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Älter als 7 Tage

Airport Altenrhein kündigt Austrian

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Livery Embraer-170 Peoples Viennaline, © Flughafen St.Gallen

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ALTENRHEIN - Sieben Tage nach Ankündigung einer eigenen Airline kündigt der Flughafen Altenrhein 'vereinbarungsgemäß' seine Verträge mit Austrian Airlines. Dies teilte die Geschäftsleitung des Flughafens heute mit. Austrian hatte am Freitag noch explizit erklärt, dass ihre Altenrheinflüge nicht zur Disposition stünden. Nach Darstellung des Flughafens will die neue 'Peoples Viennaline' mit Beginn des Sommerflugplans die Strecke Altenrhein-Wien mit einem Embraer 170 Jet selbst betreiben.

Auf Anfrage von aero.at erklärt AUA-Sprecher Michael Braun dazu: "Wir bleiben dabei – an unserer Haltung hat sich nichts geändert: Wir wollen die Strecke weiter bedienen. Wir haben einen gültigen Vertrag mit dem Flughafen, dieser Vertrag sieht eine Kündigungsfrist von fünf Jahren vor. Das heißt, selbst wenn der Flughafen nun kündigen würde, haben wir das Recht, fünf weitere Jahre zu fliegen. Was der Flughafen hier versucht – nämlich eine Airline zu gründen und gleichzeitig Mitbewerber auszuschließen – ist eine mißbräuchliche Verwendung eines Monopols. Und damit verstößt der Flughafen gegen Wettbewerbsrecht. Wir sind wirklich verwundert über die Vorgehensweise des Flughafen Altenrhein."

Entsprechend offen ist auch der Stand der vom Airport Altenrhein angeführten Verhandlungen bezüglich künftiger AUA-Codeshares für Transitflüge via Wien. Der Agentur APA gegenüber stellt AUA-Sprecher Martin Hehemann klar, dass "die Vorgangsweise des Flughafens das Gesprächsklima nicht verbessert". Die AUA werde das tun, "was für uns und unsere Kunden gut ist".

Verwundert reagiert auch die Konkurrenz vor Ort. Neben der AUA fliegt ab Friedrichshafen auch die Vorarlberger Regionalfluglinie Intersky vom Bodensee nach Wien, im 4-Stunden Takt und vornehmlich im Lokalverkehr. Intersky-Chef Claus Bernatzik zu aero.at über das Vorgehen des neuen Konkurrenten: "Absolut unverständlich".

Update: Zu aero.at auch ein Resumée von Altenrhein CEO Armin Unternährer: "Im Juni erreichten wir mit AUA eine Vereinbarung, wonach sie die Operation per Sommerflugplan 2011 einstellen und wir übernehmen würden. Gleichzeitig kamen wir überein in Code Share Verhandlungen einzusteigen. Dafür wurden von uns gewisse Vorleistungen erbracht. Die Kündigung der verschiedenen Verträge (Passagier- und Ramphandling, Lounge Agreement, Ticketing, Büro Mieten, etc) ist nichts als der nächste, logische Schritt in diesem Prozess."
© Bob Gedat, aero.at / edition airside | Abb.: Flughafen Altenrhein | 19.10.2010 11:37

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Beitrag vom 20.10.2010 - 14:31 Uhr
Der Platz in Altenrhein ist in jeder Hinsicht ein Sonderfall. Als Werksflughafen (Pilatus, früher Dornier) hat der Platz für den Linienverkehr nach Wien lediglich eine jederzeit widerrufbare Sondergenehmigung. Darüber hinaus läuft dort nichts. Offenbar will der neue Eigentümer das jetzt ändern.

Die Wahl der Mittel ist allerdings höchst fragwürdig. Abgesehen davon, dass die AUA den Linienverkehr dort überhaupt erst entwickelt hat (zusammen mit der Seewald'schen Rheintalflug), axt der Airport sich mit der AUA ja auch seinen wichtigsten Partner im Linienmarkt: Ohne VIE-Transit dürfte das Peoples Projekt kaum lebensfähig sein, zumal Konkurrent Intersky mit seinen Turboprops die E-Jets preislich jederzeit im Schach halten kann.

Undenkbar auch, dass die AUA die Region Bodensee / Vorarlberg aufgibt. Wenn ACH deren Handling aussetzt, ist FDH jederzeit eine Option, zusammen oder im Wettbewerb mit Intersky.
Beitrag vom 20.10.2010 - 01:07 Uhr
Was bisher nicht erwähnt wurde :
Der Flughafen liegt auf Schweizer Hoheitsgebiet und ausserdem in Nähe zu Lichtenstein, dessen Betreiber unterliegt daher wohl Schweizer Recht;
Beitrag vom 19.10.2010 - 21:48 Uhr
Es ist fast egal wie die wahre Geschichte tatsächlich ist; ob sich AUA und Altrhein vorher handelseinig waren.

Bei Monopolsystemen wie Strom, Gas und Bahn(!) fordern Ökonomen seit Jahrzehnten mit Berechtigung eine Trennung von Infrastruktur und Netzbetreiben. Ich war der Meinung, daß diese Debatte für die Luftfahrt inzwischen gegessen sei. Diese Idee von Altrhein kann doch so ( wie hier erzählt) vor Gericht kaum Bestand haben, oder?

Gruß Gustl


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