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Flughafen Salzburg im Dauerclinch mit bayerischen Nachbarn

Salzburg Wintertourismus
Wintertourismus, © Kajetan Steiner / Flughafen Salzburg

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SALZBURG - Ein Cityairport hat nicht nur Freunde, selbst unter seinen besten Kunden. Daran änderte auch die elfte Anrainerdiskussion nichts, vor allem bei den Vertretern der bayerischen Umlandgemeinden. Druck macht inzwischen auch der deutsche Verkehrsminister Ramsauer. Aus Sicht der Salzburger Flughafenbetreiber würden die bayerischen Nachbarn freilich Zahlen kolportieren, die eine 'unbotmäßige' Belastung jenseits der Staatsgrenze suggerieren.

Dies und die Richtigstellung der tatsächlichen Verkehrszahlen waren die wichtigsten Inhalte der mittlerweile elften Anrainer-Dialogrunde des Flughafens mit seinen deutschen Nachbarn.

Freilich gelte es einen fairen Ausgleich der Flugbewegungen über Salzburg und Bayern zu finden, das müsse aber im Rahmen der natürlichen Bedingungen wie Topographie, Wind und Wetter geschehen, so der Flughafen. Und die bedingen nunmal vorwiegend An- und Abflüge in nördlicher Richtung, rund 90 Prozent aller Bewegungen der Verkehrsmaschinen führen zwangsläufig über das Gemeindegebiet von Freilassing/Oberbayern. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Weil ein Flugzeug immer Lärm verursacht, war unser Ziel, die An- und Abflugrouten so anrainerfreundlich wie möglich zu gestalten. Das betrifft unsere Nachbarn dies- und jenseits von Saalach und Salzach", betonte Aufsichtsratsprecher Dr. Raus.

Insgesamt sei aber bei den Flugbewegungen von Linie und Charter eine Stagnation zu verzeichnen. So gingen die Bewegungen im Vergleich der Quartale 1 2010 und 2011 leicht um 0,8% von 6.448 auf 6.388 zurück. Im Schnitt wurden an den verkehrsreicheren 12 Wintersamstagen 2010/2011 jeweils 210 Bewegungen gezählt, also je 105 Starts und Landungen. An Spitzentagen wurden über 150 Flüge abgefertigt.

Außerhalb der Wintersaison sei die Belastung für die Bevölkerung inzwischen sogar stark zurückgegangen. Dazu hat auch die Entwicklung lärmarmer An- und Abflugverfahren, das europaweit einzigartige Landeverbot für lautere Luftfahrzeuge der MD 80 und Tupolew 154 Klasse und die Einschränkung des Schulungsverkehrs an Wochenenden beigetragen.

Zur  Umweltverträglichkeitsprüfung des geplanten Terminalumbaus stellten die Flughafen-Verantwortlichen fest, dass Inhalte und Umfang des Verfahrens noch nicht abgeschlossen sind. Die Eckpunkte "stehen" allerdings. In Summe sei aber keine Kapazitätserweiterung geplant. Das Pisten- und Rollwegsystem bleibt gleich, und die Modernisierung der zum Teil noch aus den 60er Jahren stammenden Passagiereinrichtungen hängt von einer – noch zu erstellenden – wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie und einem Beschluss von Aufsichtsrat und Eigentümervertreter ab.

Im Jahr 2010 wurden am Flughafen Salzburg im kommerziellen Passagierverkehr auf 20.159 Flügen insgesamt 1.625.842 Fluggäste abgefertigt, davon 1.018.605 auf Liniendiensten. Das unmittelbare Einzugsgebiet des Flughafens (bis zu 1h Autoanfahrt) zählt rund 2,6 Millionen Einwohner, davon 1,2 Millionen in Bayern.
© aero.at | Abb.: Flughafen Salzburg | 18.05.2011 12:04


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