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Lufthansa hat Air France-KLM ausgestochen: Portugal verkauft TAP Air Portugal - zunächst teilweise, später vielleicht ganz - an Lufthansa.
Der Konzern wird bei TAP für 1,025 Milliarden Euro 44,9 Prozent der Anteile erhalten. Bis zu 5,0 Prozent sind zunächst für die Tap-Beschäftigten reserviert, könnten aber auch noch an die Lufthansa gehen. Dadurch würde der Kaufpreis auf 1,201 Milliarden Euro steigen.
Lufthansa hat sich zudem verpflichtet, die Flotte von TAP auf 117 Maschinen im Jahr 2035 und nach Fertigstellung des neuen Flughafens von Lissabon auf 130 Flugzeuge auszubauen. Dazu sollen nach 2030 acht Airbus A350-900 von der Lufthansa zu TAP wechseln.
Lufthansa bewertet die vollständige TAP mit 2,552 Milliarden Euro, rund 30 Prozent des eigenen Börsenwerts.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisierte bereits den "außergewöhnlich hohen Preis", den Lufthansa für "einen Minderheitsanteil" überweist.
"Für den Anteil von 44,9 Prozent zahlt Lufthansa rund 21 Prozent mehr als der nächstplatzierte Bieter", merkte Cockpit vergangene Woche in einer Stellungnahme zu dem Deal an. "Der erzielte Preis liegt zudem rund 46 Prozent über der ursprünglich erwarteten Bewertung von etwa 700 Millionen Euro."
Spohr lässt die Kritik nicht stehen. "Wir müssen Profitpools finden, wie es TAP, Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik sind", hat Spohr laut "Handelsblatt" das Geschäft mit Portugal auf einer einer Mitarbeiterveranstaltung im München verteidigt. "Wir investieren dort, wo das Geld am meisten verdient."
Portugal zog zuletzt auch abseits von TAP Air Portugal Lufthansa-Geld an. Lufthansa Technik errichtet bei Porto einen Standort mit bis zu 700 Mitarbeitern für die Triebwerks- und Komponentenwartung. Die konzerneigene Flugschule LAT will in Portugal künftig Militärpiloten ausbilden.
Die Investitionen im Land dürften Lufthansa im TAP-Verfahren geholfen haben. Lufthansa werde "den Vorteil der niedrigeren Strukturkosten in Portugal nutzen", sagte Spohr laut "Handelsblatt". "Auch das Steuersystem ist vorteilhafter als das in Deutschland." Teilnehmer bestätigten aero.de den Wortlaut.
Streichert: Lufthansa kann sich TAP-Einstieg leisten
Über eine Regelung zur Dividendenverteilung mit der portugiesischen Regierung könnten selbst im Minderheitsanteil bis zu 75 Prozent der TAP-Gewinne an Lufthansa fließen, hatte Lufthansa Finanzvorstand Till Streichert den Deal mit Portugal vergangene Woche vor Analysten näher dargelegt.
Die anfänglich bis zu 1,201 Milliarden Euro für das Minderheitspaket kann Lufthansa laut Streichert "vollständig" aus vorhandener Liquidität finanzieren - neue Schulden muss Lufthansa demnach nicht aufnehmen. Lufthansa erhalte sich "volle finanzielle Flexibilität", betonte Streichert vergangene Woche vor Finanzanalysten.
Die Botschaft: Lufthansa kann sich den TAP-Einstieg leisten, Kreditratings des Konzerns sollen nicht unter die aktuelle Einstufung fallen, Lufthansa geht mit einem "BBB-" gerade noch so als Schulder mit "Investment Grade" durch.
Im Falle einer späteren Komplettübernahme stellt Lufthansa Portugal einen Anteil von bis zu zu fünf Prozent am eigenen Konzern in Aussicht. Damit sich das für Lissabon gemessen an der Gesamtbewertung rechnet, müsste sich der Wert der Lufthansa-Aktien bis dahin allerdings mehr als verdoppeln. Details wollen Lufthansa und Portugal ohnehin erst später klären.
Lufthansa spart sich bei TAP den Allianzwechsel
Für den Moment verspricht sich Lufthansa von TAP Air Portugal Marktanteile im stark wachsenden Südamerikaverkehr - und jährliche Synergien von bis zu 450 Millionen Euro. TAP kontrolliert rund 26 Prozent des Verkehrs zwischen Europa und Südamerika, besonders stark ist TAP Air Portugal in Brasilien aufgestellt.
Weil die Fluggesellschaft bereits Mitglied im Lufthansa-Bündnis Star Alliance ist, muss Lufthansa keinen zeit- und kostenintensiven Allianzwechsel vornehmen. Die Synergien sollen auch deswegen unmittelbar wirken.
TAP hatte zuletzt vier Geschäftsjahre in Folge Gewinne eingeflogen. Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte TAP jedcoh einen Nettoverlust von 99,2 Millionen Euro. Belastend wirkten sich unter anderem die gestiegenen Treibstoffkosten aus. Die Betriebserlöse stiegen um 4,3 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro.
Mit 8,2 Millionen Passagieren beförderte die Airline 4,2 Prozent mehr Menschen als ein Jahr zuvor.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 22.10.2026 06:19







Kommentare (2) Zur Startseite
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Wie wenig die ausgewiesenen Gewinne aussagen, zeigt die nähere Betrachtung:
Das waren in 2022..25 Gewinne von rd. 66, 177, 54 und 4 Mio; zuvor, 2021 waren es allerdings 1600 Mio Verlust. Gut, das war Corona. Aber in weiteren 10 Jahren davor waren es eigentlich auch nur Verlustjahre, meist im zweistelligen Millionenbereich.
Stimmt, das sollte man näher betrachten. Die absoluten Zahlen sagen erst mal wenig aus, da sie sich so nicht mit LHA vergleichen lassen. Da ist die operative Marge besser geeignet.
Die lag im genannten Zeitraum zwischen 4 und knapp 10% besser als die der LHA. H1 2026 1,9%besser. Das alles ohne entsprechende Skalierungseffekte, die der LHA zur Verfügung stehen. Allerdings hat die TAP eine umfassende Umstrukturietng durchlaufen. Neben den üblichen Maßnahmen an der Flotte und trennen von einzelnen Geschäftsfeldern waren das bei Personal und Kosten - Personalabbau, Gehaltsanpassungen, Neuverhandlungen mit Gewerkschaften und Produktivitätsmaßnahmen im Sanierungsplan.
Quelle GBs LHG und TAP
Die paar (zudem noch rückläufige) Gewinne in den verkaufsvorbereitenden Jahren sollte man also durch Ausblendung der vorhergehenden Verluste nicht überbewerten.
Aber auch nicht unterbewerten. TAP hat durch, wo LHA noch hin will/muss. Dazu bewegen sie sich in äußerst profitablen Märkten.
Unter dem Strich, das ist ja das Thema des Titels, wird bei der TAP meht verdient als bei der LHA.
Wie wenig die ausgewiesenen Gewinne aussagen, zeigt die nähere Betrachtung:
Das waren in 2022..25 Gewinne von rd. 66, 177, 54 und 4 Mio; zuvor, 2021 waren es allerdings 1600 Mio Verlust. Gut, das war Corona. Aber in weiteren 10 Jahren davor waren es eigentlich auch nur Verlustjahre, meist im zweistelligen Millionenbereich.
Die paar (zudem noch rückläufige) Gewinne in den verkaufsvorbereitenden Jahren sollte man also durch Ausblendung der vorhergehenden Verluste nicht überbewerten.