Boni im Steigflug
Älter als 7 Tage

Mehr Geld für den Lufthansa-Vorstand

Lufthansa-Chef Carsten Spohr
Lufthansa-Chef Carsten Spohr, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Die Führungsetage von Lufthansa soll künftig noch stärker vom wirtschaftlichen Erfolg der Fluggesellschaft profitieren.

Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft beschloss am Montag neue Vergütungsregeln, wie ein Firmensprecher sagte. Demnach soll die erfolgsabhängige Vergütung über drei Jahre bei entsprechend guter Gewinnentwicklung höher ausfallen.

Da der Bonus zeitverzögert ausgezahlt werde, würde die Änderung aber frühestens im Jahr 2020 wirksam. Nötig sei ferner die Zustimmung der Aktionäre auf der Hauptversammlung 2018, so der Sprecher. Mit den neuen Regeln reagiere Lufthansa auf die Tatsache, dass die Vorstände der Airline schlechter bezahlt würden als andere Dax-Topmanager.

Über die neuen Vergütungsregeln hatte zuerst der Sender HR-Info berichtet. Demnach soll die Vergütung des gesamten Vorstandes um bis zu 20 Prozent angehoben werden. Die Lufthansa bestätigte das nicht.

Die Airline hatte 2016 mit einem Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro den zweiten Rekordgewinn in Folge erzielt. Der fünfköpfige Vorstand verdiente im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht insgesamt 10,39 Millionen Euro - gut acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Vorstandschef Carsten Spohr kam demnach auf ein Jahresgehalt von 3,1 Millionen Euro. Lufthansa hatte erst im vergangenen Jahr eine Erhöhung der kurzfristigen Boni für den Vorstand beschlossen.
© aero.de, dpa-AFX | 08.05.2017 17:53

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Beitrag vom 15.05.2017 - 10:37 Uhr
Vorstände sind die Angestellten des internationalen Finanzkapitalismus, die in den Betrieben für fette Renditen sorgen sollen. Da sie sich aber nicht wie die Chefs des Finanzkapitalismus in der Anonymität verstecken können, sondern sichtbar sind, werden sie für diese Drecksarbeit eben halbwegs manierlich entlohnt. Das Ergebnis ist Win-Win für den Finanzkapitalismus und die Vorstände und, wie immer, Loose für die jeweilige Belegschaft.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden u.a. alle möglichen Geschichten von Globalisierung etc. erfunden. Am Ende dieses Brainwash ist der Angestellte froh - trotz mehr Arbeit für weniger Geld und Rente - immerhin seinen Job behalten zu haben und wählt auch noch CDU oder FDP, damit sich an dieser Spirale nach unten und Selbstausbeutung möglichst niemals etwas ändern möge.

Investitionen in Bildung würden diesen Regelkreis übrigens nur stören, weswegen es solche auch nicht gibt.
Beitrag vom 10.05.2017 - 17:42 Uhr
@Runway

Wenn das alles so gut aussieht, sollte es doch kein Problem sein, für die nachhaltigen Einsparungen in Sachen Gehalt und AV eine belastbare Garantie für Beschäftigte auszusprechen, oder nicht?!?

Ach ne, das geht ja nicht, das geht nur für die Vorstände, die die garantierten (Bonus-)Zahlungen einfach nur ein paar Jahre später bekommen... Dort kann man das auch Jahre in die Zukunft sichern. Und sei es durch ne Bankbürgschaft, wenn die Pleite droht.

Als LH-Manager weiß man, wie das geht;-(

Beitrag vom 10.05.2017 - 11:14 Uhr
@ Runway: Ihre Argunmentation beisst sich in den Schwanz.

Natürlich hätte CS nach einer langen Zeit im "unruhigen Fahrwasser" eine Erhöhung verdient. Aber wenn man als GF selbst Schuld ist an dem unruhigen Fahrwasser, immer wieder betont, dass seine Firma ohne massivste Einsparungen trotz Rekordgewinne "fast pleite" ist,

Da beisst sich garnichts. Das von Pleite gehen keine Rede war ist hier schon klargestellt. Was die Rekordgewinne betrifft beruhen die vielfach auf Sonderfaktoren. Man hat die Abschreibungsfristen verlängert (Ersparnis 300 Mio/Jahr) man hat erhebliche Rückstellungen auflösen können und man hat Gewinne aus Aktienverkäufen bezogen. Alles nicht nachhaltig.

Der wichtigste Punkt sind aber die windfall profits durch den seit zwei Jahren drastisch gesunkenen Kerosinpreis. Die Airlines haben die Preise nicht genau so schnell gesnkt. Das gibt es aber nur einmal. Wenn der mal wieder steigen sollte tritt genau der entgegengesetzte Effekt ein und die Erlöse hinken dem Anstieg hinterher.

LH hat in den Jahren 2001,2003,2009,2012 und 2014 die Dividende ausfallen lassen. Das ist eine Maßnahme die für einem Vorstand einem Offenbahrungseid gleich kommt und den man nur in Bedrängnis den Aktionären zumutet. Mir ist auf Anhieb nur ein Dax-Konzen geläufig der das auch einmal mußte. Das war Daimler im Krisenjahr 2009 und damit verständlich. So steht es also wirklich um LH im langjährigen Vergleich.

Zudem herscht hier die Vorstellung die Ersparnisse landen ruckzuck bei den Aktionären. Das ist teilweise möglich aber nicht das Hauptziel. Mit den Einsparungen hilft man der Flotte zunächst einmal wieder konkurrenzfähige Preise anzubieten zu können bzw. um nicht Strecken mit Defizit oder einer roten Null betreiben zu müssen. Wachstum ist erst dann wieder möglich wenn die Kostenbasis stimmt. Das international Wachstum ist wegen der zu hohen Kosten an LH jedenfalls vorbei gegangen und das sollte sich ändern. Auch gut für Piloten und die vielen anderen Bereiche.


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