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China kauft bei Boeing für 37 Milliarden US-Dollar ein

PEKING - Boeing-Chef Dennis Muilenburg und US-Präsident Donald Trump hatten keinen guten Start miteinander. Muilenburg forderte Trump vor dessen Amtseinführung auf, handelspolitische Provokationen in Richtung China zurückzufahren. Jetzt deckt sich China mit 300 neuen Boeing-Flugzeugen ein.

Boeing atmet auf. Am Rande eines Staatsbesuchs von Trump erteilte die China Aviation Supplies Holding Boeing einen Auftrag über 260 Schmalrumpf- und 40 Großraumflugzeuge im Listenwert von 37 Milliarden US-Dollar.

Vor einem Jahr fürchtete der größte US-Exporteur Folgen von Twitter-Salven des frisch gewählten US-Präsidenten an die Adresse Pekings. Boeing verkaufe jedes vierte Verkehrsflugzeug und jede dritte 737 nach China, rief Muilenburg Trump und der republikanischen Partei in einer öffentlichen Rede in Erinnerung.

Trump antwortete Muilenburg auf seine Art: er stellte den Auftrag für neue Air Force One in Frage und brandmarkte Boeing als Abzocker der amerikanischen Steuerzahler. Inzwischen haben sich Seattle und Washington auf gemeinsame Ziele besonnen und China findet in Industrieaufträgen an Boeing eine Frequenz, für die der Präsident empfänglich ist.

China Eastern Airlines Boeing 737-800
China Eastern Airlines Boeing 737-800, © The Boeing Company

Der chinesische Airlinemarkt wächst rasant. Air China, China Eastern Airlines und China Southern Airlines - die drei größten staatlich kontrollierten Fluggesellschaften - erwarten bis 2020 die Auslieferung mehr als 600 neuer Flugzeuge in ihre Flotten.

Nach ihren letzten Unternehmensberichten planen Air China und China Eastern bis 2019 mit Hereinnahme von 167 beziehungsweise 191 Flugzeugen. China Southern will bis 2020 knapp 300 neue Airliner in Dienst stellen, darunter ab 2019 die ersten von 20 Airbus A350.

Der Staat kauft Flugzeuge in der Regel zentral über die China Aviation Supplies Holding ein und verteilt die Auslieferungen später auf seine Fluggesellschaften. Airbus meldete im Juli einen neuen Deal mit China im Wert von 22 Milliarden US-Dollar, der 100 A320 und 40 A350 umfasst.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird China aller Voraussicht nach die USA als größten Luftverkehrsmarkt der Welt ablösen und Boeing sieht auch danach noch viel Luft nach oben. Die Volksrepublik wird laut einer Marktprognose des Herstellers bis 2036 7.240 neue Flugzeuge in Dienst stellen. Drei Viertel dieses Bedarfs entfallen laut Boeing auf das Segment der 737 und A320.
© aero.de, Bloomberg News | Abb.: Boeing | 09.11.2017 09:31

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Beitrag vom 10.11.2017 - 18:16 Uhr
Was hat Boeing denn mit dieser Trump-Reise zusätzlich verkauft?
O-Ton Boeing: „The agreement includes orders and commitments for 300 Boeing single-aisle and twin-aisle airplanes.“ Ein Teil der Festaufträge könnte bei Boeing bereits als „unidentified customer(s)“ in den Büchern stehen. Boeing hat mit jenen aktuell immerhin 1121 offene Aufträge.
Fazit: Dieselbe protzige Augenwischerei, die wir auch bei den Dienstreisen von Merkel und Hollande zu Gunsten von Airbus sahen.
Gruß Gustl

Der Unterschied ist, dass Merkel und Hollande nicht vor der Reise und wenige Stunden danach solche Kritik an China äußern.

Das Sie die Kommentare wieder direkt als Angriff auf Boeing sehen, obwohl nicht von Boeing, sehr wohl aber von Trump die Rede ist - Ihr Problem.
Beitrag vom 10.11.2017 - 17:47 Uhr
Was hat Boeing denn mit dieser Trump-Reise zusätzlich verkauft?
O-Ton Boeing: „The agreement includes orders and commitments for 300 Boeing single-aisle and twin-aisle airplanes.“ Ein Teil der Festaufträge könnte bei Boeing bereits als „unidentified customer(s)“ in den Büchern stehen. Boeing hat mit jenen aktuell immerhin 1121 offene Aufträge.
Fazit: Dieselbe protzige Augenwischerei, die wir auch bei den Dienstreisen von Merkel und Hollande zu Gunsten von Airbus sahen.
Gruß Gustl
Beitrag vom 10.11.2017 - 15:57 Uhr
Merke: wenn man ein guter Kunde ist und viel Geschäft macht oder viel Öl liefert, wird aus einem Schurkenstaat ganz schnell ein allerbester Handelspartner und allerbestester Freund.

Merke Nr.2: Nachdem die Unterschrift unter dieses gute Geschäft gesetzt wurde, wird man ganz schnell wieder zurück auf die Stufe eines "Schurkenstaates" gesetzt (Siehe Trumps Rede auf beim APEC Gipfeltreffen).


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