie pro Tag könnten...