Lufthansa-Mediation
13:40 Uhr

Alles oder nichts

Lufthansa Airbus A350-900
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - Drei Schlichtungen bei Lufthansa verlaufen im Sand. Alle Augen richten sich jetzt auf die Mediation. Scheitert auch dieses Verfahren, droht dem Konzern 2027 eine neuerliche Eskalation mit den Piloten bei Lufthansa Classic und Lufthansa Cargo - denn in einem wesentlichen Tarifvertrag tickt die Uhr.

Schönreden will man die Sache nicht. "Ergebnisse gibt es nicht", informierte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ihre Mitglieder über den Ausgang parallel geführter Schlichtungen mit dem Lufthansa-Konzern. Das Memo liegt aero.de vor.

Weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo noch bei Eurowings oder CityLine konnte demnach "eine abschließende Einigung" erzielt werden. Verhandlungspositionen von Konzern und Gewerkschaft lagen gar soweit auseinander, dass die Schlichter - im Lufthansa-Verfahren Roland Koch und Bodo Ramelow - auch in Sprüchen keinen Zweck sahen.

Ein Basta von Koch und Ramelow wäre zwar nicht bindend gewesen. "Ein Schlichterspruch hätte dem weiteren Lufthansa-Verfahren aber einen Nordstern gegeben", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person aero.de am Freitag. "Ein gutes Vorzeichen für die Mediation ist so ein Nullergebnis nicht."

Genau auf der ruhen jetzt die Hoffnungen. Lufthansa und VC hatten sich im August 2026 auf Zweigleisigkeit verständigt, das sogenannte "Envelope"-Verfahren aus Schlichtung und überlappender Mediation.

Die Schlichtung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sollte Tarifkonflikte entschärfen - mit Hilfe der Ex-Länderchefs sollten Betriebsrenten, Übergangsversorgung und - vorgezogen - neue Gehaltstabellen erst im Paket fixiert werden - und dann in einem Umschlag ("Envelope") verschwinden.

In der Mediation ist Themenkreis weniger eng gezogen. Hier streben Lufthansa und VC nach wie vor eine Gesamtlösung quer über tarifliche und außertarifliche Themenkomplexe an, insbesondere zu Flottengrößen im Kern, damit einhergehenden Karriereperspektiven und Crewproduktivität.

Der wilde Verhandlungsritt läuft noch bis 15. November 2026, einen Monat länger als die Schlichtung, und tangiert auch Themen des Manteltarifvertrags (MTV). Der endet erst Ende 2027. Gehaltsfragen sind drängender, der Vergütungstarifvertrag (VTV) läuft schon Ende 2026 ab.

Die Schlichtung, so der anfängliche Gedanke, sollte dieses heiße Eisen aus der Klammer ziehen und Druck aus der Mediation nehmen.

Kippt die Mediation ebenfalls, stehen Lufthansa und VC wieder am Anfang. "Dies ist aus unserer Sicht umso unbefriedigender, als dass mit der Aufnahme des Envelope-Verfahrens gerade für diesen Fall eine Rückfalloption geschaffen werden sollte, die nun nicht zum Tragen kommt", heißt es im Cockpit-Memo.

Rückkehr der Schlichter möglich

Nun laufen doch alle Verhandlungsstränge ohne Fallnetz in der Mediation zusammen - genau das sollte das Envelope-Prinzip vermeiden. Details sind strikt vertraulich. "Inhaltlich sprechen wir dort nach wie vor über alle Flugbetriebe und alle Themenbereiche, also auch über Gegenstände der Schlichtungen", so Cockpit.

Bahnen sich in der Mediation "zusätzliche Lösungsräume" an, könnten Koch und Ramelow nocheinmal in den Raum gerufen werden - und den Sack mit einem nachgelagerten Einigungsvorschlag zumachen. "Völlig vergebens wäre die Schlichtung in diesem Fall dann nicht gewesen", sagte der Insider.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 23.10.2026 13:40


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