TAP Air Portugal
Gestern, 15:30 Uhr

Lufthansa und Air France-KLM greifen tiefer in die Tasche

TAP Air Portugal Airbus A330-900
TAP Air Portugal Airbus A330-900, © Airbus

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LISSABON - Portugal will einen Minderheitsanteil seiner staatlichen Fluggesellschaft TAP Air Portugal verkaufen: Lufthansa und Air France-KLM warten auf eine Entscheidung aus Lissabon. Neue Gebote der Flugkonzerne liegen nach einem Medienbericht über der Milliardenschwelle.

TAP Air Portugal liegt Portugal seit Jahren auf der Tasche: 3,3 Milliarden Euro, hat eine portugiesische Wirtschaftszeitung überschlagen, musste Portugal in den letzten Jahren in die Staatsairline pumpen. Damit soll jetzt Schluss sein.

"Wir wollen nicht weiter Geld in ein Fass ohne Boden werfen", hatte der portugiesische Ministerpräsident Luis Montenegro 2025 einen neuen Anlauf zu einer Teilprivatisierung gestartet: Portugal will 50,1 Prozent an TAP behalten und 44,9 Prozent an einen strategischen Partner verkaufen. Bis zu 5,0 Prozent reserviert der Staat für TAP-Mitarbeiter.

Lufthansa und Air France-KLM liefern sich ein Tauziehen um die 44,9 Prozent - die Airline passt bei beiden Konzernen gut in die Südatlantikstrategie.

Erste Angebote aus Frankfurt und Paris, eingereicht am 29. Juli 2026, lagen so eng beinander, dass Portugal Nachbesserungen forderte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" bieten beide Konzerne jetzt jeweils mehr eine Milliarde Euro für das ausgeschriebenen TAP-Minderheitspaket.

Portugal will Mitte Oktober 2026 eine Entscheidung treffen.

Insider stachen ein weiteres Detail an "Bloomberg" durch. Für einen perspektivischen Ausbau der TAP-Beteiligung in der Zukunft bieten demnach sowohl Air France-KLM als auch Lufthansa Portugal eigene Aktien an. Bisher soll nur Air France-KLM Portugal eine Konzernbeteiligung in Aussicht gestellt haben.

Portugal hatte TAP 2015 mehrheitlich an eine Konsortium verkauft, die Airline im Zuge der Covid-19-Verwerfungen aber wieder komplett übernommen. Lufthansa kreist nicht zum ersten Mal um den Star-Alliance-Partner: Der Konzern soll laut Kreisen 2019 ein Übernahmeangabot zusammen mit United Airlines in Betracht gezogen haben.
© aero.de | Abb.: Airbus | 02.10.2026 15:30


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