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Airbus A321neo absolviert Jungfernflug

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Airbus A321neo - Erstflug am 09.02.2016, © Tobias Gudat

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HAMBURG - Am Dienstag ist der erste A321neo in Hamburg-Finkenwerder zum Erstflug gestartet. Das mit LEAP-1A-Triebwerken ausgerüstete Flugzeug war fünfeinhalb Stunden in der Luft. Die D-AVXB hob am Dienstag um 11.17 Uhr als Flug "AIB839A" vom Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder ab.

Der angehängte Buchstabe "A" steht für den Erstflug. Die Besatzung bestand aus den Testpiloten Martin Scheuermann und Bernardo Saez Benito Hernandez. Dazu kamen die Flugtestingenieure Gérard Leskerpit, Sandra Bour Schaeffer und Emiliano Requena Esteban.

Nach dem Start machte sich das Flugzeug westlich von Stade zunächst auf den Weg über die Nordsee. Dort wurden die elementaren Flugeigenschaften über unbewohntem Gebiet überprüft.

Gegen zwölf Uhr befand sich das aus dem Seegebiet über Helgoland kommende Flugzeug auf nordöstlichem Kurs in 14500 Fuß Höhe (4420 Meter) südlich von Flensburg und kehrte wieder Richtung Helgoland um. Die Geschwindigkeit schien bis dahin 200 Knoten (370 km/h) nicht zu übersteigen.

Gegen 13:00 Uhr hatte die A321neo über der Nordsee eine Flughöhe von 37150 Fuß (11320 Meter) erreicht und flog mit einer hohen Geschwindigkeit von 468 Knoten. Damit hat die Besatzung erfolgreich den vollen Flugbereich geöffnet und die Systeme in Betrieb genommen.

Der erste Airbus A321neo, Werknummer MSN6839, ist eine A321-251N mit LEAP-Treibwerken. Damit fliegt diese Antriebsvariante noch vor der Ausführung mit PW-Getriebefans, die noch unter Kinderkrankheiten leiden und auf ein Software-Update warten. Die Lieferreihenfolge soll sich, laut unbestätigten Angaben, aber nicht ändern. Damit liefert Airbus zuerst A321neo mit Getriebefans und erst dann mit LEAP-Triebwerken aus.

Kurz nach dem Erstflug reist die A321neo nach Südfrankreich weiter, wo die weitere Erprobung und Zulassung in Toulouse stattfinden. Airbus unterhält dort ein Telemetriezentrum, in dem die aus den weitläufigen Flugtestgebieten entlang der französischen Mittelmeer- und Atlantikküsten per Funk eingehenden Flugtestdaten ausgewertet werden können.

Die A321neo ist das Flaggschiff der neuen neo-Generation von Airbus. Das Flugzeug kann dank eines optimierten Kabinengrundrisses bis zu 240 Passagiere befördern. Damit reicht die A321neo kapazitätsseitig über Boeings konkurrierende, aber etwas kleinere Familie Boeing 737 MAX hinaus.

Bisher schwerstes Flugzeug aus Deutschland

Die A321neo ist das schwerste Flugzeug, das jemals in Deutschland zum Jungfernflug startete. Die zwölfmotorige Dornier Do X kam auf eine maximale Startmasse von 52 Tonnen, die vierstrahlige Baade 152 (V4) aus Dresden auf maximal 46,5 Tonnen. Auch die Transall bleibt mit maximal 49,1 Tonnen knapp unter der 50-Tonnen-Marke. Der zweistrahlige Airbus A321neo erreicht dagegen eine maximale Startmasse von bis zu 97,5 Tonnen. Allerdings war der heutige Erstflug wesentlich leichter.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke/KS | Abb.: Tobias Gudat | 09.02.2016 15:53

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Beitrag vom 09.02.2016 - 18:32 Uhr
Hoffe das LEAP schlägt sich besser als der PW Brenner
Beitrag vom 09.02.2016 - 16:45 Uhr
Baut man dort parallel A321neos mit PW- und CFM-Motoren?
Oder kann man in dieser Phase recht schnell (etwa 14 Tage) die Motoren tauschen?


Ja, man baut parallel.

Der A319neo ist auch schon fertig.
Hab ihn letzte Woche ohne Triebwerke in XFW gesehen.

Die A321neo mit PW- Motoren hat die Kennung D-AVXA und die mit CFM- Motoren hat die Kennung D-AVXB
Beitrag vom 09.02.2016 - 16:26 Uhr
Baut man dort parallel A321neos mit PW- und CFM-Motoren?
Oder kann man in dieser Phase recht schnell (etwa 14 Tage) die Motoren tauschen?



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