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Kompakte Turbostrahlantriebe beschleunigen die "Geran-4" und "Geran-5" auf bis zu 600 Kilometer pro Stunde. Entsprechend komplex und teuer ist die Abwehr der russischen Kamikazedrohnen für die Ukraine.
Helsing erkennt darin ein neues Geschäftsfeld. Das auf militärische KI-Anwendungen spezialisierte Unternehmen mit Sitz in München hat die Entwicklung eines Flugabwehrsystems angekündigt: "Contra".
"Contra ein KI-basiertes, autonomes Luftverteidigungssystem, das Länder vor Drohnen- und Raketenangriffen in großer Zahl schützt", teilte Helsing am Montag mit. Zeitgleich präsentierte Helsing die beiden neuen Lenkflugkörper "AD-1 Inferno" und "AD-2 Ambush". Beide Waffen sind darauf ausgelegt, "auch die schnellsten strahlgetriebenen Angriffsdrohnen und Marschflugkörper abzufangen".
Helsing verweist auf "aktuelle Geheimdienstberichte", nach denen Russland die Produktion von strahlgetriebenen Drohnen und neuen kosteneffektiven Marschflugkörpern systematisch ausweite. "Allein die Fertigung der Drohnen Geran-4 und Geran-5 stieg zuletzt auf 4.000 Stück pro Monat", so Helsing.
Parallel baue Russland zahlreiche Startplätze für derartige Drohnen auf. "Damit rücken Teile der EU in Reichweite möglicher russischer Angriffe", erklärte Helsing.
Contra kann laut Hersteller "Hunderte oder Tausende Drohnen und Flugkörper" gleichzeitig erkennen und die Abwehr koordinieren. Dazu führt Contra "Sensoren und Effektoren" in einem einheitlichen Luftlagebild zusammen.
Um auch eine Vielzahl schneller Luftziele wirksam zu bekämpfen, hat Helsing zwei Lenkflugkörper mit hochentwickelten Radarsuchköpfen, sogenannte "Seeker", entwickelt.
AD-1 Inferno, ein strahlgetriebener Hochgeschwindkeits-Lenkflugkörper, kann in der Luft kreisen, im Schwarm operieren und Ziele wiederholt bekämpfen. AD-2 Ambush, ein Lenkflugkörper mit Feststoffraketenmotor für "schnellste Abfangeinsätze", erreicht laut Helsing Mach 2,5 und hat eine Reichweite von mehr als 20 Kilometer.
"Beide Systeme erhalten ihre Lenkdaten zunächst von Contra-Radarbodenstationen", erklärte Helsing. "Die Zielverfolgung in der Endphase übernimmt der integrierte, hochentwickelte Radarsuchkopf, der bei jedem Wetter funktioniert".
Die Serienfertigung findet in den Resilienzfabriken von Helsing statt. Die Stückpreise liegen laut Helsing "deutlich unter denen bestehender Modelle". Konventionelle Flugabwehrlösungen, etwa das US-israelische Arrow-3-System, gelten zwar als treffsicher - aber teuer.
Sogenannte "Interceptor-Drohnen" sind zwar deutlich billiger, können mit E-Antrieb aber keine strahlgetriebenen Angriffsdrohnen abfangen.
"Dilemma der Flugabwehr"
"Contra löst das Dilemma der Flugabwehr", sagte Helsing-Mitgründer Niklas Köhler. "Entweder langsame Drohnen, die nur bei gutem Wetter einsetzbar sind, oder millionenteure Flugkörper, die gegen billige, in Massen produzierte Ziele verschossen werden."
Helsing zählt sich nicht länger zu den klassischen Start-ups, sondern zu den sogenannten "Neo Primes" - das sind softwarezentrierte Jungunternehmen, die den großen etablierten Rüstungsfirmen Konkurrenz machen. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde bewerteten Investoren das 2021 gegründete Unternehmen mit 18 Milliarden US-Dollar.
Technologischer Schwerpunkt bei Helsing sind nicht allein die Drohnen, sondern die KI-gestützte Software, die die unbemannten Fluggeräte steuert.
Helsing beliefert unter anderem die ukrainischen Streitkräfte mit Kamikazedrohnen. Seit vergangenem Jahr produziert Helsing auch Unterwasser-Aufklärungsdrohnen, in der Entwicklung ist mit Hilfe des 2025 übernommenen Flugzeugbauers Grob Aircraft zudem ein unbemannter Kampfjet, die "CA-1".
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Helsing | 26.10.2026 12:11








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