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Flugbereitschaft mustert VIP-A310 aus

Kanzler-Airbus A310-304 10+21
Kanzler-Airbus A310-304 10+21, © Bundeswehr

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HAMBURG - Die Flugbereitschaft der Bundeswehr hat den bisherigen "Kanzler-Airbus" 10+21 in der VIP-Ausführung ausgemustert. Bei Lufthansa Technik in Hamburg wird das Flugzeug aus früheren Beständen der DDR-Fluggesellschaft Interflug nun für einen neuen Einsatzzweck umgebaut.

Es soll künftig bei Parabelflügen für Experimente und die Ausbildung von Astronauten kurzzeitig Schwerelosigkeitsbedingungen erzeugen.

Der Airbus A310-304 mit der militärischen Kennung 10+21 reiste am Wochenende von seiner bisherigen Basis Köln nach Hamburg zu Lufthansa Technik. Dort werden die militärische und die VIP-Ausstattung ausgebaut.

Im vorderen Kabinenteil der Maschine befinden sich bislang ein eher nüchtern gehaltener VIP-Privatbereich mit Schlafzimmer, Dusche und WC, ein VIP-Reise- und Arbeitsraum für zwölf Personen sowie ein kleiner Konferenzraum mit Funkabteil. Der hintere Delegationsbereich umfasst 22 Business Class Sitze und 57 Economy Class Sitze.

Künftig soll die frühere "Konrad Adenauer" bei Novespace in Bordeaux unter anderem für die französische Raumfahrtbehörde CNES mit innen leerer Kabine und gepolsterten Wänden als "Zero-g"-Trainingsflugzeug eingesetzt werden. Sie löst dort einen älteren Airbus A300 ab.

Die 10+21 gehörte einst als Passagierflugzeug zum Bestand der DDR-Fluggesellschaft Interflug. Um die bei Flügen nach Kuba mit der Iljuschin Il-62 zuvor häufigen Zwischenlandungen im kanadischen Gander zu vermeiden, bei denen immer wieder Passagiere im Westen blieben, hatte sich die DDR ihre A310 in einer Ausführung mit Zusatztanks im Frachtraum bestellt. Damit schaffte die seit 1989 eingesetzte Interflug-A310 bis zu 11000 Kilometer Reichweite und erstmals Langstrecken nach Kuba und Singapur ab Berlin-Schönefeld nonstop.

Nach der Wende nutzte der Bund bis zu drei A310 aus Interflug-Beständen, für die er ohnehin gebürgt hatte und deren CF6-80C2A2-Triebwerke mit 236 kN Schub bei GE geleast waren, ab 1991 bei der Luftwaffe weiter. Die 10+21 erhielt eine VIP-Kabine und wurde ab 1993 für Reisen der Bundesregierung und bei Staatsbesuchen verwendet. Diese Aufgabe haben nun bei der Flugbereitschaft gebrauchte Airbus A340-300 aus Lufthansa-Beständen, neu beschaffte Airbus A319 ACJ und Bombardier Global 5000 übernommen.

Zum Abschied trug die 10+21 auf der vorderen Frachttür das Logo von Interflug und das Eiserne Kreuz mit den Einsatzjahren und die Aufschrift "Danke für treue Dienste weltweit".
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Bundeswehr | 16.06.2014 16:21


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