Laudamotion
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Dicke Luft zwischen Ryanair und Lufthansa

Niki Lauda und Michael O`Leary
Niki Lauda und Michael O`Leary, © Ryanair

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BRÜSSEL - Ryanair darf Laudamotion übernehmen. Lufthansa blitzte Ende 2017 bei den EU-Wettbewerbshütern ab, hatte sich da allerdings schon die Flotte der ehemaligen Niki gesichert. Laut Ryanair setzt Lufthansa diesen Hebel ein, um Laudamotion gezielt "zu destabilisieren und zu schädigen".

Die Übernahme von Laudamotion durch Ryanair gebe keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken und werde ohne Auflagen erlaubt, teilte die zuständige EU-Kommission am Donnerstagabend mit.

Ryanair will mit 75 Prozent die Mehrheit bei dem Ferienflieger übernehmen, der sich im Bieterkampf um die insolvente Air Berlin deren ebenfalls insolvente Tochter Niki gesichert hatte. Ursprünglich wollte der Marktführer Lufthansa Niki und deren Slots übernehmen, biss in Brüssel aber auf Granit.

Jetzt wirft Ryanair Lufthansa Sabotage der geordneten Entflechtung vor.

Lufthansa "versucht, neun Flugzeuge abzuziehen, die Lufthansa auf Weisung der Europäischen Kommission Laudamotion für einen Neustart zur Verfügung stellen musste", beschwert sich Ryanair in einer Börsenmitteilung. Dies reihe sich eine Serie von Versuchen der Frankfurter ein, Laudamotion "zu destabilisieren und zu schädigen".

So habe Lufthansa zwei zugesagte Airbus A320 gar nicht, andere nur verspätet geliefert. Lufthansa stehe bei Laudamotion zudem mit 1,5 Millionen Euro in der Kreide - für Flugdienste, die Laudamotion im März, April und Mai für Eurowings erbrachte, sind laut Ryanair noch Rechnungen offen.

Lufthansa: Anschuldigungen haltlos

"Die Anschuldigungen sind falsch", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de. Der Konzern will im Tagesverlauf eine nähere Stellungnahme herausgeben.

Am 13. Dezember 2017 blies Lufthansa wegen kartellrechtlicher Hürden die Übernahme von Niki ab, Niki meldete noch am selben Tag Insolvenz an. In einem Bieterkrimi setzt sich zunächst der Airlinekonzern IAG durch. Wegen Verfahrensfehlern kam schließlich Airlinegründer Niki Lauda zum Zug und paktierte mit Ryanair.

Laudamotion fliegt vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Urlaubszielen am Mittelmeer und auf den Kanarischen Inseln.

Ryanair hilft Laudamotion mit zehn eigenen Boeing 737-800 im Wetlease aus und will die Tochtergesellschaft zu einer Plattform mit 50 Airbus A320 und A320neo ausbauen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Laudamotion | 12.07.2018 20:45

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Beitrag vom 12.07.2018 - 22:20 Uhr
War doch klar, aber dennoch ein genialer Schachzug von Herrn Lauda...
Als kurzzeitiger Zwischenhändler
sich so ohne Risiko, noch einmal die österreichischen Taschen voll gemacht.
Top 🖖


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