Hohe Kerosinpreise
14:18 Uhr

Mögliche Kurzarbeit schreckt Eurowings-Mitarbeiter auf

Eurowings am BER
Eurowings am BER, © Eurowings

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DÜSSELDORF - Eurowings trimmt ihren Winterflugplan. Die Lufthansa-Tochter nimmt laut einem Memo in einem "ersten Schritt" fünf Prozent Angebot raus. Deswegen steht "temporäre Kurzarbeit" im Raum. Die Vereinigung Cockpit wirft Eurowings vor, Kürzungen im deutschen Flugbetrieb zu ballen.

Hiobsbotschaft vor dem Wochenende: Wegen hoher Kerosinkosten prüft Eurowings, ob sie Beschäftigte im Winter in die Kurzarbeit schickt.

Die Lufthansa-Tochter führt dazu bereits Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit - und hat im aktuellen Programm erste Flüge gestrichen, wie ein Sprecher bestätigte. Ausweislich einer Mitarbeiterinformation will Eurowings in einem "ersten Schritt" rund fünf Prozent Kapazität streichen.

Dem Rotstift fallen unter anderem die gerade erst ankündigten Verbindungen von Köln und Stuttgart nach Dubai zum Opfer. Auf den langen Strecken ist der Nachteil durch den verteuerten Treibstoff besonders groß. Ab Berlin soll das arabische Drehkreuz aber weiterhin angeflogen werden.

Weitere Streichungen sollen eher einzelne Frequenzen im gesamten Eurowings-Netz, nicht aber ganze Strecken treffen.

"Wir unterziehen grundsätzlich alle Verbindungen und Standorte in unserem gesamten Streckennetz einer kontinuierlichen Überprüfung bezüglich der Wirtschaftlichkeit und richten unser Angebot immer nach der jeweiligen Nachfrage aus", sagte eine Eurowings-Sprecherin aero.de am Freitag. "Als Airline sind wir einer stetigen Optimierung unserer Flugpläne verpflichtet. Flüge, die auf dem aktuellen Kostenniveau nicht profitabel zu betreiben sind, nehmen wir daher vorübergehend aus dem Winterflugprogramm 2026/27."

Zum Umfang möglicher Kurzarbeit machte Eurowings keine Angaben. Es werde aktuell geprüft, "ob die Voraussetzungen für temporäre Kurzarbeit im deutschen Flugbetrieb im Winter gegeben sind", stellte die Sprecherin klar. Zudem soll in der Verwaltung gespart und auf die geplante Weihnachtsfeier verzichtet werden.

Cockpit: Keine Kürzungen bei Eurowings Europe

Die Gewerkschaft Verdi will bei der Ausgestaltung der Kurzarbeit mitreden und pocht darauf, dass Zahlungen der Arbeitsagentur gegebenenfalls aufgestockt werden. "Die Lufthansa erwirtschaftet unter dem Strich auch aktuelle Gewinne", erklärt dazu Verdi-Sekretär Marvin Reschinsky.

Die Vereinigung Cockpit merkt gegenüber dem "Spiegel" an, das bei der maltesischen Ops Eurowings Europe zumindest nach ihrem Kenntnisstand kein Flugprogramm gekürzt werde. Cockpit-Vorstand Frank Blanken äußerte gegenüber dem "Spiegel" daher den Verdacht, dass Eurowings Lohnarbitrage im europäischen Wirtschaftsraum betreibe.

Verdi sieht hingegen keine rein einseitigen Kürzungen. "Darauf haben wir bislang keinerlei Hinweise", sagte Reschinsky aero.de. Die "Arbeitsbedingungen der Eurowings Limited-Crews" seien ohnehin "deutlich flexibler und vorteilhafter" für Eurowings. "Hier kann der Arbeitgeber auch ohne das Instrument der Kurzarbeit deutlich schneller und einfacher Personalkosten reduzieren."
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Eurowings | 17.10.2026 14:18


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