Südatlantik
Älter als 7 Tage

St. Helena erneut auf Airlinesuche

JAMESTOWN - Der fast eine halbe Milliarde US-Dollar teure Flughafenneubau auf Napoleons Exilinsel sucht erneut einen Anbieter, der das abgelegene 4.000-Seelen-Eiland mit der Welt verbindet.

Mit ihrer zweiten Ausschreibung änderte die Regierung von St. Helena die Bedingungen für reguläre Linienflüge zu dem rund 2.200 Kilometer von Afrika entfernten Südatlantik-Airport. Ausgeschrieben ist eine Flugverbindung mit der 1.200 Kilometer entfernten Nachbarinsel Ascension sowie eine Verbindung zum Festland mit Anschlussflügen nach Großbritannien.

St Helena Airport HLE
Südatlantik-Airport Saint Helena, © Wickicommons - Paul Tyson

Ein Vertrag mit British Airways Franchise-Partner Comair (Südafrika) für einen wöchentlichen Direktflug nach Johannesburg sei zwar nach wie vor gültig, scheiterte bis jetzt aber an einem durch gefährliche Scherwinde stark beeinträchtigten Flugbetrieb auf dem in felsigem Terrain errichteten Airport.

Comair plante für die 3.600 Kilometer lange Strecke den Einsatz einer Boeing 737-800. Nach ersten Testflügen im April 2016 wurde die Aufnahme regulärer Flüge zunächst vertagt, wie es heißt aus Sicherheitsgründen bis verlässliche Daten über kritische Windverhältnisse vorliegen, speziell bei der vorherrschenden Wetterlage für Anflüge aus nördlicher Richtung (Piste 20).

Die neuerliche Ausschreibung wendet sich nunmehr an Anbieter mit Fluggerät, das Landungen auf der 1.950 Meter langen Piste 02 aus südlicher Richtung auch bei Rückenwind mit Geschwindigkeiten von bis zu 15 Knoten ermöglicht.

Die Zwischenlandung einer Avro RJ100 im Oktober am Weg nach Chile bestätigte zunächst die Machbarkeit. Nutzlast, Reichweite und ausreichende Spritreserven für die weit entfernten Ausweichflughäfen sowie die Rückenwindlandungen stellen Anbieter vor spezielle technische Anforderungen.

Atlantic Star Airlines, ein britisches Start-up Unternehmen, plant seit längerem Flüge von Großbritannien mit einer technischen Zwischenlandung in Gambia. Dabei soll eine Avro RJ100 mit speziellen Zusatztanks zum Einsatz kommen, die auch bei Rückenwind am Airport HLE sicher landen kann.

Comair macht die Aufnahme ihrer Flüge mit der größeren Boeing 737-800 von der Verfügbarkeit eines sicheren Landeverfahrens auf Piste 20 abhängig. Dies erklärte Comair-Chef Erik Venter in einer Email dem Nachrichtendienst ch-aviation.com.

Mittelfristig will der zur britischen Krone gehörige Inselstaat mit sanftem, naturnahen Qualitätstourismus von Subventionen unabhängig werden. Derzeit zählt St. Helena jährlich rund 2.400 Besucher, die ausschließlich per Schiff anreisen. Bis 2020 sollen bis zu 12.000 Touristen den neuen Airport nutzen.
© aero.at | 09.12.2016 19:19


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