"Abschreckung"
Gestern, 13:03 Uhr

US-Regierung bestätigt Stationierung von Waffen im Weltraum

Troy Meink
Troy Meink, © USAF, DVIDS

Verwandte Themen

WASHINGTON - Washington hat die Stationierung von Waffen im Weltraum laut US-Medien erstmals offiziell bestätigt. Gewertet wurde die Äußerung von Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink als Warnung an China und Russland. Viel ist über die US-Aufrüstung im Weltraum bisher nicht bekannt.

Die Waffen seien zum Schutz von US-Streitkräften und als Antwort auf "sich wandelnde Bedrohungen" notwendig, sagte Meink den Berichten zufolge während einer Konferenz im US-Bundesstaat Maryland am Montag (Ortszeit).

"Heute stellen wir weiter sicher, dass wir bereit sind, uns den Herausforderungen sich wandelnder Bedrohungen zu stellen, wo auch immer diese auftreten", sagte Meink demnach. "Aus diesem Grund verfügen die Vereinigten Staaten nun über im Orbit stationierte Waffen zur Weltraumkontrolle, die die Streitkräfte vor feindseligen Handlungen von Gegnern verteidigen können."

Was könnte damit gemeint sein?

Details zu den Waffen oder dem Zeitpunkt ihrer Stationierung ließ Meink offen, betonte aber die Bedeutung des Schrittes für die "Abschreckung", wie die "Washington Post" berichtete. Möglich sei, dass das US-Militär unter anderem die Fähigkeit habe, feindliche Satelliten zu zerstören, sollten diese US-Truppen oder US-Satelliten ins Visier nehmen, sagte ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter der Zeitung.

Die Ankündigung rückt die 2019 unter Präsident Donald Trump gegründete "US Space Force" ins Zentrum, deren oberster ziviler Chef Meink ist.

Die "USSF" soll amerikanische Interessen im Weltraum schützen, der als entscheidend für die nationale Sicherheit gilt. Als Bedrohung werden auf der Website der "USSF" China und Russland benannt, die ihre militärische Schlagkraft im All ausbauten. Russland betrachte den Weltraum dabei als Kriegsschauplatz künftiger Konflikte, heißt es.

Chinas Außenministerium forderte am Dienstag angesprochen auf die Einschätzung der Space Force von den USA, das Aufrüsten im All einzustellen. China setze sich konsequent für die friedliche Nutzung und die Wahrung der Sicherheit im Weltraum ein und lehne die Militarisierung des Weltraums ab, sagte Sprecher Guo Jiakun in Peking.

Seit Jahrzehnten warnen Sicherheitsexperten, dass der Erdorbit zum Kriegsschauplatz werden könnte. Der Grund ist die wachsende Abhängigkeit moderner Streitkräfte von Satelliten etwa für Navigation, Kommunikation und Aufklärung. Angriffe könnten auch die zivile Kommunikation und andere, für die Weltwirtschaft entscheidende Systeme, stören.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: USAF, DVIDS | 15.09.2026 13:03

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 16.09.2026 - 14:45 Uhr
Ich habe tatsächlich bei allen 3 Zweifel.
These: Atomwaffen im Orbit stellen eine verhältnismäßig langsame, wirkungslose, dafür aber sehr ungenaue Waffe dar, die für nichts wirklich zu gebrauchen ist.

Ein Großteil des Zerstörungspotentials einer Atomwaffe basiert auf der Druckwelle, den ausgelösten Bränden und der radioaktiven Kontamination.
Die ersten 2 Faktoren sind im Orbit nicht vorhanden. Strahlung herrscht in dem Bereich dafür dauernd. Stattdessen würden sich in der Nähe befindliche Satelliten einseitig etwas mehr erhitzen, bei Nähe = Abstand bis vielleicht zu 10-20km.

Und so nahe muss man einem Zielobjekt erst mal kommen. Je nach Delta der Bahnneigung und Umlaufdauer dauert das uU Wochen und kosten enorme Mengen an Treibstoff.
Und wenn man einem Zielobject so nahe gekommen ist und zündet, beschädigt man uU eigene Assets in der Nähe.

Sonderfall EMP: Auch der erfordert eine Menge Treibstoff (abbremsen zum Wiedereintritt am Zielpunkt, Zündung in den oberen Atmosphärenschichten der Ionosphäre).
Die Wirkung eines EMP ist extrem schwer abschätzbar, speziell da wir seit den 60ern massiv in EMV Tests und Abschirmungen investiert haben und seitdem niemand mehr EMPs praktisch getstet hat.
Zudem hätte ein EMP Angriff auf Ein NATO Mitglied, Russland oder China einen direkten atomaren Gegenschlag zur Folge.

Daneben gaäbe es noch "kleinere" Probleme bei der Wartbarkeit einer Atomwaffe im Orbit und bei Fehlstarts.

Fazit: Atomwaffen im Orbit sind weder als Abschreckung noch als operative Waffe wirklich brauchbar, haben aber enorme Risiken und sind daher vermutlich nicht vorhanden.
Wenn man im Orbit Schaden anrichten will, sind konventionelle ASAT Wirkmittel effektiver, weil schneller und zielgenauer einsetzbar.

Freue mich auf Gegenargumente.

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2026 15:45 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.09.2026 - 12:47 Uhr
Gehen sie einfach davon aus das Russland, China und die USA bereits Atomwaffen im Orbit haben.

Bei Russland habe ich Zweifel, wenn die nicht einmal Kommunikationssatelliten in die richtige Bahn bekommen:

 https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/russland-satelliten-starlink-100.html
Beitrag vom 16.09.2026 - 02:19 Uhr
Gehen sie einfach davon aus das Russland, China und die USA bereits Atomwaffen im Orbit haben.

Weil Sie das schreiben?


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 09/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden