"Neue Osnabrücker Zeitung"
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Kartellamt behält Lufthansa-Preise im Auge

Lufthansa Airbus A320 mit Sharklets
Lufthansa Airbus A320 mit Sharklets, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Nach dem Wegfall von Air Berlin richtet das Bundeskartellamt sein Augenmerk längerfristig auf die Luftfahrtbranche und auf die Preisfindung bei Lufthansa. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Behördenpräsident Andreas Mundt, "ja, wir bleiben da sicherlich dran".

Die Bonner Behörde prüft derzeit ein Verfahren gegen die Lufthansa, die nach dem Ende des Flugbetriebs von Air Berlin im innerdeutschen Flugverkehr zeitweilig konkurrenzlos war.

Es habe viele Beschwerden gegeben, vor allem über die Preisentwicklung, sagte Mundt. "Wir wollen uns jetzt erst mal ansehen: Was ist bei den Preisen eigentlich passiert? Da reicht ja kein Gefühl, da reicht auch keine Momentaufnahme." Man müsse die Preissysteme verstehen. "Das ist sehr viel Detailarbeit. Da sind wir jetzt mittendrin."

Auf dieser Grundlage werde das Kartellamt entscheiden, ob es ein Verfahren einleite, so Mundt. "Aber da gibt es weder eine Tendenz, noch einen Zeitplan." Seit wenigen Wochen hat die Lufthansa auf wichtigen innerdeutschen Routen wieder Konkurrenz durch den britischen Billigflieger Easyjet.

Für Mundt ist das kein Grund, den Fall zu den Akten zu legen: "Ich glaube nicht, dass ein Verfahren allein deshalb entbehrlich ist, weil jetzt bestimmte Strecken wieder von einem Wettbewerber bedient werden. Es sind ja auch nicht alle Strecken." Zudem werde es möglicherweise in Zukunft wieder weitere Monopolstrecken geben.
© OTS, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 29.01.2018 08:32

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Beitrag vom 29.01.2018 - 19:08 Uhr
Die Bahn hat ein Quasi-Monopol im Fernverkehr.
Flixbus hat im Fernbusgeschäft einen Marktanteil von über 90%.
Lufthansa wird in Zukuft etwa 80% Marktanteil im innerdeutschen Verkehr haben, ohne Zubringerflüge deutlich weniger.

Gerade bei dem fortschreitenden Ausbau an Schnellfahrstrecken der Bahn sehe ich hier kein nennenswertes Monopol, vor allem wenn man bedenkt, dass es in den anderen Transportsparten höhere Marktanteile gibt.
Beitrag vom 29.01.2018 - 16:22 Uhr
ich schließe mich den Vorschreibern an. ich Frage mich in der ganzen Diskussion sowieso nach der Grundlage. In meinem BWL Studium habe ich irgendwann mal gelernt, dass ein Monopol nur dann vorliegt, wenn es in einer bestimmten Branche / Dienstleistung / Produkt nur einen Anbieter in einem geschlossenen Markt gibt. Die Dienstleistung ist hier doch der Transport von A nach B, oder nicht? Und da konkurriert die LH doch immer mit der DB, dem Auto, Fernbussen usw.

So ist es. Es stellt sich immer die Frage nach dem relevanten Markt, also in diesem Fall, wie Sie richtig festgestellt haben, der Transport von A nach B. Zumindest für innerdeutsche Flüge kann die Frage, ob ein Monopol vorliegt, ganz klar verneint werden.

Außerdem ist das Kartellamt doch sowieso vorrangig für das verhindern und Sanktionieren von Kartellen zuständig, beißt sich die Katze da nicht in den Schwanz? Mit wem soll ein angeblicher Monopolist denn ein Kartell aushecken?



Das ist nicht richtig. Das Bundeskartellamt ist genauso dafür zuständig, Monopole zu verhindern oder dort, wo sie natürlich entstanden sind, zu überwachen. Und in der Theorie verhalten sich Kartelle übrigens genau wie ein Monopolist ;-)

Ich denke der Chef des Bundeskartellamtes ist mit seinen Äußerungen gegenüber den Medien über das Ziel hinaus geschossen und muss nun eine Strategie finden, denjenigen, die seinen Worten Glauben geschenkt und auf eine Sanktionierung "zu hoher" Ticketpreise gehofft hatten, mitzuteilen, dass er daneben lag. Der erste Schritt dahin ist die Verzögerung ("Wir sind erst am Anfang der Prüfungen...").

Dieser Beitrag wurde am 29.01.2018 16:23 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.01.2018 - 16:09 Uhr
ich schließe mich den Vorschreibern an. ich Frage mich in der ganzen Diskussion sowieso nach der Grundlage. In meinem BWL Studium habe ich irgendwann mal gelernt, dass ein Monopol nur dann vorliegt, wenn es in einer bestimmten Branche / Dienstleistung / Produkt nur einen Anbieter in einem geschlossenen Markt gibt. Die Dienstleistung ist hier doch der Transport von A nach B, oder nicht? Und da konkurriert die LH doch immer mit der DB, dem Auto, Fernbussen usw.

Außerdem ist das Kartellamt doch sowieso vorrangig für das verhindern und Sanktionieren von Kartellen zuständig, beißt sich die Katze da nicht in den Schwanz? Mit wem soll ein angeblicher Monopolist denn ein Kartell aushecken?



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