Transportjet KC-390
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Embraer hofft auf Geschäfte mit der Bundeswehr

Embraer
Die KC-390 von Embraer wird von V2500 angetrieben, © Embraer

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SÃO PAULO - Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer will mit seiner Transportmaschine KC-390 bei der Bundeswehr landen. "Wir hoffen auf einen Markteintritt in Deutschland mit der KC-390", sagte Embraer-Chef Paulo Silva der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin mir sicher, dass die deutsche Regierung am Flugzeug interessiert sein könnte."

Die Maschine sei aus seiner Sicht kein direkter Konkurrent des Airbus-Transporters A400M, der wegen Pannen als Problemfall gilt, meinte Silva. Die A400M sei deutlich größer, die KC-390 als Jet hingegen flexibler. "Es ist kein Geheimnis, dass die portugiesische Regierung interessiert ist."

Ein Embraer-Sprecher ergänzte, die KC-390 entspreche den aktuellen und künftigen Bedürfnissen der deutschen Luftwaffe. 2016 sei die heutige Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), damals Staatssekretärin, bei einem Brasilien-Besuch über das Projekt informiert worden. Mit dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall sei auch ein deutscher Partner an Bord. Es gebe aber bisher keine Gespräche mit der Bundesregierung, betonte Silva.

"Das Programm läuft gut, wir sind in der Zertifizierungsphase", sagte Silva. Die erste Auslieferung an das brasilianische Militär sei für die erste Jahreshälfte 2018 geplant. "Das Interesse wird hoffentlich steigen, wenn die Maschine zertifiziert ist." Bei der Entwicklung arbeitet Embraer eng mit dem Airbus-Konkurrenten Boeing zusammen. So übernehmen die Amerikaner Vertriebsaufgaben oder liefern auch einzelne Komponenten.

Es gebe Überlegungen, auch ein ziviles Modell der KC-390 zu entwickeln, dies sei aber auch noch auf einer "sehr vorläufigen Basis". "Lassen Sie uns zunächst die KC-390 als Militärtransporter etablieren, dann überlegen wir die nächsten Schritte", sagte der Embraer-Chef am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Die KC-390 kann nach Embraer-Angaben bis zu 26 Tonnen Cargo transportieren. Embraer betont zudem, die Maschine könnte auch in unzugänglichen Gebieten landen, etwa auf ungepflasterten oder zerstörten Landebahnen. Die Reichweite beträgt bis zu 5000 Kilometer.

Weil die KC-390 von zwei Jet-Motoren angetrieben wird, ist sie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 470 Knoten (870 km/h) etwas schneller als die A400M und deutlich flotter als die C-130 "Hercules" des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin, die beide auf Propeller-Turbinen setzen. Da das deutsche Verteidigungsministerium die A400M für manche Einsätze nicht mehr geeignet hält, sollen vier bis sechs der kleineren, vielseitigen C-130 angeschafft werden.
© dpa | 04.02.2017 07:33

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Beitrag vom 06.02.2017 - 10:29 Uhr
Wie sieht wohl das Einsatzszenario aus?
Direkt von D mit einem 6-stündigen Flug ins Einsatzgebiet und mit Luftbetankung zurück nach D?
Oder hat man eine vorgeschobene Basis, die auch zivil angeflogen werden kann und von der aus man in ein oder zwei Stunden dann im Einsatzgebiet ist?
Bei UN-unterstützen Missionen sollte doch eine vorgeschobene Basis immer möglich sein!
Beitrag vom 06.02.2017 - 10:26 Uhr
Grundsätzlich steht es allen Herstellern frei, auf Geschäft zu hoffen. Und die Bundeswehr wird sich schon gut überlegen, was sie in Zukunft braucht, seit dem A400M Auftrag hat sich in der Welt einiges getan, und es wird sich vermutlich noch einiges tun.
Die vier bis sechs C130J füllen offenbar eine Nische aus, wenn die erst ab 2021 bereitstehen sollen, dann deutet das für mich darauf, dass der A400M diese Nische nie wird ausfüllen können, sonst hätte man vermutlich versucht, sich schneller gebrauchte zu besorgen, um die Zeit zu überbrücken. Wir werden sehen, ob möglicherweise irgendwann mal die KC-390 Sinn macht, oder nicht.
Ob A380, B787, C17, A400M oder KC-390 - wie gut das Flugzeug ist, sollte man bewerten, wenn alle Kinderkrankheiten und aller Ärger während der Entwicklung ausgestanden ist.
Immerhin hat Embraer ein bewährtes Triebwerk, macht viel mit Aluminium, und leitet einiges von der Zivilproduktion ab - d.H. diverse mögliche Unbekannte haben sie schon mal ausgeschlossen.
Beitrag vom 06.02.2017 - 10:25 Uhr
Die C17 ist Geschichte. Im letzten Jahr wurde die Letzte ausgeliefert.
Derzeit ist die A400 (neben der AN70) das obere Ende der verfügbaren Größen.
Darunter tummeln sich einige sehr vielversprechende und auch schon bewährte Muster.
Ich denke die C130 ist immer noch ein sehr gutes Flugzeug.
Es ist nicht allein die Transportkapazität in Gewicht entscheidend. Die taktischen Einsatzmöglichkeiten spielen da eher eine Rolle. In der Diziplin müssen die Neuentwicklungen und vor allem auch die KC390 erstmal zeigen was sie können. Fracht transportieren ist da relative einfach umzusetzen, aber beim TaJaJGAFT wird es schwierig. Da kommt die A400 auch nur nach und nach an ihre Ansprüche. Aber gerade über diese militärischen Fähigkeiten bekommt man leider kaum einen Einblick. Immerhin ist die A400 auf einem guten Weg.


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