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Streiks reißen Air France-KLM tiefer in die roten Zahlen

Air France Boeing 787-9
Air France Boeing 787-9, © Air France-KLM

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PARIS - Die anhaltenden Streiks von Piloten und anderen Mitarbeitern zehren bei der Fluggesellschaft Air France-KLM deutlich am Gewinn. Im ersten Quartal hätten die Ausstände bereits 75 Millionen Euro gekostet, teilte der französisch-niederländische Konzern am Freitag in Paris mit.

Im Gesamtjahr dürften die Streiks in Frankreich den operativen Gewinn um mindestens 300 Millionen Euro drücken. Von Januar bis März verbuchte Air France-KLM einen operativen Verlust von 118 Millionen Euro nach einem Minus von 33 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

An der Börse sorgten die Nachrichten für deutliche Ernüchterung. Am Morgen sackte die Air-France-KLM-Aktie um mehr als acht Prozent in die Tiefe. Seit dem Jahreswechsel hat sie fast 44 Prozent an Wert verloren und ist damit Schlusslicht im europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 Travel & Leisure.

Auch am Freitag streikten Beschäftigte bei der französischen Sparte Air France wieder für höhere Gehälter, die Airline strich rund ein Viertel ihrer Verbindungen. Es war bereits der 13. Streiktag seit Ende Februar - die Schwester-Airline KLM ist davon nicht betroffen.

Am Freitagabend sollte das Ergebnis einer Mitarbeiterabstimmung über den jüngsten Vorschlag des Managements veröffentlicht werden, mit der das Unternehmen Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt bringen will. Konzernchef Jean-Marc Janaillac hat für den Fall einer Abstimmungsniederlage seinen Rücktritt angedroht.

Die französischen Gewerkschaften fordern für die Air-France-Beschäftigten eine sofortige Gehaltserhöhung um 5,1 Prozent, nachdem der Konzern seinen Gewinn 2017 kräftig gesteigert hatte. Das Unternehmen bietet 7 Prozent gestreckt über vier Jahre an.

Finanzchef Frederic Gagey sprach am Freitag dennoch von einem wirtschaftlich guten Start ins Jahr. Es sei bedauerlich, dass Air France-KLM von der starken Nachfrage nach Flugtickets nicht profitiere. So haben die Durchschnittserlöse - ein Maß für die Ticketpreise - währungsbereinigt um 1,2 Prozent angezogen. Die Zahl der Fluggäste wuchs um 5,2 Prozent auf 22 Millionen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Air France-KLM | 04.05.2018 08:10

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Beitrag vom 05.05.2018 - 14:43 Uhr
Super, AF - KLM als Vorbild, wie Frankreich generell, da sind ja die blühenden Landschaften die eigentlich im Osten sein sollten.

Man muss schon schauen wenn man sich zum vorbild nimmt.
Beitrag vom 05.05.2018 - 11:34 Uhr
@Digiflieger
Danke für die Info’s!
Das Streikrecht muss in F deutlich anders sein als bei uns, oder wie können sonst mehrere Gewerkschaften gleichzeitig streiken…? Oder haben die einen/den gleichen Tarifvertrag?

Das ist ja meist die Crux bei uns, dass (zusätzlich zu den unterschiedlichen Forderungen) die Verhandlungen zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden und so die „Schlagkraft“ zumindest teilweise neutralisiert wird. Leider sind wir (die AN) daran Großteils selbst schuld.

@gordon
Danke für den Rückblick!
Beitrag vom 04.05.2018 - 18:36 Uhr
Es ist auch ein Unterschied, ob ich Forderungen anderer Gewerkschaften passiv und damit legal unterstütze oder ob man mit Unterstützung der Firma aktiv gegen die eigenen Kollegen protestiere....
Dabei ist es schon fast egal, was oder wie die Forderungen der Kollegen tatsächlich sind. Wenn ich diese Forderungen bei den Kollegen für überzogen halte, so kann ich das anders klären (am besten persönlich), als bei einer Demonstration zur besten Sendezeit ;-(

Wie viele Streiktage / Monate sind stillschweigend akzeptiert, bzw. intern diskutiert worden, bis das, wie von Ihnen beschrieben, eskaliert ist? Wobei "aktiv von der Firma unterstützt" falsch ist. Intern wurden wir an diesem Tag zur Zurückhaltung aufgefordert.

Von Streiktagen ala Air France waren und sind wir in D doch zum Glück meilenweit entfernt.

Meines Wissens nach (Kein Beweis!) wurden im LH-Konzern "Kollegen" sowohl vom Dienst freigestellt, als auch das entsprechende Material zur Plakaterstellung zur Verfügung gestellt, um die Gegendemo, natürlich ganz spontan, zu organisieren...

Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt ... Und das Angestelltenverhältnis beinhaltet ja schon fast notgedrungen beides.

Aber darum geht es ja auch nicht mehr und hier speziell ja auch um Air France.

Es lebe das "Neue Miteinander" ;-)

Wir (und auch andere Abteilungen) wurden ausdrücklich gebeten, nicht teilzunehmen. Wie das in anderen Bereichen war, weiß ich nicht.

Mir ging es auch nur darum, die 1,5(?) Jahre in Erinnerung zu rufen, in denen Streiks auf Kosten der Kunden und der Mitarbeiter vor Ort und in der Planung stillschweigend hingenommen wurden. In Ihrem Post kam diese Dimension nicht so richtig zum Ausdruck. Für die, die sich daran schon nicht mehr erinnern.

Aber Ihrem Leitspruch schließe ich mich natürlich gerne an!


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